Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht auch für ver­steck­te Lohn­zah­lun­gen

Die Zah­lung eines Zuschus­ses zur dop­pel­ten Haus­halts­füh­rung anstel­le von Gehalt ver­rin­gert nicht den Bei­trag zur Sozi­al­ver­si­che­rung.

Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflicht auch für ver­steck­te Lohn­zah­lun­gen

In einem jetzt vom Hes­si­schen Lan­des­so­zi­al­ge­richt in Darm­stadt ent­schei­de­nen Rechts­streit zahl­te ein Steu­er­be­ra­ter aus dem Lahn-Dill-Kreis sei­ner Ange­stell­ten 2 Jah­re lang einen Brut­to­lohn von knapp 500 € sowie einen steu­er­frei­en Zuschuss für dop­pel­te Haus­halts­füh­rung in Höhe von 700 € pro Monat. Jetzt muss er Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge nach­zah­len, ent­schie­den die Kas­se­ler Rich­ter.

Der Zuschuss für dop­pel­te Haus­halts­füh­rung müs­se zwar 2 Jah­re lang nicht ver­steu­ert wer­den. Sozi­al­ver­si­che­rungs­frei sei er jedoch nur, so das Hes­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt, wenn er zusätz­lich zum Lohn gezahlt wer­de. Hier­von kön­ne – so die Rich­ter – bei einem Brut­to­lohn von weni­ger als 500 € für eine in Voll­zeit täti­ge Steu­er­fach­ge­hil­fin nicht aus­ge­gan­gen wer­den. Auch für den Steu­er­be­ra­ter und sei­ne Ange­stell­te sei die­ser Lohn offen­sicht­lich nicht adäquat gewe­sen. Schließ­lich habe die Fach­an­ge­stell­te im ers­ten Monat ihrer Tätig­keit 1.100 € (brut­to) und zwei Jah­re spä­ter knapp 1.600 € (brut­to) erhal­ten – ohne zusätz­li­chen Zuschuss.

Hes­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Beschluss vom 30. Novem­ber 2009 – L 1 KR 128/​08