Ände­run­gen zum Jah­res­wech­sel in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung

Auch in die­sem Jahr tre­ten zum Jah­res­wech­sel wie­der eine Rei­he von Geset­zes­än­de­run­gen in Kraft. Im Bereich der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung und der Grund­si­che­rung für Arbeits­lo­se bedeu­tet dies ins­be­son­de­re:

Ände­run­gen zum Jah­res­wech­sel in der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung

Sen­kung des Bei­trags­sat­zes zur Arbeits­för­de­rung

Nach­dem die Bei­trä­ge zur Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung bereits zum 1. Janu­ar 2007 von 6,5 auf 4,2 Pro­zent gesenkt wur­den, hat der Bun­des­tag beschlos­sen, den Bei­trags­satz zur Arbeits­för­de­rung zum 1. Janu­ar 2008 noch­mals um 0,9 auf 3,3 Pro­zent zu sen­ken.

Per­spek­ti­ve 50plus geht in die zwei­te Pha­se

Mit dem 1. Janu­ar 2008 beginnt die zwei­te Pha­se des Bun­des­pro­gramms “Per­spek­ti­ve 50plus – Beschäf­ti­gungs­pak­te für Älte­re in den Regio­nen”, die sich auf einen Zeit­raum von drei Jah­ren erstre­cken wird und für die Bun­des­mit­tel in Höhe von 275 Mil­lio­nen Euro bereit­ge­stellt wer­den. Geför­dert wer­den regio­na­le Kon­zep­te von 62 Beschäf­ti­gungs­pak­ten, an denen rund 200 ARGEn, Opti­ons­kom­mu­nen und Agen­tu­ren bei getrenn­ter Auf­ga­ben­wahr­neh­mung betei­ligt sind. Das Haupt­ziel der zwei­ten Pro­gramm­pha­se ist die Inte­gra­ti­on mög­lichst vie­ler älte­rer Lang­zeit­ar­beits­lo­ser in den all­ge­mei­nen Arbeits­markt sowie die Ver­rin­ge­rung der Hil­fe­be­dürf­tig­keit und Arbeits­markt­fer­ne der Ziel­grup­pe.

Neu­es Bun­des­pro­gramm Kom­mu­nal-Kom­bi star­tet

Mit dem Bun­des­pro­gramm zur För­de­rung von zusätz­li­chen Arbeits­plät­zen, die in Regio­nen mit beson­ders hoher und ver­fes­tig­ter Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit durch Kom­mu­nen geschaf­fen wer­den (Bun­des­pro­gramm Kom­mu­nal-Kom­bi) sol­len zwi­schen dem 01.01.2008 und dem 31.12.2009 sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten in 79 Krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten mit beson­ders hoher und ver­fes­tig­ter Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit geschaf­fen wer­den. Die­se zusätz­li­chen und im öffent­li­chen Inter­es­se lie­gen­den Arbeits­plät­ze mit einer Dau­er von maxi­mal drei Jah­ren sol­len sich an Men­schen rich­ten, die seit min­des­tens zwei Jah­ren arbeits­los sind und seit min­des­tens 12 Mona­ten Arbeits­lo­sen­geld II bezie­hen. Als Arbeit­ge­ber sol­len in ers­ter Linie Arbeit­ge­ber auf der kom­mu­na­len Ebe­ne oder der Kreis­ebe­ne fun­gie­ren.

Ver­bes­ser­te Aus­bil­dungs­för­de­rung von Migran­tin­nen und Migran­ten

Zum 1. Janu­ar 2008 tritt die ver­bes­ser­te Aus­bil­dungs­för­de­rung von Migran­tin­nen und Migran­ten in Kraft. Aus­län­di­sche Jugend­li­che, die bereits lang­fris­tig auf­ent­halts­be­rech­tigt sind oder lan­ge in Deutsch­land leben und eine dau­er­haf­te Blei­be­per­spek­ti­ve haben, sol­len künf­tig auch ohne Anknüp­fung an eine vor­he­ri­ge Min­des­ter­werbs­dau­er der Eltern oder eige­ner Erwerbs­tä­tig­keit mit Berufs­aus­bil­dungs­bei­hil­fe geför­dert wer­den kön­nen. Hier­mit wird ein wich­ti­ger Bei­trag zur Inte­gra­ti­on jun­ger Aus­län­der in Deutsch­land geleis­tet und eine Zusa­ge der Bun­des­re­gie­rung aus dem Natio­na­len Inte­gra­ti­ons­plan ein­ge­löst. Die Ände­run­gen erfol­gen im Rah­men des 22. BAföG-Ände­rungs­ge­set­zes, mit dem auch die Rege­lun­gen im BAföG ent­spre­chend ange­passt wer­den.

Neu­fest­le­gung der Höhe der Bun­des­be­tei­li­gung an den Leis­tun­gen für Unter­kunft und Hei­zung im Rah­men des SGB II

Zum 1. Janu­ar 2008 wird die Höhe der Bun­des­be­tei­li­gung an den Leis­tun­gen der Unter­kunft und Hei­zung im SGB II (Grund­si­che­rung für Arbeits­lo­se – Arbeits­lo­sen­geld II) auf Basis der Ende 2006 gesetz­lich ver­an­ker­ten Anpas­sungs­for­mel für 14 Län­der auf 28,6 Pro­zent, für das Land Baden-Würt­tem­berg auf 32,6 Pro­zent sowie für das Land Rhein­land-Pfalz auf 38,6 Pro­zent gesenkt.

Ver­län­ge­rung der Rege­lung über den Ver­mitt­lungs­gut­schein

Die Rege­lung über den Ver­mitt­lungs­gut­schein (§ 412g SGB III), die bis zum 31. Dezem­ber 2007 befris­tet war, wird mit zwei Ände­run­gen bis zum 31. Dezem­ber 2010 ver­län­gert. Der Anspruch auf einen Ver­mitt­lungs­gut­schein besteht nicht mehr schon nach sechs Wochen, son­dern erst nach zwei Mona­ten Arbeits­lo­sig­keit. Lang­zeit­ar­beits­lo­se und behin­der­te Men­schen kön­nen einen Ver­mitt­lungs­gut­schein erhal­ten, bei dem bei einer Inte­gra­ti­on von min­des­tens sechs Mona­ten die zwei­te Rate um bis zu 500 Euro höher dotiert sein kann, d. h. ins­ge­samt bis zu 2.500 Euro.