Pfle­ge­el­tern und der Anspruch auf Eltern­geld

Ein Eltern­geld­an­spruch für ande­re als leib­li­che Kin­der besteht nur, wenn ein Kind mit dem Ziel der spä­te­ren Adop­ti­on in Pfle­ge genom­men wor­den ist.

Pfle­ge­el­tern und der Anspruch auf Eltern­geld

So hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len als ers­tes Lan­des­so­zi­al­ge­richt im Fall einer Klä­ge­rin aus Vel­bert ent­schie­den. Sie hat­te im Novem­ber 2007 ein Kind in Voll­zeit­pfle­ge auf­ge­nom­men. Die Per­so­nen­sor­ge stand wei­ter dem Jugend­amt zu. Die Klä­ge­rin hat­te ver­langt, ihr für ihre Pfle­ge­toch­ter Eltern­geld zu zah­len und sie damit eben­so zu behan­deln, wie Eltern, die Pfle­ge­kin­der mit dem Ziel der Adop­ti­on in ihren Haus­halt auf­ge­nom­men haben (so genann­te Adop­ti­ons­pfle­ge). Ihnen räumt das Bun­des­el­tern­geld­ge­setz einen Anspruch auf Eltern­geld ein. Die Klä­ge­rin hat­te argu­men­tiert, die Fami­li­en­be­zie­hung zwi­schen ihr und ihrer Pfle­ge­toch­ter sei mit der­je­ni­gen von zukünf­ti­gen Adop­tiv­el­tern zu ver­glei­chen. Sie habe ins­be­son­de­re ihre Berufs­tä­tig­keit auf­ge­ge­ben, um ihr Pfle­ge­kind zu betreu­en. Das Eltern­geld kön­ne des­halb in ihrem Fall sei­nen Zweck, Eltern bei der Erzie­hung von Kin­dern zu unter­stüt­zen, ohne wei­te­res erfül­len. Nach­dem der für die Eltern­geld­ge­wäh­rung zustän­di­ge Land­kreis Mett­mann die­sem Begeh­ren nicht ent­sprach, ist auch die Kla­ge vor dem Sozi­al­ge­richt 1 abge­wie­sen wor­den.

Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len hat in sei­ner Urteils­be­grün­dung die Auf­fas­sung des Sozi­al­ge­richts und des zustän­di­gen Land­krei­ses Mett­mann gefolgt. Ein Eltern­geld­an­spruch für ande­re als leib­li­che Kin­der bestehe nur, wenn eine auf Dau­er ange­leg­te und recht­lich ver­fes­tig­te Fami­li­en­be­zie­hung vor­liegt, ins­be­son­de­re weil ein Kind mit dem Ziel der spä­te­ren Adop­ti­on in Pfle­ge genom­men wor­den ist. An einer sol­chen ver­fes­tig­ten recht­li­chen Bin­dung feh­le es im Fall der Klä­ge­rin, weil die leib­li­che Mut­ter des Kin­des einer Adop­ti­on nicht zuge­stimmt hat­te und eine Adop­ti­ons­pfle­ge daher nicht bestand.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 9. März 2012 – L 13 EG 37/​11

  1. SG Düs­sel­dorf, Urteil vom 14.07.2011 – S 32 EG 6/​09[]