Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts – und die einst­wei­li­ge Anor­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts

Die Vor­aus­set­zun­gen für den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung nach § 32 Abs. 1 BVerfGG, vor­läu­fig Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem SGB II zu gewäh­ren, lie­gen nicht vor, wenn der Antrag­stel­ler den von ihm gel­tend gemach­ten Anspruch auf exis­tenz­si­chern­de Leis­tun­gen teil­wei­se auf Unter­la­gen stützt, die den Fach­ge­rich­ten bei ihrer Beschluss­fas­sung nicht vor­ge­le­gen haben.

Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts – und die einst­wei­li­ge Anor­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts

Es ist mit dem aus § 90 Abs. 2 BVerfGG fol­gen­den Grund­satz der Sub­si­dia­ri­tät nicht ver­ein­bar, wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ohne vor­he­ri­ge fach­ge­richt­li­che Ent­schei­dung auf Grund­la­ge der neu­en Beweis­la­ge ent­schei­den wür­de.

Es bedurf­te daher im vor­lie­gen­den Fall kei­ner Ent­schei­dung, ob die gericht­li­che Schluss­fol­ge­rung, der Antrag­stel­ler habe in den ver­gan­ge­nen Mona­ten so wenig Geld zur Ver­fü­gung gehabt, dass er anzu­rech­nen­de Hil­fe durch Drit­te erhal­ten haben müs­se 1, ver­fas­sungs­recht­lich trag­fä­hig ist oder ob im Hin­blick auf Art.19 Abs. 4 GG eine Ent­schei­dung über die vor­läu­fi­ge Leis­tungs­ge­wäh­rung auf Grund­la­ge einer Fol­genab­wä­gung nahe gele­gen hät­te 2.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 5. Sep­tem­ber 2017 – 1 BvQ 46/​17

  1. Thür. LSG, Beschluss vom 13.07.2017 – L 7 AS 488/​17 B ER; SG Alten­burg, Beschluss vom 27.04.2017 – S 36 AS 814/​17 ER[]
  2. vgl. BVerfGK 5, 237, 242[]