Reform des Meis­ter-BAFöG beschlos­sen

Nach dem Deut­schen Bun­des­tag hat heu­te auch der Bun­des­rat dem Zwei­ten Geset­zes zur Ände­rung des Auf­stiegs­fort­bil­dungs­för­de­rungs­ge­set­zes (AFBG bzw. Meis­ter-BAföG) zuge­stimmt. Das Gesetz ent­hält eine Rei­he von Ände­run­gen gegen­über dem bis­he­ri­gen Rechts­zu­stand:

Reform des Meis­ter-BAFöG beschlos­sen

So erhal­ten etwa nun auch die­je­ni­gen, die bereits eine selbst­fi­nan­zier­te Fort­bil­dung absol­viert haben, einen Rechts­an­spruch auf För­de­rung einer wei­te­ren Auf­stiegs­fort­bil­dung. Bis­lang wur­de stets nur die ers­te Auf­stiegs­fort­bil­dung geför­dert.

Fer­ner erhal­ten zukünf­tig alle, die die Prü­fung bestehen, einen Dar­le­hens­tei­ler­lass in Höhe von 25% des auf die Lehr­gangs- und Prü­fungs­ge­büh­ren ent­fal­len­den Rest­dar­le­hens. Betra­gen die Gesamt­kos­ten bei­spiels­wei­se 10.000 €, so erhal­ten erfolg­rei­che Teil­neh­mer damit ins­ge­samt statt der bis­he­ri­gen 3.050 € (30,5%) künf­tig 4.787 € (rund 48%) der Lehr­gangs- und Prü­fungs­ge­büh­ren als Zuschuss vom Staat erstat­tet.

Beson­ders deut­lich wir­ken sich die Ver­bes­se­run­gen für Fort­bil­dungs­wil­li­ge mit Kin­dern aus. Sie erhal­ten für jedes Kind statt bis­her 179 € pro Monat nun­mehr 210 €, die zudem mit 50% bezu­schusst wer­den und nicht mehr wie bis­her nur als Dar­le­hen gewährt wer­den. Für einen Ver­hei­ra­te­ten mit zwei Kin­dern erhöht sich der Unter­halts­bei­trag von 1.243 € auf 1.310 € (675 € Bedarfs­satz + 215 Euro € + 2 x 210 € Kin­der), der Zuschuss­an­teil steigt dabei von 229 € auf 439 €. Allein­er­zie­hen­de pro­fi­tie­ren zudem von einem monat­li­chen Kin­der­be­treu­ungs­zu­schuss von 113 € pro Kind unter 10 Jah­ren, der künf­tig ohne Kos­ten­nach­weis gezahlt wird.

Exis­tenz­grün­dun­gen nach der Fort­bil­dung und die Schaf­fung von Aus­bil­dungs- und Arbeits­plät­zen wer­den fort­an noch stär­ker hono­riert. Bis­lang wur­de ab einer Ein­stel­lung von min­des­tens zwei Per­so­nen ein Dar­lehen­s­er­lass in Höhe von 66% gewährt. Mit dem neu­en Gesetz reicht bereits die dau­er­haf­te Ein­stel­lung eines ein­zi­gen neu­en Mit­ar­bei­ters oder Aus­zu­bil­den­den, um einen Dar­le­hens­tei­ler­lass in Höhe von 33% zu erhal­ten.

Die­se und ande­re Leis­tungs­ver­bes­se­run­gen wer­den nach dem Inkraft­tre­ten des Geset­zes am 1. Juli 2009 künf­tig auch für die Auf­stiegs­fort­bil­dung zum Erzie­her sowie die neu ein­be­zo­ge­nen Fort­bil­dun­gen in der Alten­pfle­ge gel­ten.

Die För­der­mög­lich­kei­ten für fort­bil­dungs­wil­li­ge Migran­ten mit einer Blei­be­per­spek­ti­ve in Deutsch­land wer­den eben­falls ver­bes­sert. Vor allem müs­sen sie nicht mehr wie bis­her vor der Fort­bil­dung min­des­tens drei Jah­re lang berufs­tä­tig gewe­sen sein.