Schwer­be­hin­der­te im öffent­li­chen Nah­ver­kehr – und ihre Kos­ten­be­tei­li­gung

Schwer­be­hin­der­te Men­schen, die infol­ge ihrer Behin­de­rung in ihrer Bewe­gungs­fä­hig­keit im Stra­ßen­ver­kehr erheb­lich beein­träch­tigt (soge­nann­tes Merk­zei­chen "G"), hilf­los oder gehör­los sind, wer­den von Unter­neh­mern, die öffent­li­chen Per­so­nen­ver­kehr betrei­ben, im Nah­ver­kehr unent­gelt­lich beför­dert, wenn ihr Schwer­be­hin­der­ten­aus­weis die ent­spre­chen­de Berech­ti­gung aus­weist (bis 31.12 2017: § 145 Abs. 1 Satz 1 Halb­satz 1 SGB IX, ab 1.01.2018: § 228 Abs. 1 Satz 1 Halb­satz 1 SGB IX).

Schwer­be­hin­der­te im öffent­li­chen Nah­ver­kehr – und ihre Kos­ten­be­tei­li­gung

Vor­aus­set­zung ist, dass der Schwer­be­hin­der­ten­aus­weis mit einer ent­spre­chen­den Wert­mar­ke ver­se­hen ist (bis 31.12 2017: § 145 Abs. 1 Satz 2 SGB IX, ab 1.01.2018: § 228 Abs. 1 Satz 2 SGB IX). Im hier strei­ti­gen Zeit­raum fie­len dafür Kos­ten von 60 € für ein Jahr bezie­hungs­wei­se 30 € für ein hal­bes Jahr an (vgl. § 145 Abs. 1 Satz 3 SGB IX in der im Zeit­raum 2011/​2012 gel­ten­den alten Fas­sung, a.F.).

Aller­dings erhal­ten ver­schie­de­ne Per­so­nen­grup­pen die Wert­mar­ke kos­ten­los (vgl. § 145 Abs. 1 Satz 5 SGB IX a.F., zwi­schen­zeit­lich: § 145 Abs. 1 Satz 10 SGB IX, ab 1.01.2018: § 228 Abs. 4 SGB IX, bei Ein­füh­rung der Rege­lung im Jahr 1984: § 57 Abs. 1 Satz 4 des Geset­zes zur Siche­rung der Ein­glie­de­rung Schwer­be­hin­der­ter in Arbeit, Beruf und Gesell­schaft – Schwer­be­hin­der­ten­ge­setz, SchwbG -). Zu die­sen Grup­pen gehö­ren die Emp­fän­ger der in der Vor­schrift auf­ge­zähl­ten bedürf­tig­keits­ab­hän­gi­gen lau­fen­den Leis­tun­gen zum Lebens­un­ter­halt, ins­be­son­de­re von Arbeits­lo­sen­geld II, Sozi­al­geld oder Sozi­al­hil­fe (vgl. jeweils Nr. 2 der Vor­schrift). Die Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz sind in der Vor­schrift dage­gen nicht genannt.

Mit dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz wur­de im Jahr 1993 für die von ihm erfass­ten Per­so­nen­grup­pen ein eigen­stän­di­ges Sys­tem exis­tenz­si­chern­der Leis­tun­gen mit regel­mä­ßig abge­senk­tem Leis­tungs­ni­veau geschaf­fen 1. Dabei sieht das Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz zwei "Leis­tungs­stu­fen" vor, zum einen die soge­nann­ten Ana­log­leis­tun­gen nach § 2 Abs. 1 Asyl­bLG, deren Bezug einen län­ge­ren Auf­ent­halt im Inland vor­aus­setzt und die im Wesent­li­chen durch einen Ver­weis auf die Vor­schrif­ten über die Sozi­al­hil­fe im Zwölf­ten Buch Sozi­al­ge­setz­buch (SGB XII) gere­gelt sind, und zum ande­ren die im Ver­hält­nis dazu deut­lich nied­ri­ge­ren Grund­leis­tun­gen nach § 3 Asyl­bLG.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die Rege­lun­gen über die Grund­leis­tun­gen im Jah­re 2012 in wesent­li­chen Tei­len für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt und zu ihrer Höhe eine auf den 1.01.2011 zurück­wir­ken­de Über­gangs­re­ge­lung erlas­sen 2. Im Anschluss dar­an wur­den durch das Gesetz zur Ände­rung des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­set­zes und des Sozi­al­ge­richts­ge­set­zes vom 10.12 2014 3 mit Wir­kung zum 1.03.2015 (vgl. Art. 3 Abs. 1 des Geset­zes) zum einen die Grund­leis­tun­gen erhöht (vgl. § 3 Asyl­bLG). Zum ande­ren wur­de der Wech­sel in den Bezug von Ana­log­leis­tun­gen nach § 2 Abs. 1 Asyl­bLG deut­lich erleich­tert und für die Inha­ber von Auf­ent­halts­ti­teln nach § 25 Abs. 5 des Geset­zes über den Auf­ent­halt, die Erwerbs­tä­tig­keit und die Inte­gra­ti­on von Aus­län­dern im Bun­des­ge­biet – Auf­ent­halts­ge­setz (Auf­en­thG) – die Zuord­nung zum Leis­tungs­sys­tem des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­set­zes auf 18 Mona­te nach der ers­ten Ent­schei­dung über die Aus­set­zung der Abschie­bung beschränkt (vgl. § 1 Abs. 1 Nr. 3 Buch­sta­be c Asyl­bLG).

Die Rege­lung über die unent­gelt­li­che Aus­ga­be der Wert­mar­ke ist weder anläss­lich der Ein­füh­rung des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­set­zes noch bei nach­fol­gen­den Geset­zes­än­de­run­gen auf die dort gere­gel­ten Leis­tun­gen erstreckt wor­den. Aller­dings hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt 4 den Emp­fän­gern von Ana­log­leis­tun­gen einen ent­spre­chen­den Anspruch zuge­bil­ligt, da die ihnen nach § 2 Abs. 1 Asyl­bLG in Ver­bin­dung mit §§ 27 ff. SGB XII gewähr­ten Leis­tun­gen lau­fen­de Leis­tun­gen für den Lebens­un­ter­halt nach dem Drit­ten und Vier­ten Kapi­tel des Sozi­al­ge­setz­buchs Zwölf­tes Buch im Sin­ne von § 145 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 SGB IX dar­stell­ten 5. Eine Aus­deh­nung auf Bezie­her ande­rer Leis­tun­gen zur Exis­tenz­si­che­rung, hin­sicht­lich derer ein ent­spre­chen­der Ver­weis in das Sozi­al­ge­setz­buch Zwölf­tes Buch nicht ange­ord­net ist, hat es dage­gen nicht für mög­lich erach­tet 6.

Die sons­ti­gen Leis­tun­gen des Sozi­al­ge­setz­bu­ches Neun­tes Buch hin­sicht­lich der Beför­de­rung schwer­be­hin­der­ter Men­schen im öffent­li­chen Per­so­nen­ver­kehr sind dage­gen Bezie­hern von Grund­leis­tun­gen nach § 3 Asyl­bLG genau­so zugäng­lich wie ande­ren schwer­be­hin­der­ten Men­schen mit ent­spre­chen­den gesund­heit­li­chen Vor­aus­set­zun­gen. Das gilt zum einen hin­sicht­lich der grund­sätz­li­chen Mög­lich­keit der bezo­gen auf die ein­zel­nen Fahr­ten ent­gelt­frei­en Beför­de­rung im Nah­ver­kehr – nur eben ohne die Mög­lich­keit, die dafür not­wen­di­ge Wert­mar­ke kos­ten­frei zu erhal­ten – und zum ande­ren für die unent­gelt­li­che Beför­de­rung einer Begleit­per­son oder spe­zi­fi­schen Gepäcks (vgl. bis 31.12 2017: § 145 Abs. 2 SGB IX, ab 1.01.2018: § 228 Abs. 6 SGB IX).

Die Beschwer­de­füh­re­rin ist ango­la­ni­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge. Sie ist 2004 als unbe­glei­te­ter min­der­jäh­ri­ger Flücht­ling in das Bun­des­ge­biet ein­ge­reist und war im strei­ti­gen Zeit­raum Inha­be­rin einer Auf­ent­halts­er­laub­nis nach § 25 Abs. 5 Auf­en­thG. Seit dem Früh­jahr 2011 bezog sie Grund­leis­tun­gen nach § 3 Asyl­bLG, wobei sie nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 18.07.2012 7 rück­wir­kend eine Nach­zah­lung auf Grund der dort vor­ge­se­he­nen Über­gangs­re­ge­lung in Höhe von 1.725,45 Euro für die Zeit von April 2011 bis Juni 2012 erhielt. Bei ihr waren im strei­ti­gen Zeit­raum ein Grad der Behin­de­rung (GdB) von 80 vom Hun­dert sowie die gesund­heit­li­chen Vor­aus­set­zun­gen unter ande­rem für das Merk­zei­chen "G" fest­ge­stellt.

Ihren im August 2011 gestell­ten Antrag auf Aus­stel­lung einer kos­ten­frei­en Wert­mar­ke zur unent­gelt­li­chen Beför­de­rung im öffent­li­chen Per­so­nen­nah­ver­kehr lehn­ten die zustän­di­gen Ver­sor­gungs­be­hör­den ab. Ihre in ers­ter Instanz erfolg­rei­che Kla­ge auf Erstat­tung der inzwi­schen für eine ab Novem­ber 2011 gül­ti­ge Wert­mar­ke gezahl­ten 60 Euro wies das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len im Beru­fungs­ver­fah­ren unter Auf­he­bung der Ent­schei­dung des Sozi­al­ge­richts ab 8. Die unent­gelt­li­che Aus­ga­be einer Wert­mar­ke sei nicht in Betracht gekom­men, da die der Beschwer­de­füh­re­rin gewähr­ten Leis­tun­gen nicht zu den in § 145 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 SGB IX a.F. genann­ten gehör­ten. Auch eine ent­spre­chen­de Anwen­dung sei anders als in den Fäl­len der Ana­log­leis­tun­gen nach § 2 Asyl­bLG nicht gebo­ten 9. Durch­grei­fen­de ver­fas­sungs­recht­li­che Beden­ken oder ein Ver­stoß gegen das Dis­kri­mi­nie­rungs­ver­bot des Über­ein­kom­mens der Ver­ein­ten Natio­nen über die Rech­te von Men­schen mit Behin­de­run­gen (UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on – UN-BRK) bestün­den nicht. Die gegen die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on gerich­te­te Beschwer­de ver­warf das Bun­des­so­zi­al­ge­richt als unzu­läs­sig 10, eben­so eine anschlie­ßend erho­be­ne Gegen­vor­stel­lung und Anhö­rungs­rü­ge.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nahm die hier­ge­gen gerich­te­te Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht zur Ent­schei­dung an:

Die Vor­aus­set­zun­gen einer Grund­satz­an­nah­me (§ 93a Abs. 2 Buch­sta­be a BVerfGG) sind nicht gege­ben.

Eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts 11 wegen grund­sätz­li­cher ver­fas­sungs­recht­li­cher Bedeu­tung anzu­neh­men, wenn sie eine ver­fas­sungs­recht­li­che Fra­ge auf­wirft, die sich nicht ohne Wei­te­res aus dem Grund­ge­setz beant­wor­ten lässt und die noch nicht durch die ver­fas­sungs­ge­richt­li­che Recht­spre­chung geklärt oder die durch ver­än­der­te Ver­hält­nis­se erneut klä­rungs­be­dürf­tig gewor­den ist. An ihrer Klä­rung muss zudem ein über den Ein­zel­fall hin­aus­ge­hen­des Inter­es­se bestehen. Das kann etwa dann der Fall sein, wenn sie für eine nicht uner­heb­li­che Anzahl von Strei­tig­kei­ten bedeut­sam ist oder ein Pro­blem von eini­gem Gewicht betrifft, das in künf­ti­gen Fäl­len erneut Bedeu­tung erlan­gen kann. Im Regel­fall besteht daher kein über den Ein­zel­fall hin­aus­rei­chen­des, die Annah­me recht­fer­ti­gen­des Inter­es­se, wenn nur die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit von nicht mehr gel­ten­dem Recht zu klä­ren ist 12.

Aus­ge­hend von die­sen Maß­stä­ben lässt sich eine grund­sätz­li­che Bedeu­tung der vor­lie­gen­den Ver­fas­sungs­be­schwer­de nicht beja­hen.

Als Fra­ge von grund­sätz­li­cher ver­fas­sungs­recht­li­cher Bedeu­tung kommt dabei von vor­ne­her­ein nur die nach der Mög­lich­keit und Not­wen­dig­keit einer ver­fas­sungs­kon­for­men Aus­le­gung der Rege­lung aus § 145 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 SGB IX a.F. (ab 1.01.2018: § 228 Abs. 4 Nr. 2 SGB IX) bezie­hungs­wei­se nach deren Ver­fas­sungs­wid­rig­keit in Betracht, soweit die Vor­schrift dazu führt, dass die Bezie­her von Grund­leis­tun­gen nach § 3 Asyl­bLG vom unent­gelt­li­chen Erwerb einer Wert­mar­ke für die kos­ten­freie Benut­zung des Per­so­nen­nah­ver­kehrs aus­ge­schlos­sen sind. Hin­sicht­lich der Revi­si­ons­zu­las­sung im Aus­gangs­ver­fah­ren, des Jus­tiz­ge­währ­leis­tungs­an­spruchs und der behaup­te­ten Gehörs­ver­let­zung sind dage­gen kei­ne Gesichts­punk­te erkenn­bar, die auch nur zu einer Aus­for­mu­lie­rung oder Prä­zi­sie­rung der dies­be­züg­li­chen ver­fas­sungs­ge­richt­li­chen Recht­spre­chung Anlass geben könn­ten; inso­weit han­delt es sich viel­mehr ersicht­lich um auf das kon­kre­te fach­ge­richt­li­che Ver­fah­ren bezo­ge­ne Fra­gen des Ein­zel­falls.

Auch mit Blick auf die mit­tel­bar ange­grif­fe­ne Vor­schrift aus § 145 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 SGB IX a.F. ist eine grund­sätz­li­che Bedeu­tung des Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­rens nicht erkenn­bar. Dies gilt umso mehr, als die Beschwer­de­füh­re­rin ihr dies­be­züg­li­ches Vor­brin­gen zen­tral auf eine Ver­let­zung des all­ge­mei­nen Gleich­heits­sat­zes und des Ver­bots der Dis­kri­mi­nie­rung schwer­be­hin­der­ter Men­schen gestützt, eine unmit­tel­ba­re Ver­let­zung des Rechts auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums aus Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 dage­gen nicht sub­stan­ti­iert gerügt hat.

Inso­fern ist in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts geklärt, dass ande­re Grund­rech­te als das auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums, wie zum Bei­spiel Art. 3 Abs. 1 GG oder Art. 6 Abs. 1 GG, für die Bemes­sung des Exis­tenz­mi­ni­mums im Sozi­al­recht kei­ne wei­te­ren Maß­stä­be zu set­zen ver­mö­gen; ent­schei­dend ist von Ver­fas­sungs wegen allein, dass für jede indi­vi­du­el­le hil­fe­be­dürf­ti­ge Per­son das Exis­tenz­mi­ni­mum nach Art. 1 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG aus­rei­chend erfasst wird 13. Inso­weit füh­ren die Dar­le­gun­gen der Beschwer­de­füh­re­rin zu einer auf die Siche­rung des Exis­tenz­mi­ni­mums bezo­ge­nen gleich­heits­wid­ri­gen Schlech­ter­stel­lung im Ver­hält­nis zu Per­so­nen­grup­pen, die Leis­tun­gen aus einem ande­ren Exis­tenz­si­che­rungs­sys­tem bezie­hen, von vorn­her­ein nicht zu Fra­gen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung.

Zudem bezieht sich die Ver­fas­sungs­be­schwer­de auf eine zwi­schen­zeit­lich maß­geb­lich ver­än­der­te Rechts­la­ge: Zwar ist die Vor­schrift über die (feh­len­de) Mög­lich­keit des kos­ten­frei­en Erhalts einer Wert­mar­ke beim Bezug bestimm­ter exis­tenz­si­chern­der Sozi­al­leis­tun­gen als sol­che zwi­schen­zeit­lich in der Sache nicht geän­dert wor­den; auch die mit dem Bun­des­teil­ha­be­ge­setz vom 23.12 2016 14 ein­her­ge­hen­de Umge­stal­tung des Sozi­al­ge­setz­bu­ches Neun­tes Buch zum 1.01.2018 bleibt inso­weit inhalt­lich ohne Fol­gen; der blo­ße Umstand, dass sich die Rege­lung nun­mehr an einem ande­ren Ort wie­der­fin­det, wür­de der Pro­ble­ma­tik nichts von ihrer grund­sätz­li­chen Bedeu­tung neh­men. Sowohl die ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen als auch die Argu­men­ta­ti­on der Beschwer­de­füh­re­rin bezie­hen sich jedoch auf eine Aus­ge­stal­tung des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­rechts, die inzwi­schen über­holt ist, die aber auf Grund der dif­fe­ren­zier­ten Anknüp­fung von § 145 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 SGB IX a.F. – und eben­so von § 228 Abs. 4 Nr. 2 SGB IX in der ab 1.01.2018 gel­ten­den Fas­sung – an die ver­schie­de­nen Exis­tenz­si­che­rungs­sys­te­me auch die ver­fas­sungs­recht­li­che Bewer­tung der strei­ti­gen Rege­lung im Schwer­be­hin­der­ten­recht unmit­tel­bar und ent­schei­dend beein­flusst: Auf die­se Wei­se hat sich näm­lich der Kreis derer, die von dem mit der Vor­schrift ver­bun­de­nen Vor­teil aus­ge­schlos­sen sind, sub­stan­ti­ell ver­klei­nert, was für die Fra­ge, ob die­ser Aus­schluss – wie von der Beschwer­de­füh­re­rin gerügt – ver­fas­sungs­wid­rig sein kann, von Bedeu­tung ist.

So begrün­det die Beschwer­de­füh­re­rin die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen bezie­hungs­wei­se der die­sen zugrun­de lie­gen­den Vor­schrif­ten damit, dass § 3 Asyl­bLG auch Per­so­nen wie sie erfas­se, obwohl ihre Blei­be­per­spek­ti­ve sich von der vie­ler Berech­tig­ter nach § 2 Asyl­bLG nicht unter­schei­de und sie daher – wie die­se – auf die mit der voll­stän­dig unent­gelt­li­chen Nut­zung des Per­so­nen­nah­ver­kehrs ver­bun­de­nen Mög­lich­kei­ten der Teil­ha­be am kul­tu­rel­len und sozia­len Leben ange­wie­sen sei. Mit ähn­li­chen Grün­den kri­ti­siert sie ihre Schlech­ter­stel­lung gegen­über Bezie­hern von Leis­tun­gen aus ande­ren Sys­te­men der Exis­tenz­si­che­rung wie der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de oder der Sozi­al­hil­fe als ver­fas­sungs­wid­rig. Damit greift sie zen­tral Gesichts­punk­te auf, die für das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in der Ent­schei­dung vom 18.07.2012 der Grund waren, § 3 Asyl­bLG in wesent­li­chen Tei­len für mit der Ver­fas­sung unver­ein­bar zu erklä­ren und den Gesetz­ge­ber zu ver­pflich­ten, unver­züg­lich für den Anwen­dungs­be­reich des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­set­zes eine Neu­re­ge­lung zur Siche­rung des men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums zu tref­fen, sowie eine Über­gangs­re­ge­lung anzu­ord­nen 15. Das hat den Gesetz­ge­ber zwi­schen­zeit­lich zu einer ent­spre­chen­den Ände­rung des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­rechts ver­an­lasst; dabei hat er nament­lich den Kreis der auf Leis­tun­gen nach § 3 Asyl­bLG ver­wie­se­nen Per­so­nen sub­stan­ti­ell ver­klei­nert, so dass sich die dar­an anknüp­fen­den, auf § 145 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 SGB IX a.F. bezo­ge­nen Fra­gen in einem wesent­lich geän­der­ten recht­li­chen Kon­text stel­len; die Annah­me einer Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der hier mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Vor­schrift im damals maß­geb­li­chen recht­li­chen Rah­men lie­ße daher kei­nes­wegs zwin­gend Rück­schlüs­se auf die heu­ti­ge Rechts­la­ge zu.

Das lässt sich nicht zuletzt dar­an ver­deut­li­chen, dass eine Per­son in der Lage, in der sich die Beschwer­de­füh­re­rin im strei­ti­gen Zeit­raum befand, nach heu­ti­gem Recht unpro­ble­ma­tisch eine kos­ten­freie Wert­mar­ke erhal­ten könn­te: Auf Grund der geän­der­ten Fas­sung von § 1 Abs. 1 Nr. 3 Buch­sta­be c Asyl­bLG gehör­te sie nach der heu­ti­gen Rechts­la­ge als Inha­be­rin eines Auf­ent­halts­ti­tels nach § 25 Abs. 5 Auf­en­thG bei einer sie­ben Jah­re zurück­lie­gen­den Ein­rei­se ganz regel­mä­ßig nicht mehr zum Kreis der Leis­tungs­be­rech­tig­ten nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz, son­dern erhiel­te Leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch oder dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwölf­tes Buch und hät­te dadurch Zugang zu einer kos­ten­frei­en Wert­mar­ke; jeden­falls aber führ­te die geän­der­te Rege­lung zu den Vor­be­zugs­zei­ten in § 2 Abs. 1 Asyl­bLG dazu, dass sie wegen des zu die­sem Zeit­punkt lang­jäh­ri­gen Auf­ent­halts im Inland bereits bei der ers­ten Inan­spruch­nah­me von Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz Ana­log­leis­tun­gen und damit nach der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts eine kos­ten­freie Wert­mar­ke erhal­ten könn­te.

Dass trotz die­ser zwi­schen­zeit­li­chen Ände­rung der recht­li­chen Lage und der Aus­sa­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zu den Ansprü­chen aus § 3 Asyl­bLG eine Annah­me ihrer auf die frü­he­re Rechts­la­ge bezo­ge­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­de zu Fra­gen füh­ren könn­te, hin­sicht­lich derer sich eine grund­sätz­li­che ver­fas­sungs­recht­li­che Bedeu­tung beja­hen lie­ße und zu der eine aus­rei­chend sub­stan­ti­ier­te Begrün­dung vor­lä­ge, ist nicht ersicht­lich und von der Beschwer­de­füh­re­rin nicht dar­ge­tan. Das käme allen­falls in Fra­ge, wenn sie hin­rei­chend sub­stan­ti­iert aus­ge­führt hät­te, dass der feh­len­de Zugang der Bezie­her von Grund­leis­tun­gen nach § 3 Asyl­bLG zu einer kos­ten­frei­en Wert­mar­ke ganz unab­hän­gig von des­sen Aus­ge­stal­tung als ver­fas­sungs­wid­rig ange­se­hen wer­den müss­te. Das hät­te eine ins Ein­zel­ne gehen­de Aus­ein­an­der­set­zung mit der Fra­ge erfor­dert, ob dies auch bei einer hin­rei­chend engen Umschrei­bung des Anwen­dungs­be­reichs von § 3 Asyl­bLG auf Per­so­nen mit einer tat­säch­lich nur kurz­fris­ti­gen Blei­be­per­spek­ti­ve in Deutsch­land zu gel­ten hät­te oder ob in die­sem Fal­le nicht mög­li­cher­wei­se doch unter­schied­li­che Mobi­li­täts­be­dürf­nis­se und damit eine aus­rei­chen­de Recht­fer­ti­gung für Dif­fe­ren­zie­run­gen beim (gänz­lich) kos­ten­frei­en Zugang zum öffent­li­chen Nah­ver­kehr und den damit ver­bun­de­nen Mobi­li­täts­mög­lich­kei­ten vor­han­den sein könn­ten 16. In die­sem Zusam­men­hang hät­te sich die Beschwer­de­füh­re­rin auch näher damit aus­ein­an­der­set­zen müs­sen, ob die voll­stän­dig kos­ten­freie Beför­de­rungs­mög­lich­keit in der wei­ten Aus­ge­stal­tung, die der Begriff des Schie­nen­ver­kehrs in § 147 Abs. 1 SGB IX a.F. (ab 1.01.2018: § 230 Abs. 1 SGB IX) gefun­den hat, nicht jeden­falls par­ti­ell über den Aus­gleich eines behin­de­rungs­be­ding­ten Nach­teils hin­aus­geht 17 und dass nach der durch­aus plau­si­blen stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts die Mobi­li­täts­för­de­rung schwer­be­hin­der­ter Men­schen grund­sätz­lich bereits durch die grund­sätz­lich kos­ten­lo­se Nut­zung des Nah­ver­kehrs erreicht und durch die regel­haft vor­ge­se­he­ne Pflicht zu einem ver­gleichs­wei­se gerin­gen Kos­ten­bei­trag nur mode­rat rela­ti­viert wer­de 18. Nach­dem die Beschwer­de­füh­re­rin über­dies eine Ver­let­zung des Rechts auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums aus Art. 1 Abs. 1 in Ver­bin­dung mit Art.20 Abs. 1 GG 19 jeden­falls nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert gerügt hat, hät­te es für die danach allein in Betracht zu zie­hen­de Ver­let­zung von Art. 3 Abs. 1 und Abs. 3 GG – auch unter Berück­sich­ti­gung der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on – der Dar­le­gung bedurft, dass dem Gesetz­ge­ber bei der Aus­ge­stal­tung des strei­ti­gen Vor­teils nicht der bei Sozi­al­leis­tun­gen übli­che wei­te Gestal­tungs­spiel­raum zustand 20 oder er die­sen über­schrit­ten haben könn­te. Das hat die Beschwer­de­füh­re­rin nicht aus­rei­chend getan.

Soweit ihre Argu­men­ta­ti­on dadurch geprägt ist, dass sie ganz grund­sätz­lich die Schlech­ter­stel­lung von Leis­tungs­be­rech­ti­gen nach § 3 Asyl­bLG gegen­über Bezie­hern von Ana­log­leis­tun­gen nach § 2 Asyl­bLG, aber auch im Ver­hält­nis zu Leis­tungs­emp­fän­gern nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch oder nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwölf­tes Buch rügt, hät­te sie ein­ge­hend dar­le­gen müs­sen, dass dies­be­züg­lich nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 18.07.2012 7 und vor dem Hin­ter­grund der bereits zitier­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts 13, wonach ande­re Grund­rech­te als das auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums für des­sen Bemes­sung kei­ne wei­te­ren Maß­stä­be zu set­zen ver­mö­gen, noch Klä­rungs­be­darf besteht.

Alter­na­tiv ist nach § 93a Abs. 2 Buch­sta­be b BVerfGG eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de zur Ent­schei­dung anzu­neh­men, wenn dies zur Durch­set­zung eines der in § 90 Abs. 1 BVerfGG genann­ten Rech­te, also eines Grund- oder grund­rechts­glei­chen Rechts, ange­zeigt ist; dies kann auch der Fall sein, wenn dem Beschwer­de­füh­rer durch die Ver­sa­gung der Ent­schei­dung zur Sache ein beson­ders schwe­rer Nach­teil ent­steht.

Eine sol­che Fall­ge­stal­tung liegt vor, wenn die gel­tend gemach­te Ver­let­zung von Grund­rech­ten oder grund­rechts­glei­chen Rech­ten beson­de­res Gewicht hat oder den Beschwer­de­füh­rer in exis­ten­ti­el­ler Wei­se betrifft. Beson­ders gewich­tig ist eine Grund­rechts­ver­let­zung, die auf eine gene­rel­le Ver­nach­läs­si­gung von Grund­rech­ten hin­deu­tet oder wegen ihrer Wir­kung geeig­net ist, von der Aus­übung von Grund­rech­ten abzu­hal­ten. Eine gel­tend gemach­te Ver­let­zung hat fer­ner dann beson­de­res Gewicht, wenn sie auf einer gro­ben Ver­ken­nung des durch ein Grund­recht gewähr­ten Schut­zes oder einem gera­de­zu leicht­fer­ti­gen Umgang mit grund­recht­lich geschütz­ten Posi­tio­nen beruht oder rechts­staat­li­che Grund­sät­ze krass ver­letzt. Eine exis­ten­ti­el­le Betrof­fen­heit des Beschwer­de­füh­rers kann sich vor allem aus dem Gegen­stand der ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung oder sei­ner aus ihr fol­gen­den Belas­tung erge­ben 21.

Die Beschwer­de­füh­re­rin macht inso­weit nur gel­tend, sie sei durch das klag­ab­wei­sen­de Urteil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts und die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on in ihren Grund­rech­ten ver­letzt, wobei "die Zurück­wei­sung einer Pri­vi­le­gie­rung nach § 145 Abs. 1 Satz 5 Nr. 2 SGB IX (a.F.) auf eine gene­rel­le Ver­nach­läs­si­gung des Grund­rechts auf Gleich­be­hand­lung und eines Ver­sto­ßes gegen die UN-BRK" hin­deu­te und in ihrer Wir­kung geeig­net sei, sie und ande­re hier­von Betrof­fe­ne von der Aus­übung ihrer Grund­rech­te abzu­hal­ten.

Ihre Aus­füh­run­gen gehen damit über die Wie­der­ga­be der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­wi­ckel­ten Maß­stä­be und die Behaup­tung, die ent­spre­chen­den Vor­aus­set­zun­gen sei­en im vor­lie­gen­den Fall erfüllt, nicht wesent­lich hin­aus. Tat­säch­lich ist dage­gen nicht ersicht­lich, dass den Ver­sor­gungs­be­hör­den, dem Lan­des­so­zi­al­ge­richt oder dem Bun­des­so­zi­al­ge­richt eine gene­rel­le Ver­nach­läs­si­gung von Grund­rech­ten vor­ge­wor­fen wer­den könn­te, sie also die Grund­rech­te nicht nur im kon­kre­ten Fall und mit Blick auf die inzwi­schen über­hol­te Rechts­la­ge nicht hin­rei­chend beach­tet haben könn­ten. Auf die feh­len­de Maß­stäb­lich­keit ande­rer Grund­rech­te als des Rechts auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums bei des­sen Bemes­sung 13 sei ergän­zend noch­mals hin­ge­wie­sen.

Umso weni­ger ist ein leicht­fer­ti­ger Umgang mit Grund­rech­ten ersicht­lich und wird als sol­cher von der Beschwer­de­füh­re­rin auch gar nicht gel­tend gemacht. Die Fach­ge­rich­te haben sich viel­mehr aus­führ­lich mit der (verfassungs-)rechtlichen Lage aus­ein­an­der­ge­setzt; dass sie danach zu der Auf­fas­sung gelangt sind, der Beschwer­de­füh­re­rin ste­he die strei­ti­ge Pri­vi­le­gie­rung nicht zu und dies sei im Ergeb­nis auch nicht ver­fas­sungs­wid­rig, lässt einen leicht­fer­ti­gen Umgang mit Grund­rech­ten nicht erken­nen.

Die Beschwer­de­füh­re­rin macht über­dies ihre exis­ten­ti­el­le Betrof­fen­heit und damit einen beson­ders schwe­ren Nach­teil gel­tend, weil sie die Kos­ten für die Wert­mar­ke selbst habe auf­brin­gen müs­sen und der Grund­rechts­ver­stoß inso­weit schwer wie­ge. Auch inso­weit gehen jedoch ihre Dar­le­gun­gen über die Wie­der­ho­lung der zu die­sem Annah­me­grund ent­wi­ckel­ten Maß­stä­be und die Behaup­tung, die­se sei­en hier erfüllt, nicht wesent­lich hin­aus. Damit ist – obwohl bei Men­schen, die auf die Grund­leis­tun­gen nach § 3 Asyl­bLG ange­wie­sen ist, zwei­fel­los schon gerin­ge finan­zi­el­le Belas­tun­gen von erheb­li­chem Gewicht sein kön­nen – ein exis­ten­ti­el­ler Nach­teil ange­sichts des Umstan­des, dass im Aus­gangs­ver­fah­ren um Kos­ten von 60 Euro für ein Jahr gestrit­ten wur­de, nicht aus­rei­chend dar­ge­legt. Dies gilt umso mehr, als die Beschwer­de­füh­re­rin für den strei­ti­gen Zeit­raum auf Grund der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 18.07.2012 7 eine Nach­zah­lung erhal­ten hat. Dabei sind in die Höhe der Leis­tun­gen, die auf Grund der vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt erlas­se­nen Über­gangs­re­ge­lung zu erbrin­gen waren, auch die regel­be­darfs­re­le­van­ten Ver­brauchs­aus­ga­ben für die Abtei­lung 7 (Ver­kehr) nach §§ 5 f. des Geset­zes zur Ermitt­lung der Regel­be­dar­fe nach § 28 Sozi­al­ge­setz­buch Zwölf­tes Buch – Regel­be­darfs-Ermitt­lungs­ge­setz (RBEG) – in der ab 1.01.2011 gel­ten­den Fas­sung ein­ge­gan­gen 22. Die­se betru­gen für Ein­per­so­nen­haus­hal­te monat­lich 22,78 € (vgl. § 5 Abs. 1 RBEG 2011). Der Jah­res­be­trag ging also über die für den Erwerb einer Wert­mar­ke not­wen­di­gen Auf­wen­dun­gen deut­lich hin­aus. Die Beschwer­de­füh­re­rin hät­te daher zumin­dest auf­zei­gen müs­sen, wel­che wei­te­ren Mobi­li­täts­be­dar­fe ihr ent­stan­den sind, aber nicht gedeckt wer­den konn­ten, um eine exis­ten­ti­el­le Betrof­fen­heit erkenn­bar wer­den zu las­sen.

Jeden­falls das auf das kon­kre­te Ver­fah­ren bezo­ge­ne und das auch für die heu­ti­ge recht­li­che Lage rele­van­te Vor­brin­gen ist im Übri­gen nicht hin­rei­chend sub­stan­ti­iert, so dass eine soge­nann­te Durch­set­zungs­an­nah­me auch unter die­sem Gesichts­punkt aus­schei­det.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 5. März 2018 – 1 BvR 2926/​14

  1. vgl. dazu aus­führ­lich BVerfGE 132, 134, 137 ff. Rn. 2 ff.[]
  2. BVerfGE 132, 134, 135 f.[]
  3. BGBl I S. 2187[]
  4. BVerfG, Urteil vom 06.10.2011 – B 9 SB 7/​10 R, BSGE 109, 154[]
  5. BSGE 109, 154, 161 Rn. 34[]
  6. vgl. BSG, Urteil vom 06.10.2011 – B 9 SB 6/​10 R, SozR 4 – 3250 § 145 Nr. 3, für Per­so­nen, die im Maß­re­gel­voll­zug wegen ihrer Bedürf­tig­keit ein Taschen­geld erhal­ten; vgl. außer­dem BSG, Urteil vom 06.10.2011 – B 9 SB 7/​10 R, BSGE 109, 154, 161 f. Rn. 36 und 167 Rn. 57[]
  7. BVerfGE 132, 134[][][]
  8. LSG NRW, Urteil vom 16.10.2013 – L 10 SB 80/​13[]
  9. Hin­weis auf BSG, Urtei­le vom 06.10.2011 – B 9 SB 6/​10 R, SozR 4 – 3250 § 145 Nr. 3 und – B 9 SB 7/​10 R, BSGE 109, 154[]
  10. BSG, Beschluss vom 12.05.2014 – B 9 SB 81/​13 B[]
  11. vgl. grund­le­gend BVerfGE 90, 22, 24 f.[]
  12. vgl. BVerfGE 91, 186, 200[]
  13. BVerfGE 125, 175, 227[][][]
  14. BGBl I S. 3234[]
  15. vgl. BVerfGE 132, 134, 135 f.[]
  16. vgl. zu ent­spre­chen­den Über­le­gun­gen sogar unmit­tel­bar im Kon­text der Rege­lun­gen des Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­set­zes und des Rechts auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums BVerfGE 132, 134, 164 f.[]
  17. vgl. in die­sem Sin­ne BT-Drs. 10/​3138, S. 35 für die Beför­de­rung im Nah­ver­kehr der Deut­schen [Bundes-]Bahn[]
  18. vgl. BSG, Urteil vom 17.07.2008 – B 9/​9a SB 11/​06 R, SozR 4 – 3250 § 145 Nr. 1, Rn. 28; BSG, Urteil vom 06.10.2011 – B 9 SB 7/​10 R, BSGE 109, 154, 162 Rn. 36; BSG, Urteil vom 25.10.2012 – B 9 SB 1/​12 R, SozR 4 – 3250 § 145 Nr. 4, Rn. 51[]
  19. dazu BVerfGE 125, 175, 222 ff.[]
  20. vgl. für vie­le BVerfGK 20, 9, 20 m.w.N.[]
  21. vgl. BVerfGE 90, 22, 25[]
  22. vgl. BVerfG, Urteil vom 18.07.2012, BVerfGE 132, 134, 135 f.[]