Sozi­al­hil­fe für die Not­fall­be­hand­lung

Bei Not­fall­be­hand­lung eines Arbeits­lo­sen­geld-II-Berech­tig­ten kann ein Erstat­tungs­an­spruch des Kran­ken­hau­ses gegen den Sozia­hil­fe­trä­ger bestehen, ent­schied jetzt das Bun­des­so­zi­al­ge­richt.

Sozi­al­hil­fe für die Not­fall­be­hand­lung

Im April 2005 wur­de ein 12jähriges Mäd­chen sta­tio­när im Kran­ken­haus Düren behan­delt. Sie und ihre 40 Jah­re alte Mut­ter hat­ten zu die­sem Zeit­punkt kei­nen Antrag auf Gewäh­rung von Arbeits­lo­sen­geld II nach dem SGB II gestellt. Da die vom Kran­ken­haus zunächst ange­gan­ge­ne Kran­ken­kas­se, die die Mut­ter der S. ange­ge­ben hat­te, die Über­nah­me der ent­stan­de­nen Behand­lungs­kos­ten wegen feh­len­der Kran­ken­ver­si­che­rung ablehn­te, wand­te sich die Klä­ge­rin als Trä­ge­rin des Kran­ken­hau­ses an den beklag­ten Sozi­al­hil­fe­trä­ger. Die­ser lehn­te die Leis­tung ab, weil S. und ihre Mut­ter dem Grun­de nach leis­tungs­be­rech­tigt nach dem SGB II sei­en und damit ein Anspruch auf Erstat­tung von Kos­ten nach § 25 SGB XII im Rah­men der Not­hil­fe gegen den Sozi­al­hil­fe­trä­ger aus­schei­de.

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat mit einer Ent­schei­dung vom 19. Mai 2009 ? B 8 SO 4/​08 R ? die Sache man­gels aus­rei­chen­der tat­säch­li­cher Fest­stel­lun­gen zum Ver­si­cher­ten­sta­tus des Mäd­chens und dazu, ob über­haupt ein Not­fall iS des § 25 SGB XII vor­lag, an das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­clen zurück­ver­wie­sen. Die Ent­schei­dung des Esse­ner Lan­des­so­zi­al­ge­richts zur grund­sätz­li­chen Anwend­bar­keit des § 25 SGB XII wur­de indes bestä­tigt. War das Mäd­chen nicht ander­wei­tig kran­ken­ver­si­chert, wären bei Bedürf­tig­keit Hil­fen zur Gesund­heit nach dem Fünf­ten Kapi­tel des SGB XII zu erbrin­gen gewe­sen. Die Gewäh­rung die­ser Leis­tun­gen ist weder nach § 5 SGB II noch nach § 21 SGB XII neben einem Anspruch auf Leis­tun­gen nach dem SGB II aus­ge­schlos­sen, wenn es an einem Antrag auf Leis­tun­gen nach dem SGB II fehlt.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 19. Mai 2009 ? B 8 SO 4/​08 R