Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­ben für Kunst­för­de­rung durch das Land Ber­lin

Wer­den Sti­pen­dia­ten durch die Prä­sen­ta­ti­on von deren Wer­ken aus dem Bereich bil­den­de Kunst in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen durch ein Land geför­dert, so ist die­ses als Unter­neh­men im Sin­ne des KSVG dem Grun­de nach abga­be­pflich­tig, weil es Öffent­lich­keits­ar­beit für Drit­te iSv § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 7 KSVG betreibt.

Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­ben für Kunst­för­de­rung durch das Land Ber­lin

So die Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Streits über die Abga­be­pflicht des Lan­des Ber­lin nach dem KSVG wegen des Kul­tur­för­der­pro­jek­tes „Kunst­Bank“. Das Land Ber­lin prä­sen­tier­te bis zum 31.1.2006 in den Räum­lich­kei­ten der Senats­kanz­lei unter der Bezeich­nung „Kunst­Bank“ in monat­lich wech­seln­den Dop­pel­aus­stel­lun­gen die Wer­ke von jeweils zwei Künst­le­rin­nen und Künst­lern, die von ihm zuvor mit einem Arbeits­sti­pen­di­um auf dem Gebiet der Bil­den­den Kunst geför­dert wor­den waren. Die Betreu­ung der Aus­stel­lung erfolg­te frü­her durch Absol­ven­ten des Stu­di­en­gangs Kunstgeschichte/​Kunstwissenschaft und ab Sep­tem­ber 2005 durch eine exter­ne Pro­jekt­lei­te­rin sowie durch den Neu­en Ber­li­ner Kunst­ver­ein (NBV), der die Sti­pen­dia­ten jeweils am Vor­abend der monat­lich statt­fin­den­den Aus­stel­lungs­er­öff­nun­gen der inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit vor­stell­te. Anläss­lich der Aus­stel­lun­gen wur­den kei­ne Ein­tritts­gel­der erho­ben, ein Ver­kauf der aus­ge­stell­ten Wer­ke fand nicht statt. Die aus­stel­len­den Sti­pen­dia­ten erhiel­ten vom Klä­ger eine indi­vi­du­ell bemes­se­ne Mate­ri­al­auf­wands­ent­schä­di­gung; im Übri­gen erfolg­te die Finan­zie­rung der Aus­stel­lungs- und Gesprächs­rei­he durch die Finanz­grup­pe „Spar­kas­sen-Kul­tur­fond“. Die „Kunst­Bank“ ver­füg­te über einen von Mit­ar­bei­tern des Lan­des Ber­lin erstell­ten Inter­net­auf­tritt auf des­sen Home­page. Der Gale­rie­raum der „Kunst­Bank“ wur­de nach einem Brand am 1.2.2006 geschlos­sen.

Die beklag­te Künst­ler­so­zi­al­kas­se stell­te nach Kennt­nis­er­lan­gung von dem Kul­tur­för­der­pro­jekt „Kunst­Bank“ die Abga­be­pflicht des Klä­gers nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 6 KSVG dem Grun­de nach fest, weil die­ser als Trä­ger der „Kunst­Bank“ eine Gale­rie bzw einen Kunst­han­del betrei­be. Das Sozi­al­ge­richt Ber­lin hat die auf Auf­he­bung des Erfas­sungs­be­schei­des gerich­te­te Kla­ge mit der Begrün­dung abge­wie­sen, der Klä­ger betrei­be mit der Aus­stel­lungs­rei­he im Gale­rie­raum „Kunst­Bank“ Öffent­lich­keits­ar­beit für die Sti­pen­dia­ten und sei daher nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 7 KSVG abga­ben­pflich­tig [1]. Auf die Beru­fung des Klä­gers hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg die erst­in­stanz­li­che Ent­schei­dung und die ange­foch­te­nen Beschei­de auf­ge­ho­ben [2]: Die Kla­ge sei auch in Anbe­tracht der erfolg­ten Schlie­ßung des Gale­rie­raums „Kunst­Bank“ zuläs­sig, weil unab­hän­gig von die­ser kon­kre­ten Art der Prä­sen­ta­ti­on zwi­schen den Betei­lig­ten ein Dis­sens über die grund­sätz­li­che Abga­be­pflicht des Klä­gers für die Prä­sen­ta­ti­on von Wer­ken geför­der­ter Sti­pen­dia­ten im Rah­men öffent­li­cher Aus­stel­lun­gen bestehe und im Übri­gen auch ein berech­tig­tes Fort­set­zungs­fest­stel­lungs­in­ter­es­se vor­lie­ge. Sie sei zudem begrün­det, da der Klä­ger mit der „Kunst­Bank“ kein abga­be­pflich­ti­ges Unter­neh­men im Sin­ne des § 24 KSVG betrei­be. Man­gels eines Ver­kaufs der prä­sen­tier­ten Wer­ke unter­lie­ge der Klä­ger nicht der Abga­ben­pflicht als Betrei­ber einer Gale­rie oder eines Kunst­han­dels nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 6 KSVG. Die Vor­aus­set­zun­gen für eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 3 KSVG sei­en eben­falls nicht erfüllt, weil der Klä­ger nach den lan­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten weder zur Ver­ga­be von Sti­pen­di­en noch zur Aus­stel­lung der Wer­ke von Sti­pen­dia­ten ver­pflich­tet und daher die­se Form der Kul­tur­för­de­rung nicht als wesent­li­cher Unter­neh­mens­zweck anzu­se­hen sei. Soweit der Klä­ger mit der Aus­stel­lungs­rei­he Wer­bung für die Sti­pen­dia­ten und somit für Drit­te betrei­be, feh­le es an dem im Rah­men von § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 7 KSVG erfor­der­li­chen arbeit­neh­mer­ähn­li­chen Ein­satz der Sti­pen­dia­ten und somit an einer für die Abga­be­pflicht not­wen­di­gen sym­bio­ti­schen Bezie­hung zwi­schen Künst­ler und Ver­wer­ter. Schließ­lich die­ne weder die Aus­stel­lungs­rei­he noch der dies­be­züg­li­che Inter­net­auf­tritt der Eigen­dar­stel­lung des Klä­gers, so dass auch eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 Satz 2 KSVG aus­schei­de.

Mit der Revi­si­on rügt die Beklag­te die Ver­let­zung der Amts­er­mitt­lungs­pflicht ( § 103 SGG iVm § 123 SGG) sowie die Ver­let­zung mate­ri­el­len Rechts ( § 24 Abs 1 Satz 1 KSVG). Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt habe den streit­ge­gen­ständ­li­chen Sach­ver­halt auf­grund der unzu­läs­si­gen Beschrän­kung des Streit­ge­gen­stands auf die kul­tur­för­dern­de Tätig­keit des Klä­gers im Rah­men der Aus­stel­lungs­rei­he „Kunst­Bank“ nicht hin­rei­chend von Amts wegen ermit­telt. Grund­la­ge des Rechts­streits sei viel­mehr die gesam­te Kul­tur- und Kunst­för­de­rung des Klä­gers. Deren wesent­li­cher Zweck bestehe dar­in, für die Auf­füh­rung oder Dar­bie­tung künst­le­ri­scher Wer­ke oder Leis­tun­gen durch Drit­te zu sor­gen und erfül­le somit die Vor­aus­set­zun­gen für eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 3 KSVG. Soweit der Klä­ger durch Pres­se­infor­ma­tio­nen oder Wer­be­schrif­ten und über das Inter­net auf kul­tu­rel­le Ver­an­stal­tun­gen auf­merk­sam mache, betrei­be er zudem Öffent­lich­keits­ar­beit zu Guns­ten der geför­der­ten Künst­ler und unter­lie­ge daher bereits nach § 24 Abs 1 Satz 1 Nr 7 KSVG der Abga­be­pflicht. Auf­grund des­sen sei es uner­heb­lich, ob vor­lie­gend auch die Vor­aus­set­zun­gen für eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 Satz 2 KSVG erfüllt sind, was ange­sichts der ver­fah­rens­feh­ler­haft unter­las­se­nen Ermitt­lun­gen des Lan­des­so­zi­al­ge­richts der­zeit nicht beur­teilt wer­den kön­ne.

Nach Auf­fas­sung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts ist Streit­ge­gen­stand vor­lie­gend nicht die gesam­te kunst- und kul­tur­för­dern­de Tätig­keit des Lan­des Ber­lin, son­dern allein die öffent­li­che Kunst­för­de­rung des Klä­gers durch die Prä­sen­ta­ti­on von Wer­ken geför­der­ter Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen und die inso­weit von ihm betrie­be­ne Öffent­lich­keits­ar­beit und Wer­bung. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt hat mit die­ser Bestim­mung des Streit­ge­gen­stan­des weder gegen § 123 SGG ver­sto­ßen noch die ihm oblie­gen­de Amts­er­mitt­lungs­pflicht (§ 103 S 1 Halbs 1 SGG) ver­letzt.

Maß­ge­bend für die Bestim­mung des Streit­ge­gen­stan­des ist der gel­tend gemach­te pro­zes­sua­le Anspruch, dh Kla­ge­an­trag und Kla­ge­grund im Hin­blick auf einen bestimm­ten Sach­ver­halt [3]. Hier­von aus­ge­hend wird der Streit­ge­gen­stand vor­lie­gend durch den objek­ti­ven Rege­lungs­ge­halt der ange­foch­te­nen Beschei­de bestimmt. Der Erfas­sungs­be­scheid vom 15.11.2005 in der Gestalt des Wider­spruchs­be­schei­des vom 20.3.2006 regelt die Abga­be­pflicht des Klä­gers für sei­ne kunst­för­dern­de Tätig­keit in Form der Ver­an­stal­tung öffent­li­cher Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen im Bereich der Bil­den­den Kunst ein­schließ­lich der in die­sem Zusam­men­hang vom Klä­ger betrie­be­nen Öffent­lich­keits­ar­beit und Wer­bung. Die­se Ein­gren­zung des den ange­foch­te­nen Beschei­den zugrun­de­lie­gen­den Lebens­sach­ver­halts ergibt sich zwar nicht aus deren Ver­fü­gungs­satz, folgt aber aus einer am objek­ti­ven Emp­fän­ger­ho­ri­zont ori­en­tier­ten Aus­le­gung. Aus­weis­lich der Begrün­dung des Wider­spruchs­be­schei­des vom 20.3.2006, die eben­falls als Aus­le­gungs­hil­fe her­an­ge­zo­gen wer­den kann [4], war allein die durch den Klä­ger – sei­ner­zeit noch im Aus­stel­lungs­raum „Kunst­Bank“ – durch­ge­führ­te Ver­an­stal­tung öffent­li­cher Aus­stel­lun­gen mit Wer­ken geför­der­ter Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst Gegen­stand des Ver­wal­tungs­ver­fah­rens und der Beschei­de.

Die­se Beschrän­kung des dem Erfas­sungs­be­scheid zugrun­de­lie­gen­den Lebens­sach­ver­halts und somit des Streit­ge­gen­stan­des auf einen bestimm­ten Tätig­keits­be­reich des abga­be­pflich­ti­gen Unter­neh­mens ist recht­lich zuläs­sig und in Fäl­len der vor­lie­gen­den Art unter Berück­sich­ti­gung der dem Erfas­sungs­be­scheid zukom­men­den Zweck­be­stim­mung sogar gebo­ten.

Grund­sätz­lich ist zwar der auf der Grund­la­ge von § 24 KSVG erge­hen­de Erfas­sungs­be­scheid unter­neh­mens­be­zo­gen, dh er stuft ein bestimm­tes Unter­neh­men ins­ge­samt als nach § 24 KSVG dem Grun­de nach abga­be­pflich­tig ein, stellt also gewis­ser­ma­ßen eine „recht­li­che Eigen­schaft“ des Unter­neh­mens fest, und regelt als Kon­se­quenz die­ser recht­li­chen Qua­li­fi­ka­ti­on die Abga­be­pflicht des Inha­bers des Unter­neh­mens [5]. Eine Dif­fe­ren­zie­rung nach abga­be­pflich­ti­gen Tätig­keits­be­rei­chen ist dage­gen auf­grund der durch die Sys­te­ma­tik des KSVG vor­ge­ge­be­nen Unter­schei­dung zwi­schen dem Erfas­sungs­be­scheid, der auf einer ers­ten Stu­fe über die Abga­be­pflicht dem Grun­de nach ent­schei­det, und dem Abga­be­be­scheid, der die abga­be­pflich­ti­gen Ent­gel­te und die sich dar­aus erge­ben­de Höhe der Abga­be fest­legt, im Regel­fall erst in Letz­te­rem vor­zu­neh­men. Da aber ande­rer­seits die Abga­be­tat­be­stän­de des § 24 KSVG tätig­keits­be­zo­gen for­mu­liert sind [6], muss bereits aus dem Erfas­sungs­be­scheid klar her­vor­ge­hen, ob Gegen­stand der Prü­fung der Abga­be­pflicht das gesam­te Tätig­keits­spek­trum eines Unter­neh­mens ist oder ob nur ein­zel­ne Tätig­keits­be­rei­che bewer­tet wur­den. Die­se Not­wen­dig­keit besteht umso eher, je viel­fäl­ti­ger und aus­dif­fe­ren­zier­ter das Tätig­keits­spek­trum eines Unter­neh­mens ist – ins­be­son­de­re aber dann, wenn ein Unter­neh­men über meh­re­re orga­ni­sa­to­risch abgrenz­ba­re Tätig­keits­be­rei­che ver­fügt [7]. In sol­chen Fäl­len muss der Erfas­sungs­be­scheid kon­kret erken­nen las­sen, für wel­che Tätig­keits­be­rei­che die Abga­be­pflicht bejaht wor­den ist [8]. Dies gebie­tet nicht nur die dem Erfas­sungs­be­scheid zukom­men­de Zweck­be­stim­mung, son­dern auch der Bestimmt­heits­grund­satz (§ 33 SGB X).

Der Erfas­sungs­be­scheid bil­det die recht­li­che Grund­la­ge für den Abga­be­be­scheid, ist mit­hin für die­sen vor­greif­lich. In der Regel schafft erst eine – posi­ti­ve oder nega­ti­ve – Ent­schei­dung über die Zuge­hö­rig­keit zum abga­be­pflich­ti­gen Per­so­nen­kreis für die Betei­lig­ten Klar­heit dar­über, ob gezahl­te Ent­gel­te der Abga­be­pflicht unter­lie­gen. Die­sem Zweck wird der Erfas­sungs­be­scheid nur gerecht, wenn der unter­neh­mens­be­zo­ge­ne Lebens­sach­ver­halt, für den die Abga­be­pflicht dem Grun­de nach bejaht wird, aus dem Bescheid ersicht­lich ist. Andern­falls ist der Adres­sat eines Erfas­sungs­be­schei­des nicht in der Lage, den an die Abga­be­pflicht dem Grun­de nach geknüpf­ten gesetz­li­chen Mit­wir­kungs- und Neben­pflich­ten (§§ 27 ff KSVG) nach­zu­kom­men. Denn der Umfang die­ser gesetz­li­chen Aufzeichnungs‑, Aus­kunfts- und Mel­de­pflich­ten wird zwangs­läu­fig mit der Ent­schei­dung über die Abga­be­pflicht dem Grun­de nach fest­ge­legt: Zah­lun­gen an Künst­ler oder Publi­zis­ten im Rah­men der Tätig­keit eines dem Grun­de nach abga­be­pflich­ti­gen Unter­neh­mens, die nicht zu den in § 24 KSVG auf­ge­zähl­ten Tätig­keits­be­rei­chen gehö­ren, müs­sen vom Unter­neh­mer weder auf­ge­zeich­net noch der Künst­ler­so­zi­al­kas­se gemel­det wer­den [9]. Wird bei einem Unter­neh­men, das über ein brei­tes, aus­dif­fe­ren­zier­tes Betä­ti­gungs­feld mit abgrenz­ba­ren Tätig­keits­be­rei­chen ver­fügt, kei­ne ent­spre­chen­de Kon­kre­ti­sie­rung der von der Abga­be­pflicht erfass­ten Tätig­kei­ten vor­ge­nom­men, fehlt dem Erfas­sungs­be­reich ggf die nach § 33 SGB X erfor­der­li­che hin­rei­chen­de Bestimmt­heit. Die Kon­kre­ti­sie­rung trägt in die­sen Fäl­len den Inter­es­sen aller am KSVG-Rechts­ver­hält­nis Betei­lig­ten Rech­nung und dient dar­über hin­aus der Opti­mie­rung des Mel­de- und Abga­be­ver­fah­rens. Unter­neh­men, die ein dif­fe­ren­zier­tes und viel­schich­ti­ges Tätig­keits­spek­trum auf­wei­sen, sind auf eine sol­che Kon­kre­ti­sie­rung der von der Abga­be­pflicht dem Grun­de nach erfass­ten Tätig­keits­be­rei­che ange­wie­sen, um den sich hier­aus erge­ben­den Mit­wir­kungs- und Neben­pflich­ten nach­kom­men zu kön­nen und ein ord­nungs­wid­ri­ges Ver­hal­ten zu ver­mei­den (vgl § 36 Abs 2 KSVG). Die Künst­ler­so­zi­al­kas­se wird hier­durch nicht in der Wahr­neh­mung ihrer gesetz­li­chen Auf­ga­ben ein­schränkt, da sie selbst über den Umfang des Prü­fungs­ver­fah­rens vor Erlass eines Abga­be­be­schei­des und damit auch über den Gegen­stand eines nach­fol­gen­den gericht­li­chen Ver­fah­rens ent­schei­det. Erge­ben sich nach dem Abschluss eines Ver­wal­tungs­ver­fah­rens Anhalts­punk­te für wei­te­re abga­be­pflich­ti­ge, aber orga­ni­sa­ti­ons­mä­ßig abgrenz­ba­re Tätig­keits­be­rei­che des betref­fen­den Unter­neh­mens, bleibt es der Künst­ler­so­zi­al­kas­se unbe­nom­men, inso­weit ein neu­es – ergän­zen­des – Ver­wal­tungs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten.

Im vor­lie­gen­den Fall muss­te bereits im Erfas­sungs­be­scheid der von der Abga­be­pflicht dem Grun­de nach erfass­te Tätig­keits­be­reich näher umschrie­ben wer­den, um von einer hin­rei­chen­den Bestimmt­heit des Beschei­des aus­ge­hen zu kön­nen, weil die Kunst- und Kul­tur­för­de­rung des Lan­des Ber­lin eine Viel­zahl unter­schied­li­cher, aber orga­ni­sa­ti­ons­mä­ßig abgrenz­ba­rer Wir­kungs­krei­se umfasst. Das Land ist Betrei­ber zahl­rei­cher kul­tu­rel­ler und musea­ler Ein­rich­tun­gen und betreut eine Viel­zahl kul­tu­rel­ler Pro­jek­te. Auf­grund die­ser Auf­ga­ben­viel­falt sind für ein­zel­ne the­ma­tisch abgrenz­ba­re Berei­che inner­halb der für Kul­tur zustän­di­gen Abtei­lung der Senats­kanz­lei orga­ni­sa­to­risch abgrenz­ba­re Ver­wal­tungs­ein­hei­ten (Refe­ra­te) gebil­det wor­den. So besteht etwa für Ange­le­gen­hei­ten der För­de­rung von Künst­le­rin­nen und Künst­lern, Pro­jek­ten und Frei­en Grup­pen ein eigen­stän­di­ges Fach­re­fe­rat (Abtei­lung V Refe­rat D – Orga­ni­gramm der Senats­kanz­lei, Stand 04/​2012), wäh­rend zB für Ange­le­gen­hei­ten der Ein­rich­tungs­för­de­rung (für Büh­nen, Orches­ter usw) ein ande­res Fach­re­fe­rat zustän­dig ist [10]. Die­se einem Fach­re­fe­rat zuge­wie­se­nen Tätig­keits­be­rei­che der Kul­tur­för­de­rung kön­nen jeweils den Gegen­stand eines geson­der­ten Prü­fungs­ver­fah­rens nach § 24 KSVG bil­den. Dem hat die Beklag­te in dem ange­foch­te­nen Bescheid/​Widerspruchsbescheid im Ergeb­nis selbst Rech­nung getra­gen, weil sie sich allein auf die durch den Klä­ger – sei­ner­zeit noch im Aus­stel­lungs­raum „Kunst­Bank“ – durch­ge­führ­te Ver­an­stal­tung öffent­li­cher Aus­stel­lun­gen mit Wer­ken geför­der­ter Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst gestützt hat.

Die von der Beklag­ten im Gerichts­ver­fah­ren begehr­te Erwei­te­rung des Streit­ge­gen­stan­des auf die Erfas­sung der gesam­ten Tätig­keit des Klä­gers im Bereich der Kunst- und Kul­tur­för­de­rung wäre nur unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 99 SGG mög­lich gewe­sen, weil die­se Erwei­te­rung mit einer Ände­rung des Kla­ge­grun­des – also des his­to­ri­schen Lebens­sach­ver­halts, aus dem der Klä­ger sei­nen Anspruch her­lei­tet – ver­bun­den gewe­sen wäre (§ 99 Abs 3 SGG). Eine Kla­ge­än­de­rung hat im Ver­fah­ren vor dem Sozi­al­ge­richt und Lan­des­so­zi­al­ge­richt nicht statt­ge­fun­den, weil sie von den Vor­in­stan­zen offen­sicht­lich nicht als sach­dien­lich ange­se­hen wor­den ist und der Klä­ger einer sol­chen Ände­rung nicht zuge­stimmt hat (§ 99 Abs 1 SGG); sie ist im Revi­si­ons­ver­fah­ren unzu­läs­sig (§ 168 S 1 SGG). Ob im Fal­le einer zuläs­si­gen Kla­ge­än­de­rung auch die wei­te­ren Sachur­teils­vor­aus­set­zun­gen vor­ge­le­gen hät­ten, bedarf hier kei­ner nähe­ren Dar­le­gung.

Die somit allein streit­ge­gen­ständ­li­che kunst­för­dern­de Tätig­keit des Klä­gers in Form der Prä­sen­ta­ti­on von Sti­pen­dia­ten­wer­ken aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen ist aller­dings weder an einen bestimm­ten Aus­stel­lungs­raum noch an eine bestimm­te Pro­jekt­be­zeich­nung gebun­den. Daher ist die zum 1.2.2006 erfolg­te Schlie­ßung des ursprüng­lich für die Prä­sen­ta­ti­on der Sti­pen­dia­ten­wer­ke genutz­ten Aus­stel­lungs­raums „Kunst­Bank“, des­sen Bezeich­nung zugleich als Pro­jekt­na­me dien­te, für das vor­lie­gen­de Ver­fah­ren ohne Bedeu­tung, weil auch in der Fol­ge­zeit – bis heu­te – eine die­sem Pro­jekt inhalt­lich ver­gleich­ba­re Kul­tur­för­de­rung statt­fin­det, wenn auch unter einer neu­en Bezeich­nung und in ande­ren Räum­lich­kei­ten.

Gegen­stand des Ver­fah­rens ist nur der Erfas­sungs­be­scheid vom 15.11.2005 in der Gestalt des Wider­spruchs­be­schei­des vom 20.3.2006. Weder ist der vor Erlass des streit­ge­gen­ständ­li­chen Wider­spruchs­be­schei­des ergan­ge­ne Abga­be­be­scheid vom 18.1.2006 nach § 86 SGG Gegen­stand des Wider­spruchs­ver­fah­rens gewor­den noch ist der die­sen ändern­de und zwi­schen dem Erlass des Wider­spruchs­be­schei­des und der Erhe­bung der Kla­ge ergan­ge­ne Bescheid vom 22.3.2006 (Fest­set­zung der abga­be­pflich­ti­gen Ent­gel­te auf null) ent­spre­chend dem in §§ 86, 96 SGG ent­hal­te­nen Rechts­ge­dan­ken Gegen­stand des Kla­ge­ver­fah­ren gewor­den, weil die­se die Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­ben (KSA) betref­fen­den Beschei­de den ange­foch­te­nen Erfas­sungs­be­scheid weder ändern noch ergän­zen. Erfas­sungs- und Abga­be­be­scheid betref­fen viel­mehr jeweils unter­schied­li­che Rege­lungs­ge­gen­stän­de [11].

Die auch im Revi­si­ons­ver­fah­ren von Amts wegen zu beach­ten­den Sachur­tei­lungs­vor­aus­set­zun­gen lie­gen vor. Ver­fah­rens­be­tei­ligt auf der Klä­ger­sei­te ist das Land Ber­lin als Rechts­trä­ger der Behör­de, auf wel­che die Auf­ga­ben der zum Zeit­punkt des Beschei­der­las­ses zustän­di­gen Aus­füh­rungs­be­hör­de über­ge­gan­gen sind (§ 70 Nr 1 SGG iVm § 4 Abs 1 des Geset­zes über die Zustän­dig­keit in der All­ge­mei­nen Ber­li­ner Ver­wal­tung – AZG – iVm Nr 17 des All­ge­mei­nen Zustän­dig­keits­ka­ta­logs zu § 4 Abs 1 S 1 – Zust­Kat AZG iVm Abschnitt I Nr 36 Geschäfts­ver­tei­lung des Senats von Ber­lin vom 20.2.2007 [12] ). Eine Betei­lig­ten­fä­hig­keit der Behör­de selbst (§ 70 Nr 3 SGG) ist im Lan­des­recht Ber­lins nicht vor­ge­se­hen.

Zuläs­si­ge Kla­ge­art ist die – hier auch so erho­be­ne – Anfech­tungs­kla­ge (§ 54 Abs 1 S 1 SGG). Die­se hat sich durch die Schlie­ßung des Aus­stel­lungs­rau­mes „Kunst­Bank“ zum 1.2.2006 nicht pro­zes­su­al erle­digt, weil der ange­foch­te­ne Erfas­sungs­be­scheid zum einen die recht­li­che Grund­la­ge für die Zah­lung der KSA im Zeit­raum bis 1.2.2006 bil­den kann und zum ande­ren der Klä­ger auch nach die­sem Zeit­punkt noch eine dem Pro­jekt „Kunst­Bank“ inhalt­lich ver­gleich­ba­re öffent­li­che Künst­ler­för­de­rung betrie­ben hat und wei­ter­hin betreibt. So sind die künst­le­ri­schen Wer­ke von Sti­pen­dia­ten aus dem För­der­zeit­raum 2005/​2006 auf Initia­ti­ve der sei­ner­zeit noch für die Künst­ler­för­de­rung zustän­di­gen Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur in Zusam­men­ar­beit mit dem NBK in den Räum­lich­kei­ten der „Stif­tung Ber­li­ni­sche Gale­rie“ aus­ge­stellt wor­den. Auch nach dem Wech­sel der Zustän­dig­keit in den Auf­ga­ben­be­reich der Senats­kanz­lei wer­den unter deren Feder­füh­rung wei­ter­hin die Wer­ke von geför­der­ten Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen prä­sen­tiert. Im Jahr 2007 fand zwar kei­ne sol­che Aus­stel­lung statt, aber seit 2008 wer­den die Prä­sen­ta­tio­nen in Zusam­men­ar­beit mit der „Neu­en Gesell­schaft für Bil­den­de Kunst e.V.“ in deren Räu­men durch­ge­führt. Die Tat­sa­che, dass die­se Aus­stel­lun­gen nicht mehr im Aus­stel­lungs­raum und unter der Pro­jekt­be­zeich­nung „Kunst­Bank“ ver­an­stal­tet wer­den, ist des­halb uner­heb­lich; sie sind Teil der vom Klä­ger orga­ni­sier­ten Sti­pen­dia­ten­för­de­rung und die­ser ist wei­ter­hin in die Orga­ni­sa­ti­on und Durch­füh­rung ent­spre­chen­der Ver­an­stal­tun­gen ein­ge­bun­den.

Das für die Durch­füh­rung der Anfech­tungs­kla­ge not­wen­di­ge Rechts­schutz­be­dürf­nis liegt eben­falls vor. Es wird ins­be­son­de­re nicht durch die mit Bescheid vom 22.3.2006 erfolg­te Fest­set­zung der abga­be­pflich­ti­gen Ent­gel­te auf null aus­ge­schlos­sen, denn die hier streit­ge­gen­ständ­li­che Abga­be­pflicht dem Grun­de nach besteht unab­hän­gig davon, ob tat­säch­lich Ent­gel­te für künst­le­ri­sche oder publi­zis­ti­sche Leis­tun­gen gezahlt wer­den, von denen die Künst­ler­so­zi­al­kas­se zu ent­rich­ten ist [13]. Maß­geb­lich hier­für ist die unmit­tel­bar aus der Sys­te­ma­tik des KSVG fol­gen­de zwei­pha­si­ge Aus­ge­stal­tung des Ver­fah­rens zur Fest­stel­lung und Erhe­bung der Künst­ler­so­zi­al­kas­se, mit einer dem Abga­be­recht ver­gleich­ba­ren Unter­schei­dung zwi­schen der Künst­ler­so­zi­al­kas­sen-Pflicht und der Künst­ler­so­zi­al­kas­sen-Schuld [14]. Obwohl der Gesetz­ge­ber bei den in § 24 Abs 1 S 1 KSVG genann­ten Unter­neh­men als typisch unter­stellt, dass sie Leis­tun­gen selbst­stän­di­ger Künst­ler oder Publi­zis­ten in Anspruch neh­men und mit­hin Ent­gel­te für deren Leis­tun­gen zah­len, gehört die ent­gelt­li­che Inan­spruch­nah­me sol­cher Leis­tun­gen in der Regel nicht zum Erfas­sungs­tat­be­stand (anders: § 24 Abs 1 S 2 und Abs 2 KSVG). Zudem erge­ben sich bereits aus der Fest­stel­lung der Abga­be­pflicht dem Grun­de nach belas­ten­de Mit­wir­kungs- und Neben­pflich­ten (vgl §§ 27 ff KSVG), die den Betrof­fe­nen selbst im Fal­le der spä­te­ren Fest­set­zung der abga­be­pflich­ti­gen Ent­gel­te auf null beschwe­ren kön­nen und des­halb die Anfech­tungs­mög­lich­keit des Erfas­sungs­be­schei­des recht­fer­ti­gen.

Der Erfas­sungs­be­scheid der Beklag­ten vom 15.11.2005 in der Gestalt des Wider­spruchs­be­schei­des vom 20.3.2006 ist im Ergeb­nis for­mell und mate­ri­ell recht­mä­ßig. Der Bescheid ist gegen den rich­ti­gen Adres­sa­ten gerich­tet, der ein Unter­neh­men iS von § 24 KSVG betreibt. Zwar han­delt es sich dabei weder um eine Gale­rie noch um einen Kunst­han­del und auch nicht um ein sons­ti­ges Unter­neh­men iS von § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG; der Klä­ger ist jedoch nach § 24 Abs 1 S 1 Nr 7 KSVG zur KSA ver­pflich­tet, weil er Wer­bung oder Öffent­lich­keits­ar­beit für Drit­te betreibt.

Der ange­foch­te­ne Bescheid ist gegen den rich­ti­gen Adres­sa­ten erlas­sen wor­den. Zum Zeit­punkt der Beschei­der­tei­lung fie­len die Ange­le­gen­hei­ten der Kunst- und Kul­tur­för­de­rung in die Zustän­dig­keit der Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur [15]. Im Zuge der 2006/​2007 vor­ge­nom­me­nen Neu­struk­tu­rie­rung der Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur wur­de das Res­sort Kul­tur in die Zustän­dig­keit der Senats­kanz­lei über­führt [16], wel­che inso­weit als Nach­fol­ge­be­hör­de der Senats­ver­wal­tung fun­giert.

Ohne Bedeu­tung ist es, dass die Adres­sie­rung der streit­ge­gen­ständ­li­chen Beschei­de an die ursprüng­lich zustän­di­ge Aus­füh­rungs­be­hör­de – die Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur – erfolgt ist, ohne das Land Ber­lin als Rechts­trä­ger zu benen­nen. Bei objek­ti­ver Betrach­tungs­wei­se bezieht sich der Rege­lungs­ge­halt der Beschei­de unzwei­fel­haft auf das Land Ber­lin als Rechts­trä­ger der öffent­li­chen Kunst- und Kul­tur­för­de­rung und nicht auf die sei­ner­zeit zustän­di­ge Senats­ver­wal­tung für Wis­sen­schaft, For­schung und Kul­tur als aus­füh­ren­de Behör­de [17].

Rechts­grund­la­ge für die Ein­be­zie­hung des Klä­gers in den Kreis der abga­be­pflich­ti­gen Ver­wer­ter künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Wer­ke oder Leis­tun­gen ist § 24 Abs 1 KSVG in der hier maß­geb­li­chen Fas­sung durch das Zwei­te Gesetz zur Ände­rung des Künst­ler­so­zi­al­ver­si­che­rungs­ge­set­zes und ande­rer Geset­ze vom 13.6.2001 [18]. Danach sind Unter­neh­mer dem Grun­de nach zur KSA ver­pflich­tet, wenn sie eines der in § 24 KSVG genann­ten kunst­ver­mark­ten­den bzw kunst­ver­wer­ten­den Unter­neh­men betrei­ben.

Der Klä­ger betreibt mit der Prä­sen­ta­ti­on der Wer­ke geför­der­ter Sti­pen­dia­ten – hier aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst – in öffent­li­chen Aus­stel­lun­gen ein Unter­neh­men iS des § 24 KSVG. Dem steht nicht ent­ge­gen, dass der Klä­ger als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts mit die­ser Art der Kunst­för­de­rung kei­ne Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht ver­folgt, son­dern in Wahr­neh­mung öffent­li­cher Auf­ga­ben han­delt (§ 4 Abs 1 AZG iVm Nr 17 Zust­Kat AZG). Im KSVG gilt ein sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­cher, am Zweck des KSVG aus­ge­rich­te­ter Unter­neh­mer­be­griff [19]. Maß­ge­bend für die­sen Unter­neh­mer­be­griff ist nicht eine mit Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht vor­ge­nom­me­ne Ver­mark­tung künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Leis­tun­gen, son­dern deren Inan­spruch­nah­me und Ver­wer­tung für eige­ne Zwe­cke. Daher unter­lie­gen auch juris­ti­sche Per­so­nen des öffent­li­chen Rechts der Abga­be­pflicht nach § 24 KSVG, und zwar selbst dann, wenn sie – wie vor­lie­gend – bei der Ver­wer­tung von Kunst oder Publi­zis­tik gera­de in Erfül­lung öffent­li­cher Auf­ga­ben tätig wer­den [20].

Der Klä­ger betreibt die­se Tätig­keit auch mit der für den Begriff des Unter­neh­mens erfor­der­li­chen Nach­hal­tig­keit, dh nicht nur gele­gent­lich. Das Erfor­der­nis der Nach­hal­tig­keit setzt eine auf Wie­der­ho­lung und unbe­stimm­te Dau­er ange­leg­te Betä­ti­gung vor­aus [21]. Hier­für sind sowohl Bedeu­tung und Umfang der Betä­ti­gung als auch deren Häu­fig­keit im Jahr maß­ge­bend. Dabei ist die Häu­fig­keit einer Ver­an­stal­tung in ihrer Bedeu­tung für die Abga­be­pflicht umso gerin­ger, je umfang­rei­cher und geziel­ter die orga­ni­sa­to­ri­schen Vor­be­rei­tun­gen sind. Umge­kehrt liegt bei einer Häu­fig­keit von zwei bis drei Ver­an­stal­tun­gen pro Jahr auch ohne wei­ter­rei­chen­de Pla­nung und Orga­ni­sa­ti­on eine hin­rei­chend inten­si­ve unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit vor, um sie der Abga­be­pflicht nach dem KSVG zu unter­wer­fen [22]. Die vom Klä­ger in Zusam­men­ar­beit mit dem NBK und spä­ter mit der „Neu­en Gesell­schaft für Bil­den­de Kunst e.V.“ orga­ni­sier­ten und im monat­li­chen Wech­sel statt­fin­den­den Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen erfül­len die­se Vor­aus­set­zun­gen, zumal die Vor­be­rei­tung die­ser Aus­stel­lun­gen mit einem nicht unbe­deu­ten­den orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­wand ver­bun­den ist (Wer­bung durch Fly­er im Vor­feld der Aus­stel­lung, Erstel­lung von Pres­se­infor­ma­ti­on, Erar­bei­tung des Aus­stel­lungs­kon­zepts, Kon­takt mit den Künst­lern usw).

Soweit das Bun­des­so­zi­al­ge­richt in stän­di­ger Recht­spre­chung für den Unter­neh­mens­be­griff des KSVG neben einer nach­hal­ti­gen Tätig­keit die Absicht der Erzie­lung von Ein­nah­men for­dert [23], ist die­se Vor­aus­set­zung vor­lie­gend eben­falls erfüllt. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat es in die­sem Zusam­men­hang als aus­rei­chend ange­se­hen, wenn zwi­schen der Ver­wer­tung künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Leis­tun­gen und der Erzie­lung von Ein­nah­men nur eine mit­tel­ba­re Ver­bin­dung besteht. Es genügt inso­weit, dass die Kunst­ver­wer­tung im Zusam­men­hang mit Auf­ga­ben steht, die aus Haus­halts­zu­wei­sun­gen, aus Bei­trä­gen oder aus ande­ren Ein­nah­men finan­ziert wer­den [24]. Dabei kön­nen die unter­schied­lichs­ten Tätig­keits­be­rei­che betrof­fen sein; ent­schei­dend ist, dass es sich um die Erfül­lung einer öffent­li­chen Auf­ga­be han­deln muss. So liegt es hier – sowohl die Sti­pen­dia­ten­för­de­rung im Bereich der Bil­den­den Kunst als auch die Durch­füh­rung von Aus­stel­lun­gen in die­ser Spar­te wer­den durch Haus­halts­mit­tel des Lan­des Ber­lin finan­ziert [25].

Der Klä­ger betreibt mit der Prä­sen­ta­ti­on der Wer­ke geför­der­ter Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst – ent­ge­gen der ursprüng­li­chen Annah­me der Beklag­ten im Erfas­sungs­be­scheid – weder eine Gale­rie noch einen Kunst­han­del iS von § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG.

Nach die­ser Vor­schrift sind Unter­neh­mer zur KSA ver­pflich­tet, die mit Wer­ken der Bil­den­den Kunst Han­del trei­ben. Wäh­rend der Ober­be­griff des Kunst­han­dels nicht an eine Räum­lich­keit gebun­den ist und somit zB auch den Kata­log- und Inter­net­han­del mit Wer­ken der Bil­den­den Kunst umfasst, umschreibt der Gale­rie­be­griff des § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG den sta­tio­nä­ren Kunst­han­del, bei dem Wer­ke der Bil­den­den Kunst in eigens dafür unter­hal­te­nen Räum­lich­kei­ten mit der nach außen erkenn­ba­ren Absicht ihres Ver­kaufs aus­ge­stellt wer­den. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat bereits in einer frü­he­ren Ent­schei­dung den (beab­sich­tig­ten) Han­del mit Kunst als not­wen­di­ge Vor­aus­set­zung für den Gale­rie­be­griff des KSVG gewer­tet [26]. An die­ser Aus­le­gung des Gale­rie­be­griffs wird fest­ge­hal­ten. Hier­für spricht neben der die­ser Begriff­lich­keit in Fach­krei­sen bei­gemes­se­nen Bedeu­tung auch der Sinn und Zweck des in § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG gere­gel­ten Abga­ben­tat­be­stands und des­sen sys­te­ma­ti­sche Stel­lung. Gale­rien sind Mitt­ler zwi­schen Künst­lern und inter­es­sier­ten Samm­lern oder Muse­en. Die Auf­ga­be des Gale­ris­ten besteht ua dar­in, unbe­kann­te Künst­ler zu ent­de­cken, durch die Aus­stel­lung ihrer Wer­ke zu för­dern und an den Kunst­markt her­an­zu­füh­ren (vgl Berufs­bild „Gale­rist“ des Ver­ban­des Deut­scher Kunst­his­to­ri­ker e.V.), dh die Aus­stel­lung der Wer­ke erfolgt mit dem Ziel ihres Ver­kaufs. Dem­entspre­chend wird die Auf­ga­be des Gale­ris­ten in Fach­krei­sen als im Span­nungs­feld zwi­schen Kunst und Wirt­schaft­lich­keit ste­hend beschrie­ben. Bestä­tigt wird die­se Aus­le­gung des Begriffs „Gale­rie“ durch den Umstand, dass der Abga­be­tat­be­stand des § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG neben den Gale­rien auch den Kunst­han­del als abga­be­pflich­ti­ge Unter­neh­mens­form bezeich­net. Bei Unter­neh­men des Kunst­han­dels steht eben­falls die Ver­mark­tung künst­le­ri­scher Wer­ke im Vor­der­grund. Einen Kunst­han­del betreibt, wer künst­le­ri­sche Wer­ke mit dem Ziel der Wei­ter­ver­äu­ße­rung erwirbt oder sie in Kom­mis­si­on nimmt [27]. Die Zusam­men­fas­sung von Gale­rien und Kunst­hand­lun­gen in einem Abga­be­tat­be­stand zeigt, dass auch der Gale­rie­be­griff die Absicht der Kunst­ver­mark­tung vor­aus­setzt. Bei bei­den in § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG auf­ge­zähl­ten Unter­neh­mern unter­stellt der Gesetz­ge­ber als typisch, dass sie Leis­tun­gen selbst­stän­di­ger Bil­den­der Künst­ler gegen Ent­gelt in Anspruch neh­men, um dar­aus Ein­nah­men zu erzie­len [28], sie also zu ver­mark­ten.

Hier­von aus­ge­hend betreibt der Klä­ger mit dem Kunst­för­der­pro­jekt „Kunst­Bank“ bzw mit inhalt­lich ver­gleich­ba­ren För­der­pro­gram­men kei­ne Gale­rie und auch kei­nen Kunst­han­del iS von § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG. Zwar initi­iert und orga­ni­siert er im monat­li­chen Wech­sel öffent­li­che Aus­stel­lun­gen für die von ihm durch Arbeits­sti­pen­di­en geför­der­ten Künst­le­rin­nen und Künst­ler aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst, die bis zum 1.2.2006 sogar in einem eigens dafür vor­ge­hal­te­nen Raum der Senats­ver­wal­tung statt­fan­den. Aller­dings war nach den die Revi­si­ons­in­stanz bin­den­den Fest­stel­lun­gen des LSG (§ 163 SGG) ein Ver­kauf der aus­ge­stell­ten Wer­ke durch den Klä­ger oder die aus­stel­len­den Künst­ler weder vor­ge­se­hen noch ist eine ent­spre­chen­de Ver­kaufs­ab­sicht anhand objek­ti­ver Umstän­de spä­ter erkenn­bar gewor­den. Es han­delt sich nicht um eine Verkaufs‑, son­dern um eine rei­ne Prä­sen­ta­ti­ons­aus­stel­lung, die nicht der Ver­mark­tung der aus­ge­stell­ten künst­le­ri­schen Wer­ke dient. Die von den Sti­pen­dia­ten erstell­ten künst­le­ri­schen Wer­ke wer­den ledig­lich im Rah­men einer öffent­li­chen Aus­stel­lung prä­sen­tiert, um einer­seits die All­ge­mein­heit über die Ergeb­nis­se der aus Haus­halts­mit­teln finan­zier­ten Kunst- und Kul­tur­för­de­rung zu infor­mie­ren und ande­rer­seits die geför­der­ten Künst­le­rin­nen und Künst­ler der inter­es­sier­ten Öffent­lich­keit vor­zu­stel­len. Die aus­ge­stell­ten und nicht preis­lich aus­ge­zeich­ne­ten Kunst­wer­ke wer­den nach dem Ende des Aus­stel­lungs­zeit­raums an die Künst­ler zurück­ge­ge­ben. Soweit ein­zel­ne Aus­stel­lungs­stü­cke nach dem Ende der Aus­stel­lung von den Künst­lern ver­kauft wer­den, bestehen kei­ne Anhalts­punk­te dafür, dass die Kon­takt­auf­nah­me zwi­schen den aus­stel­len­den Künst­lern und den End­ab­neh­mern durch die vom Klä­ger initi­ier­ten Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen kon­kret geför­dert wor­den ist. Der Klä­ger hat weder orga­ni­sa­to­ri­sche Struk­tu­ren für den Ver­kauf der aus­ge­stell­ten Wer­ke zur Ver­fü­gung gestellt noch hat er vom Ver­kauf der Wer­ke in finan­zi­el­ler Hin­sicht – etwa durch Zah­lung einer Pro­vi­si­on – pro­fi­tiert [29].

Dass sich der Klä­ger aus­weis­lich sei­ner Home­page mit dem Kul­tur­för­der­pro­jekt „Kunst­Bank“ als Teil der Ber­li­ner Gale­rie­sze­ne ver­stan­den hat, steht die­sem Ergeb­nis nicht ent­ge­gen. Der Gale­rie­be­griff des § 24 Abs 1 S 1 Nr 6 KSVG ist in dem recht­li­chen Kon­text aus­zu­le­gen, in dem er ver­wen­det wird. Bei die­ser Aus­le­gung ist das Gericht nicht an die Ein­schät­zung der Betei­lig­ten gebun­den.

Recht­lich zutref­fend hat die Vor­in­stanz auch die Vor­aus­set­zun­gen für eine Abga­be­pflicht nach § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG als nicht erfüllt ange­se­hen. Danach sind die Betrei­ber von Theater‑, Kon­zert- und Gast­spiel­di­rek­tio­nen sowie sons­ti­ge Unter­neh­men zur Künst­ler­so­zi­al­ab­ga­be ver­pflich­tet, deren wesent­li­cher Zweck dar­auf gerich­tet ist, für die Auf­füh­rung oder Dar­bie­tung künst­le­ri­scher oder publi­zis­ti­scher Wer­ke oder Leis­tun­gen zu sor­gen.

Zwar schei­det die Abga­be­pflicht des Klä­gers nach § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG nicht bereits des­halb aus, weil die Dar­bie­tung von Wer­ken der Bil­den­den Kunst in den Abga­be­tat­be­stän­den des § 24 Abs 1 S 1 Nr 2 und 6 KSVG eine spe­zi­el­le Rege­lung erfah­ren hat [30]. Denn der Gesetz­ge­ber hat nach dem Inkraft­tre­ten des KSVG ein Bedürf­nis dafür gese­hen, neben der detail­lier­ten Auf­füh­rung typi­scher Kunst­ver­wer­ter Auf­fang­tat­be­stän­de zu schaf­fen, um nicht nur die Ver­mark­ter, son­dern auch die Ver­wer­ter von Kunst im Inter­es­se der Gleich­be­hand­lung mög­lichst umfas­send in die Abga­be­pflicht ein­zu­be­zie­hen [31]. Dem dien­te ins­be­son­de­re die mit Gesetz vom 20.12.1988 [32] ein­ge­führ­te Erwei­te­rung des in § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG gere­gel­ten Abga­be­tat­be­stan­des um die sog „klei­ne Gene­ral­klau­sel“ [33]. Der Klä­ger betreibt mit der Orga­ni­sa­ti­on von Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen im Bereich der Bil­den­den Kunst indes kein „sons­ti­ges Unter­neh­men“, des­sen wesent­li­cher Zweck auf die Auf­füh­rung oder Dar­bie­tung künst­le­ri­scher Wer­ke gerich­tet ist.

Der wesent­li­che Zweck eines Unter­neh­mens, der nicht mit sei­nem über­wie­gen­den Zweck gleich­zu­set­zen ist [34], wird durch sei­ne prä­gen­den Auf­ga­ben und Zie­le gekenn­zeich­net [35]. Bei Behör­den oder öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen wird der wesent­li­che Unter­neh­mens­zweck durch die ihnen gesetz­lich zuge­wie­se­nen Pflicht­auf­ga­ben bestimmt [36]. Hier­von aus­ge­hend sind die Vor­aus­set­zun­gen des in § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG gere­gel­ten Abga­be­tat­be­stands nicht erfüllt. Zwar ist das Land Ber­lin auf­grund des ver­fas­sungs­recht­li­chen Auf­trags zum Schutz und zur För­de­rung der Kul­tur (Art 20 Abs 2 Ver­fas­sung des Lan­des Ber­lin) auch für die Lan­des­an­ge­le­gen­hei­ten der Kul­tur zustän­dig (§ 4 Abs 1 AZG iVm Nr 17 Abs 2 Zust­Kat AZG), ohne aller­dings nach dem Gesetz zu einer bestimm­ten Art der Kunst- und Kul­tur­för­de­rung ver­pflich­tet zu sein. Das Land kann viel­mehr im Rah­men der gesetz­li­chen Auf­ga­ben­zu­wei­sung und unter Berück­sich­ti­gung der hier­für im Haus­halts­plan zur Ver­fü­gung gestell­ten Mit­tel über Art und Umfang die­ser För­de­rung nach frei­em Ermes­sen ent­schei­den. Die Kunst- und Kul­tur­för­de­rung im All­ge­mei­nen und die Sti­pen­dia­ten­för­de­rung im Bereich der Bil­den­den Kunst im Beson­de­ren sind somit kei­ne lan­des­recht­li­che Pflicht­auf­ga­be und gehö­ren des­halb nicht zu den wesent­li­chen Auf­ga­ben des Lan­des Ber­lin.

Aus die­sem Grun­de kann hier offen­blei­ben, ob aus der in § 24 Abs 1 S 1 Nr 3 KSVG vor­ge­nom­me­nen gesetz­li­chen Gleich­stel­lung der „sons­ti­gen Unter­neh­men“ mit Theater‑, Kon­zert- und Gast­spiel­di­rek­tio­nen folgt, dass von der „klei­nen Gene­ral­klau­sel“ nur sol­che Unter­neh­men erfasst wer­den, die am Markt über­wie­gend wie eine Theater‑, Kon­zert- und Gast­spiel­di­rek­ti­on fun­gie­ren und deren Orga­ni­sa­ti­on und Arbeits­wei­se der­je­ni­gen der benann­ten Unter­neh­men ent­spricht [37] – etwa Promotion‑, Event- und Wer­be­agen­tu­ren oder sons­ti­ge kul­tu­rel­le Unter­neh­mun­gen [38].

Der Klä­ger ist jedoch nach § 24 Abs 1 S 1 Nr 7 KSVG zur KSA ver­pflich­tet. Nach die­ser Vor­schrift unter­lie­gen Unter­neh­mer der Abga­be­pflicht, die Wer­bung oder Öffent­lich­keits­ar­beit für Drit­te betrei­ben.

Der Klä­ger betreibt mit der Ver­öf­fent­li­chung von Pres­se­mit­tei­lun­gen und Fly­ern über die von ihm initi­ier­ten Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen sowie mit dem sei­ner­zeit für das Kul­tur­för­der­pro­jekt „Kunst­Bank“ gestal­te­ten Inter­net­auf­tritt Wer­bung und Öffent­lich­keits­ar­beit für die aus­stel­len­den Künst­le­rin­nen und Künst­ler. Der in § 24 Abs 1 S 1 Nr 7 KSVG ver­wen­de­te Begriff der Wer­bung beschränkt sich nicht auf die posi­ti­ve Dar­stel­lung eines Unter­neh­mens in der Öffent­lich­keit und sei­ner Leis­tun­gen (Image­pfle­ge) zum Zwe­cke der Gewin­nung von Kun­den im Sin­ne einer kom­mer­zi­el­len Waren- bzw Pro­dukt­wer­bung [39], son­dern er gilt auch dann, wenn unter Ein­satz von Wer­be­mit­teln auf eine bestimm­te Per­son und ihr Wir­ken oder eine bestimm­te Ver­an­stal­tung auf­merk­sam gemacht wird. Öffent­lich­keits­ar­beit im Sin­ne des § 24 Abs 1 S 1 Nr 7 KSVG ist durch das metho­di­sche Bemü­hen eines Unter­neh­mens, einer Insti­tu­ti­on, einer Grup­pe oder einer Per­son um das Ver­ständ­nis und das Ver­trau­en der Öffent­lich­keit durch den Auf­bau und die Pfle­ge von Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­zie­hun­gen gekenn­zeich­net [40].

Mit dem Inter­net­auf­tritt der Senats­ver­wal­tung zum Kul­tur­för­der­pro­jekt „Kunst­Bank“, den im Vor­feld aller Sti­pen­dia­ten­aus­stel­lun­gen erstell­ten Fly­ern und den durch die Senats­ver­wal­tung bzw Senats­kanz­lei ver­öf­fent­lich­ten Pres­se­mit­tei­lun­gen über die Sti­pen­dia­ten sowie die aus­ge­stell­ten Wer­ke beab­sich­tigt der Klä­ger einer­seits, die inter­es­sier­te Öffent­lich­keit zum Besuch der Aus­stel­lun­gen zu ver­an­las­sen, um so einen publi­kums­wirk­sa­men Nach­weis sei­ner Kunst­för­de­rung zu erhal­ten; ander­seits ver­folgt er aber auch als wesent­li­ches Ziel, die geför­der­ten Sti­pen­dia­ten aus dem Bereich der Bil­den­den Kunst einer brei­te­ren Öffent­lich­keit vor­zu­stel­len, sie bekannt zu machen und gleich­zei­tig einen Kon­takt zwi­schen den geför­der­ten Künst­lern und der Öffent­lich­keit her­zu­stel­len. Dies erfüllt den Tat­be­stand der Wer­bung und Öffent­lich­keits­ar­beit für Drit­te.

Ohne Bedeu­tung ist in die­sem Zusam­men­hang, dass der Auf­trag zur Wer­bung bzw Öffent­lich­keits­ar­beit vor­lie­gend nicht von den geför­der­ten Künst­lern – also einem Drit­ten – aus­geht. Viel­mehr ist es aus­rei­chend, wenn ent­spre­chen­de Auf­trä­ge von ande­rer Sei­te stam­men oder – gera­de im öffent­lich-recht­li­chen Bereich – Teil eines sozio-kul­tu­rel­len Pro­gramms sind, für das der Gesetz­ge­ber Haus­halts­mit­tel zur Ver­fü­gung stellt. Letz­te­res trifft im vor­lie­gen­den Fall zu, da die Wer­bung und Öffent­lich­keits­ar­beit Teil der Künst­ler­för­de­rung des Lan­des Ber­lin ist, die durch Haus­halts­mit­tel geför­dert wird [41].

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 21. Juni 2012 – B 3 KS 2/​11 R

  1. SG Ber­lin, Gerichts­be­scheid vom 03.12.2009 – S 86 KR 663/​06[]
  2. LSG Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 15.07.2011 – L 1 KR 370/​09[]
  3. BSG SozR 4–1500 § 51 Nr 4 RdNr 26 mwN[]
  4. BSG SozR 3–4100 § 242q Nr 1 S 2 f[]
  5. BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 20 S 126 f[]
  6. vgl auch BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 7 S 37 f[]
  7. offen­ge­las­sen in BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 7 S 39[]
  8. vgl BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 15 S 92[]
  9. BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 7 S 37 f – Rund­funk­an­stalt[]
  10. Abtei­lung V Refe­rat B – aaO[]
  11. stRspr, vgl BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 17 S 111 mwN zu § 96 SGG[]
  12. ABl 2007, 986 ff[]
  13. stRspr seit BSGE 64, 221, 223 = SozR 5425 § 24 Nr 2; zuletzt BSG SozR 4–5425 § 24 Nr 8 RdNr 11[]
  14. BSG SozR 4–5425 § 24 Nr 8 RdNr 33 mwN[]
  15. §§ 3, 4 Abs 1 AZG iVm Nr 17 Abs 2 Zust­Kat AZG iVm dem Beschluss über die Geschäfts­ver­tei­lung des Senats vom 24.05.2002, ABl 2002, 2062[]
  16. Abschnitt I Nr 33 bis 45 der Geschäfts­ver­tei­lung des Senats von Ber­lin vom 20.02.2007, ABl 2007, 986[]
  17. ähn­lich BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 15 S 92[]
  18. BGBl I 1027[]
  19. BT-Drucks 11/​2964 S 18; BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 2 und 3[]
  20. BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 15 S 97 f – sozia­le Künst­ler­för­de­rung durch einen Sozi­al­hil­fe­trä­ger; BSG SozR 4–5425 § 24 Nr 4 RdNr 7 – Bür­ger­funk[]
  21. BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 10 S 56 f[]
  22. BSG aaO[]
  23. vgl BSG SozR 4–5425 § 24 Nr 4 RdNr 7 mwN[]
  24. BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 6 S 33 f – Mit­glie­der­zeit­schrift; BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 8 S 42 f – päd­ago­gi­sche Hoch­schu­le; BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 15 S 97 f – öffent­li­che Künst­ler­för­de­rung durch Sozi­al­hil­fe­trä­ger; BSG SozR 4–5425 § 24 Nr 4 RdNr 7 – Bür­ger­funk[]
  25. vgl Über­sicht über die Kul­tur­aus­ga­ben der Haupt­ver­wal­tung des Lan­des Ber­lin, Stand 29.06.2007; Haus­halts­plan 2010/​2011 des Lan­des Ber­lin, S 71, 113[]
  26. BSG, Urteil vom 21.08.1996 – 3 RK 31/​95SozR 3–5425 § 24 Nr 15 S 93; offen­ge­las­sen dage­gen in BSG, Urteil vom 31.08.2000 – B 3 KR 27/​99 RSozR 3–5425 § 24 Nr 19 S 121[]
  27. Brandmüller/​Zacher, KSVG, Stand Janu­ar 2002, § 24 S 11[]
  28. BT-Drucks 8/​3172 S 19 f[]
  29. anders in BSG, Urteil vom 20.04.1994 – 3/​12 RK 33/​92SozR 3–5425 § 24 Nr 5 S 30 – Kunst­ver­ein[]
  30. in die­sem Sin­ne BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 19 S 122[]
  31. BT-Drucks 11/​3629 S 6[]
  32. BGBl I 2606[]
  33. zum Begriff vgl BSG aaO[]
  34. vgl dazu BSG SozR 4–5425 § 24 Nr 4 RdNr 18[]
  35. in die­sem Sin­ne auch BT-Drucks 13/​5108 S 17[]
  36. BSG SozR 4–5425 § 24 Nr 4 RdNr 17[]
  37. so BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 17 S 115; anders mög­li­cher­wei­se BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 19 S 122[]
  38. vgl Finke/​Brachmann/​Nordhausen, KSVG, 4. Aufl 2009, § 24 RdNr 100[]
  39. vgl dazu BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 6 S 34; Erwei­te­rung durch BSG SozR 4–5425 § 24 Nr 2 RdNr 13 zur Erfas­sung von Waren­prä­sen­ta­tio­nen durch Ver­sand­ka­ta­lo­ge[]
  40. Finke/​Brachmann/​Nordhausen, aaO, § 24 RdNr 137[]
  41. vgl BSG SozR 3–5425 § 24 Nr 15 S 96 – sozia­le Künst­ler­för­de­rung durch einen Sozi­al­hil­fe­trä­ger[]