Neu in 2016 – Sozi­al­recht

Auch im Bereich des Sozi­al­rechts gibt es zum Jah­res­wech­sel eini­ge Ände­run­gen, die wir hier für Sie zusam­men­ge­stellt haben:

Neu in 2016 – Sozi­al­recht

2016

  1. In der Grund­si­che­rung (ALG II) und der Sozi­al­hil­fe
    1. erhö­hen sich die  Regel­sät­ze zum Jah­res­wech­sel um 5 €. Der Regel­satz beträgt damit ab Janu­ar 2016
      1. für allein­ste­hen­de Erwach­se­ne 404 € (Regel­be­darfs­stu­fe 1);
      2. für zwei Part­ner der Bedarfs­ge­mein­schaft, die das 18. Lebens­jahr voll­endet haben, jeweils: 364 € (Regel­be­darfs­stu­fe 2);
      3. für sons­ti­ge erwerbs­fä­hi­ge Ange­hö­ri­ge einer Bedarfs­ge­mein­schaft, sofern sie das 18. Lebens­jahr voll­endet haben bzw. für erwach­se­ne Leis­tungs­be­rech­ti­ge unter 25 Jah­ren, die ohne Zusi­che­rung des Job­cen­ters umzie­hen: 324 € (Regel­be­darfs­stu­fe 3);
      4. für Jugend­li­che im 15. Lebens­jahr bis unter 18 Jah­re: 306 € (Regel­be­darfs­stu­fe 4);
      5. für Kin­der vom Beginn des 7. bis zur Voll­endung des 14. Lebens­jah­res: 270 € (Regel­be­darfs­stu­fe 5);
      6. für Kin­der bis zur Voll­endung des 6. Lebens­jah­res: 237 € (Regel­be­darfs­stu­fe 6).
    2. wer­den die aus­bil­dungs­be­glei­ten­den Hil­fen nach dem Zwölf­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch für gedul­de­te Aus­län­der geöff­net. Gleich­zei­tig wird im Rah­men der Aus­bil­dungs­för­de­rung für jun­ge Aus­län­der mit Dul­dung oder huma­ni­tä­rem Auf­ent­halts­ti­tel die Vor­auf­ent­halts­dau­er für den Bezug von Aus­bil­dungs­för­de­rung bzw. Berufs­aus­bil­dungs­bei­hil­fe von vier Jah­ren auf 15 Mona­te her­ab­ge­setzt.
  2. Im Bereich der Arbeits­för­de­rung gibt es meh­re­re Ände­run­gen:
    1. Die gesetz­li­che Bezugs­dau­er des Kurz­ar­bei­ter­geldes ver­län­gert sich von 6 auf 12 Mona­te.
      Bis­her wur­de die gesetz­li­che Bezugs­dau­er regel­mä­ßig durch Rechts­ver­ord­nun­gen des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Sozia­les über die gesetz­li­chen 6 Mona­te hin­aus ver­län­gert. Nun­mehr wird die Ver­län­ge­rung auf 12 Mona­te unmit­tel­bar im Gesetz nach­voll­zo­gen.
    2. Im Bereich des Arbeits­lo­sen­gel­des für über­wie­gend kurz befris­tet Beschäf­tig­te wird die bis­her bis Ende 2015 befris­te­te Son­der­re­ge­lung, dass die Anwart­schafts­zeit für einen Anspruch auf Arbeits­lo­sen­geld bereits durch Ver­si­che­rungs­zei­ten von min­des­tens sechs Mona­ten erfüllt wird, bis Ende 2016 ver­län­gert.
    3. Der Umla­ge­satz für das Insol­venz­geld wird durch die Insol­venz­geld­um­la­ge­satz­ver­ord­nung 2016 von bis­her 0,15 Pro­zent auf 0,12 Pro­zent gesenkt.
  3. Für die gesetz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung
    1. beträgt der Bei­trags­satz ab Janu­ar 2016
      1. in der all­ge­mei­nen Ren­ten­ver­si­che­rung: 18,7 % und
      2. in der knapp­schaft­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung: 24,8 %;
    2. steigt die Alters­gren­ze im Rah­men der 2012 gestar­te­ten schritt­wei­sen Anhe­bung um einen wei­te­ren Monat. Ver­si­cher­te, die 1951 gebo­ren sind und für die kei­ne Ver­trau­ens­schutz­re­ge­lun­gen gel­ten, errei­chen die Regel­al­ters­gren­ze daher nun­mehr erst mit 65 Jah­ren und fünf Mona­ten;
    3. beträgt der Min­dest­bei­trag zur frei­wil­li­gen Ver­si­che­rung in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ab dem 1. Janu­ar 2016 monat­lich 84,15 €.
  4. In der Alters­si­che­rung der Land­wir­te
    1. beträgt der Bei­trag im Kalen­der­jahr 2016 monat­lich 236 € (West) bzw. 206 € (Ost);
    2. wird die Hof­ab­ga­be­ver­pflich­tung wei­ter­ent­wi­ckelt. So wer­den
      1. die Hin­zu­ver­dienst­mög­lich­kei­ten für Rent­ner ver­bes­sert,
      2. die Abb­ga­be­mög­lich­kei­ten zwi­schen Ehe­gat­ten erleich­tert und
      3. die Ein­brin­gung eines land­wirt­schaft­li­chen Unter­neh­mens in eine Gesell­schaft als neu­er Abga­be­tat­be­stand aner­kannt, sofern sich der abga­be­wil­li­ge Land­wirt in der Gesell­schaft kei­ne lei­ten­de, zur Unter­neh­mer­ei­gen­schaft füh­ren­de Stel­lung ein­räu­men lässt.
  5. Im Rah­men der Berech­nung der Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge
    1. gilt ab 2016 für Beschäf­tig­te in der Gleit­zo­ne – also für Beschäf­tig­te mit einem monat­li­chen Brut­to­ent­gelt zwi­sch­ne 450,01 € und 850,00 € – ein neu­er Gleit­zo­nen­fak­tor von 0,7547;
    2. stei­gen die Sach­be­zugs­wer­te für Ver­pfle­gung von 229 € auf 236 € (davon ent­fal­len auf das Früh­stück 50 €, auf Mit­tag­essen und Abend­essen jeweils 93 €); die Sach­be­zugs­wer­te für Unter­kunft und Mie­te blei­ben dem­ge­gen­über unver­än­dert.
  6. Zwar nicht zum Jah­res­be­ginn, aber
    1. zum Beginn des Schul­jah­res 2016 und des Win­ter­se­mes­ters 2016/​2017 stei­gen die BAföG-Sät­ze um 7 %.
    2. Eben­falls zum 1. August 2016 stei­gen die Sät­ze beim Meis­ter-BAföG für die Fort­bil­dung zum Hand­werks- oder Indus­trie­meis­ter, Tech­ni­ker, Fach­wirt oder zur staat­lich geprüf­ten Erzie­he­rin.