Sperr­zeit für Arbeits­lo­sen­geld nach Alters­teil­zeit

Schließt sich an die Frei­stel­lungs­pha­se einer Alters­zeit nicht unmit­tel­bar die Alters­ren­te an, stellt sich die Fra­ge, ob der Arbeit­neh­mer die dann ein­tre­ten­de Arbeits­lo­sig­keit selbst ver­schul­det hat mit der Fol­ge, dass beim Bezug von Arbeits­lo­sen­geld zunächst eine Sperr­zeit ein­tritt. Mit die­ser Fra­ge hat­te sich jetzt auch das Bun­des­so­zi­al­ge­richt zu beschäf­ti­gen.

Sperr­zeit für Arbeits­lo­sen­geld nach Alters­teil­zeit

Der Ent­schei­dung des Bun­des­so­zi­al­ge­richt lag dabei der Fall eines 1942 gebo­re­nen Klä­gers zugrun­de, der bis zum 30. Sep­tem­ber 2005 bei der Fir­ma H.P. in einem Arbeitsverhält­nis stand. Zuvor hat­te er im Novem­ber 2001 Alters­teil­zeit ver­ein­bart, durch die das bis dahin unbe­fris­te­te Arbeits­verhältnis ab 1. April 2002 in ein bis 30. Sep­tem­ber 2005 befris­te­tes Arbeits­ver­hält­nis, begin­nend mit dem 1. April 2002, mit einer Arbeits­pha­se bis 31. Dezem­ber 2003 und einer dar­an an­schließenden Frei­stel­lungs­pha­se umge­wan­delt wor­den war. Die beklag­te Bun­des­agen­tur für Arbeit hat die Zah­lung von Arbeits­lo­sen­geld für die Zeit vom 1. Okto­ber bis 23. Dezem­ber 2005 (12 Wochen) wegen Ein­tritts einer Sperr­zeit abge­lehnt.

Das erst­in­stanz­lich mit der Kla­ge befass­te Sozi­al­ge­richt Dort­mund gab dem Klä­ger Recht und hielt die Ver­hän­gung einer Sperr­zeit durch die Bun­des­agen­tur für Arbeit als nicht recht­mä­ßig an 1. Auf die Beru­fung der Bun­des­agen­tur für Arbeit hat das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len das Urteil des Sozi­al­ge­richts Dort­mund auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen 2.

Auf die Revi­si­on des Klä­gers hat das Bun­des­so­zi­al­ge­richt das Urteil des Lan­des­so­zi­al­ge­richts auf­ge­ho­ben und die Sache zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Lan­des­so­zi­al­ge­richt zurück­ver­wie­sen. Zwar ist das Lan­des­so­zi­al­ge­richt zu Recht bei sei­ner Ent­schei­dung davon aus­ge­gan­gen, dass der Klä­ger mit der Alters­teil­zeit­ver­ein­ba­rung das Be­schäftigungsverhältnis nicht bereits zum Beginn der Frei­stel­lungs­pha­se, son­dern erst nach Ende der Frei­stel­lungs­pha­se gelöst hat; auch in der Frei­stel­lungs­pha­se bestehen näm­lich noch Bin­dun­gen zwi­schen Arbeit­ge­ber und Arbeit­neh­mer, die die Annah­me einer Beschäf­ti­gungs­lo­sig­keit im Sin­ne eines (leis­tungs­recht­li­chen) Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis­ses ver­nei­nen las­sen. Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt hat jedoch kei­ne Fest­stel­lun­gen dazu getrof­fen, ob der Klä­ger für sein Ver­hal­ten einen wich­ti­gen Grund hat­te. Dies könn­te ins­be­son­de­re der Fall sein, wenn er zum Zeit­punkt der Ver­ein­ba­rung mit sei­nem Arbeit­ge­ber beab­sich­tigt hat, naht­los nach Ende der Alters­teil­zeit Alters­ren­te zu be­ziehen und des­halb pro­gnos­tisch von einem siche­ren Aus­schei­den aus dem Arbeits­le­ben aus­zu­ge­hen war. Wäre dies der Fall, wür­de der Ein­tritt einer Sperr­zeit den Zie­len des Alters­teil­zeit­ge­set­zes wider­spre­chen. Ein wich­ti­ger Grund für den Abschluss der Ver­einbarung mit der Arbeit­ge­be­rin könn­te auch dar­in bestehen, dass der Klä­ger mit die­ser Ver­ein­ba­rung einer ansons­ten dro­hen­den recht­mä­ßi­gen betriebs­be­ding­ten Kün­di­gung zuvor­kam.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 21. Juli 2009 – B 7 AL 6/​08 R

  1. SG Dort­mund – S 30 (28) AL 44/​06[]
  2. LSG Nord­rhein-West­fa­len – L 12 AL 47/​07[]