Nach­zah­lungs­zeit­raum bei Ghet­to-Ren­ten

Immer noch strittg ist der­zeit der Nach­zah­lungs­zeit­raum bei Über­prü­fungs­ver­fah­ren nach dem ZRBG, d.h. die Fra­ge, ob eine Ren­te nach dem Gesetz zur Zahl­bar­ma­chung von Ren­ten aus Beschäf­ti­gun­gen in einem Ghet­to (ZRBG) bei Über­prü­fungs­ver­fah­ren rück­wir­kend ab dem 1. Juli 1997 oder nur für die letz­ten vier Jah­re nach­zu­zah­len ist.

Nach­zah­lungs­zeit­raum bei Ghet­to-Ren­ten

Hin­ter­grund die­ser Über­prü­fungs­ver­fah­ren ist eine Ände­rung der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts, mit der die Vor­aus­set­zun­gen für eine Ren­te nach dem ZRBG höchst­rich­ter­lich defi­niert wur­den. Auf die­ser Grund­la­ge haben zahl­rei­che Antrag­stel­ler im Jahr 2009 ein Über­prü­fungs­ver­fah­ren nach § 44 SGB X ein­ge­lei­tet, mit dem bereits bestands­kräf­ti­ge ableh­nen­de Ent­schei­dun­gen der Ver­wal­tung zurück­ge­nom­men wer­den kön­nen und nach des­sen Absatz 4 eine rück­wir­ken­de Zah­lung von Sozi­al­leis­tun­gen für die letz­ten vier Jah­re vor­ge­se­hen ist. In der Fol­ge wur­de den Antrag­stel­lern eine Ren­te nach dem ZRBG bewil­ligt. Aller­dings war bis­lang unklar, ob die rück­wir­ken­de Zah­lung über die letz­ten vier Jah­re hin­aus bereits ab dem 1. Juli 1997 zu erfol­gen hat, ent­spre­chend der Vor­schrift des § 3 ZRBG, wonach ein bis zum 30. Juni 2003 gestell­ter Antrag auf Ren­te aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung als am 18. Juni 1997 gestellt gilt.

Die­se Fra­ge – Nach­zah­lung ab dem 1. Juli 1997 oder nur für die letz­ten vier Jah­re – hat­te nun auch in diver­sen Ver­fah­ren das Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf erreicht – und wur­de auch dort unter­schied­lich beant­wor­tet:

So haben die 15. und die 26. Kam­mer des Sozi­al­ge­richts Düs­sel­dorf den Kla­gen auf Zah­lung der Ghet­to-Ren­te rück­wir­kend ab dem 1. Juli 1997 statt­ge­ge­ben. Dage­gen haen die 27. und die 52. Kam­mer des Sozi­al­ge­richts Düs­sel­dorf die bei ihnen anhän­gi­gen Kla­gen abge­wie­sen, da sie eine Nach­zah­lung nur für vier Jah­re als berech­tigt ansa­hen.

Aller­dings wur­de vom Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf in allen Urtei­len die Sprung­re­vi­si­on zuge­las­sen, die zwi­schen­zeit­lich auch in einer Rei­he von Fäl­len ein­ge­legt wur­den 1.

Sozi­al­ge­richt Düs­sel­dorf, Urtei­le vom 24. März 2011 – S 26 R 1789/​10; vom 4. April 2011 – S 52 R 1944/​10; vom 5. April 2011 – S 15 R 1531/​10; und vom 7. April 2011 – S 27 R 1802/​10

  1. BSG – B 5 R 38/​08 R; B 13 R 41/​11 R; B 13 R 43/​11 R; B 13 R 42/​11 R und B 13 R 40/​11 R[]