Pfle­ge­hei­me und die Ver­öf­fent­li­chung der Trans­pa­renz­be­rich­te II

Nach­dem wir vor­ges­tern über eine Ent­schei­dung des Sozi­al­ge­richts Müns­ter berich­tet haben, in der die Ver­öf­fent­li­chung eines (nega­ti­ven) Trans­pa­renz­be­rich­tes einst­wei­len unter­sagt wur­de, liegt nun eine wei­te­re Ent­schei­dung eines Sozi­al­ge­richts zu die­ser Fra­ge vor. Das Sozi­al­ge­richt Dort­mund ent­schied frei­lich genau gegen­läu­fig, dort ist der Pfle­ge­heim­trä­ger mit dem Ver­such geschei­tert, dem Lan­des­ver­band der Betriebs­kas­sen­kas­sen NRW per einst­wei­li­ger Anord­nung zu unter­sa­gen, einen Trans­pa­renz­be­richt über ein Pfle­ge­heim in Unna zu ver­öf­fent­li­chen.

Pfle­ge­hei­me und die Ver­öf­fent­li­chung der Trans­pa­renz­be­rich­te II

Der Heim­trä­ger mach­te gel­tend, der Bericht über eine Qua­li­täts­prü­fung des Medi­zi­ni­schen Diens­tes der Kran­ken­ver­si­che­rung West­fa­len-Lip­pe in sei­nem Pfle­ge­heim sei feh­ler­haft und zeich­ne ein unzu­tref­fen­des Bild der Ein­rich­tung. Zudem sei­en die Pfle­ge­ver­bän­de nicht hin­rei­chend an der Erstel­lung der Qua­li­täts­prü­fungs­richt­li­ni­en betei­ligt gewe­sen und es habe kei­ne Gele­gen­heit bestan­den, sich auf die kon­kre­te Prü­fung vor­zu­be­rei­ten.

Das Sozi­al­ge­richt Dort­mund hat den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung abge­lehnt: Der zur Ver­öf­fent­li­chung vor­ge­se­he­ne Bericht ent­hal­te zwar tat­säch­lich emp­find­li­che Vor­hal­te zu Defi­zi­ten der Pfle­ge­ein­rich­tung, die geeig­net sei­en, Inter­es­sen­ten von einer Inan­spruch­nah­me des Heims abzu­hal­ten. Es sei aber bei sum­ma­ri­scher Prü­fung im Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes nicht erkenn­bar, dass die Vor­hal­te unzu­tref­fend sei­en. Viel­mehr beru­he der sorg­fäl­tig abge­fass­te Bericht auf einer zwei­tä­gi­gen gründ­li­chen Ermitt­lung meh­re­rer Prü­fer in der Ein­rich­tung. Die Pfle­ge­ver­bän­de sei­en an der Erstel­lung der Qua­li­täts­richt­li­ni­en betei­ligt gewe­sen. Die unan­ge­mel­de­te Durch­füh­rung der Qua­li­täts­prü­fung ent­spre­che der gesetz­li­chen Vor­ga­be. So wer­de ver­mie­den, dass im Vor­feld der Bege­hung durch den MDK anders gepflegt wer­de als üblich.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Beschluss vom 11.01.2010, Az.: S 39 P 279/​09 ER

  1. SG Müns­ter – S 6 P 35/​10 ER SG[]