Schät­zung bei der Nach­for­de­rung von Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen in der Zeit­ar­beit

Grund­sätz­lich ist bei der Nach­er­he­bung der Bei­trä­ge zur Sozi­al­ver­si­che­rung von den bei Unwirk­sam­keit der Tarif­ver­trä­ge tat­säch­lich zuste­hen­den Arbeits­ent­gel­ten aus­zu­ge­hen. Aber selbst bei einer Berech­ti­gung zur Schät­zung müs­sen sich die Tat­sa­chen­grund­la­gen, die der Schät­zung im kon­kre­ten Fall zu Grun­de gelegt wer­den, aus dem Bei­trags­be­scheid selbst erge­ben.

Schät­zung bei der Nach­for­de­rung von Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen in der Zeit­ar­beit

So das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Schät­zung zur Nach­for­de­rung von Bei­trä­gen zur Sozi­al­ver­si­che­rung bei der Christ­li­chen Gewerk­schaf­ten für Zeit­ar­beit und Per­so­nal­ser­vice­agen­tu­ren (CGZP), dadurch, dass sie nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ar­beits­ge­richts nicht tarif­fä­hig waren und damit auch kei­ne wirk­sa­men Tarif­ver­trä­ge abschlie­ßen konn­ten 1.

In sei­nen Grün­den führt das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz aus, dass grund­sätz­lich bei der Nach­er­he­bung der Bei­trä­ge von den bei Unwirk­sam­keit der Tarif­ver­trä­ge tat­säch­lich zuste­hen­den Arbeits­ent­gel­ten aus­zu­ge­hen ist. Eine Schät­zung ist dabei nur zuläs­sig, wenn der Arbeit­ge­ber kei­ne ord­nungs­ge­mä­ßen Auf­zeich­nun­gen geführt hat.

Die­se zwi­schen den Betei­lig­ten des Ver­fah­rens strei­ti­ge Fra­ge konn­te das Lan­des­so­zi­al­ge­richt offen las­sen, weil selbst bei einer Berech­ti­gung zur Schät­zung die Tat­sa­chen­grund­la­gen, die der Schät­zung im kon­kre­ten Fall zu Grun­de gelegt wer­den, sich aus dem Bei­trags­be­scheid selbst erge­ben müs­sen. Ansons­ten ist er nicht hin­rei­chend bestimmt im Sin­ne des Geset­zes (§ 33 Abs. 1 SGB X) und damit rechts­wid­rig. Da im strei­ti­gen Bescheid ent­spre­chen­de Grund­la­gen nicht genannt waren, hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt die Anord­nung der auf­schie­ben­den Wir­kung des Wider­spruchs gegen den Bei­trags­be­scheid durch das Sozi­al­ge­richt bestä­tigt.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 14. August 2012 – L 6 223/​12 B ER

  1. BAG vom 14.12.2010 – 1 ABR 19/​10[]