Menis­kus­schä­den als Berufs­krank­heit eines Fuß­ball­pro­fis

Der unter pro­fes­sio­nel­len Bedin­gun­gen betrie­be­ne Fuß­ball­sport stellt in den obers­ten vier Spiel­klas­sen eine die Knie­ge­len­ke über­durch­schnitt­lich belas­ten­de Tätig­keit im Sin­ne der Berufs­krank­heit Nr. 2102 (Menis­kus­scha­den) dar.

Menis­kus­schä­den als Berufs­krank­heit eines Fuß­ball­pro­fis

Mit die­ser Begrün­dung hat das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den, dass die Berufs­ge­nos­sen­schaft den Menis­kus­scha­den eines Pro­fi­fuß­ball­spie­lers als Berufs­krank­heit anzu­er­ken­nen hat. Ein 1977 gebo­re­ner Pro­fi­fuß­bal­ler erlitt nach mehr­jäh­ri­ger Tätig­keit als Lizenz­spie­ler einen Menis­kus­scha­den am rech­ten Knie und bean­trag­te die Aner­ken­nung als Berufs­krank­heit. Die Berufs­ge­nos­sen­schaft lehn­te das ab. Die Menis­kus­er­kran­kung sei nicht mit der erfor­der­li­chen Wahr­schein­lich­keit auf die beruf­li­che Tätig­keit des Fuß­ball­spie­lers zurück­zu­füh­ren, da kei­ne aus­rei­chen­de Belas­tungs­in­ten­si­tät vor­ge­le­gen habe.

Nach Auf­fas­sung des Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richts stel­le der unter pro­fes­sio­nel­len Bedin­gun­gen betrie­be­ne Fuß­ball­sport zumin­dest in den obers­ten vier Spiel­klas­sen eine die Knie­ge­len­ke über­durch­schnitt­lich belas­ten­de Tätig­keit im Sin­ne der Berufs­krank­heit Nr. 2102 dar. Auf­grund der sportart­spe­zi­fi­schen Knie­be­las­tung rei­che bei einem Fuß­ball­spie­ler in der 1. bis 4. Liga eine Expo­si­ti­ons­dau­er von drei Jah­ren aus, damit eine Menis­kus­er­kran­kung mit aus­rei­chen­der Wahr­schein­lich­keit auf die sport­li­che Betä­ti­gung zurück­ge­führt wer­den kön­ne. Dies gel­te ins­be­son­de­re auch für Fuß­ball­spie­ler der 3. und 4. Liga, die – eben­so wie die Spie­ler der 1. und 2. Bun­des­li­ga – nahe­zu täg­lich trai­nier­ten. Auch sei davon aus­zu­ge­hen, dass die Knie­be­las­tung in den nied­ri­ge­ren Spiel­klas­sen (3. und 4. Liga) auf­grund der gerin­ge­ren tech­ni­schen Fer­tig­kei­ten, der schlech­te­ren Trai­nings­be­din­gun­gen sowie der stär­ker kampf- und kör­per­be­ton­ten Spiel­wei­se eher höher sei.

Ob das Menis­kus­ge­we­be des seit sei­nem sechs­ten Lebens­jahr Fuß­ball spie­len­den Klä­gers bereits zu Beginn sei­ner Lizenz­spie­ler­tä­tig­keit vor­ge­schä­digt gewe­sen sei, sei uner­heb­lich. Denn jeden­falls stel­le die Belas­tung auf­grund der mehr­jäh­ri­gen Tätig­keit als Pro­fi­fuß­ball­spie­ler eine wesent­li­che Teil­ur­sa­che für den Menis­kus­scha­den dar. Daher gab das Lan­des­so­zi­al­ge­richt dem Pro­fi­fuß­bal­ler Recht und ver­ur­teil­ten die Berufs­ge­nos­sen­schaft zur Aner­ken­nung der Menis­kus­er­kran­kung als Berufs­krank­heit.

Hes­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 13. Novem­ber 2013 – L 9 U 214/​09