Schein­selb­stän­dig­keit im Kran­ken­haus

Hat eine Fach­kran­ken­pfle­ge­rin mit einem Kran­ken­haus eine Ver­ein­ba­rung über eine frei­be­ruf­li­che Hono­rar­tä­tig­keit getrof­fen, ist aber in die Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on des Kran­ken­hau­ses ein­ge­glie­dert und arbei­tet nach Wei­sun­gen der pfle­ge­ri­schen Lei­tung und der ange­stell­ten Ärz­te, liegt eine abhän­gi­ge Beschäf­ti­gung vor.

Schein­selb­stän­dig­keit im Kran­ken­haus

Mit die­ser Begrün­dung hat das Sozi­al­ge­richt Dort­mund in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Fach­kran­ken­pfle­ge­rin für Anäs­the­sie abge­wie­sen, die sich gegen die Fest­stel­lung der Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht ihrer Tätig­keit gewehrt hat. Die Fach­kran­ken­pfle­ge­rin aus Bochum hat­te mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Essen eine Tätig­keit als Hono­rar­kraft zu einem Stun­den­satz von 45,00 Euro ver­ein­bart. Auf der Basis die­ser Ver­ein­ba­rung arbei­te­te die Pfle­ge­rin regel­mä­ßig von 7.00 bis 15.30 Uhr in dem Kran­ken­haus, über­wie­gend im Auf­wach­raum. Die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung (DRV) Bund ging im Rah­men eines Sta­tus­fest­stel­lungs­ver­fah­rens von einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung aus und stell­te die Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht der Tätig­keit fest. Dage­gen hat die Fach­kran­ken­pfle­ge­rin Kla­ge erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Sozi­al­ge­richts Dort­mund habe die Klä­ge­rin ihre Tätig­keit nach Wei­sun­gen der pfle­ge­ri­schen Lei­tung und ange­stell­ter Ärz­te erbracht. Sie sei in die Arbeits­or­ga­ni­sa­ti­on des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums und in das Pati­en­ten­ma­nage­ment des Auf­wach­raums ein­ge­glie­dert gewe­sen. Sie habe Arbeits­mit­tel und Dienst­klei­dung des Kli­ni­kums ver­wen­det. Mit der Ein­tra­gung in den Dienst­plan habe die zeit­li­che Ver­fü­gungs­frei­heit der Klä­ge­rin geen­det.

Soweit der Hono­rar­ver­trag die Lohn­fort­zah­lung im Krank­heits­fall und ein Urlaubs­geld aus­schlie­ße, kom­me dem kei­ne maß­geb­li­che Bedeu­tung zu.

Daher lie­ge nach den tat­säch­li­chen Gege­ben­hei­ten eine abhän­gi­ge Beschäf­ti­gung und damit die Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht der Tätig­keit vor, so dass vom Sozi­al­ge­richt Dort­mund die Ent­schei­dung der DRV Bund bestä­tigt wor­den ist.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 29. Okto­ber 2013 – S 25 R 2232/​12