Unfall­ver­si­che­rung für das Fuß­ball­tur­nier

Ein Fuß­ball­tur­nier an einer Fach­hoch­schu­le unter­liegt nach einem Urteil des Sozi­al­ge­richts Det­mold nicht dem gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rungs­schutz: Ein jähr­lich durch­ge­führ­tes Tra­di­ti­ons­tur­nier, das an einer Fach­hoch­schu­le durch­ge­führt und vom All­ge­mei­nen Stu­den­ten­aus­schuss (AStA) orga­ni­siert wird, stellt kei­ne Ver­an­stal­tung im Rah­men des all­ge­mei­nen Hoch­schul­sports dar. Wenn sich einer der Teil­neh­mer ver­letzt, kann die Unfall­kas­se NRW für Leis­tun­gen – etwa die Gewäh­rung von Ver­letz­ten­geld – nicht in Anspruch genom­men wer­den.

Unfall­ver­si­che­rung für das Fuß­ball­tur­nier

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richt ist Betriebs­sport nur unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen der ver­si­cher­ten Tätig­keit zuzu­rech­nen. Es muss sich um sol­che Betä­ti­gun­gen han­deln, die einen Aus­gleich für die Arbeit bezwe­cken. Sie die­nen nicht nur den per­sön­li­chen Inter­es­sen des Beschäf­tig­ten, son­dern wesent­lich auch denen des Unter­neh­mens. Im Rah­men sport­li­cher Betä­gigung an Hoch­schu­len bedeu­tet dies, dass auch die Teil­nah­me am all­ge­mei­nen Hoch­schul­sport geschützt ist. Hier­von sind aber nur sol­che Ver­an­stal­tun­gen erfasst, die im Vor­le­sungs­ver­zeich­nis auf­ge­führt sind. Gele­gent­li­che Wett­kämp­fe gegen Mann­schaf­ten ande­rer Betriebs­sport­ge­mein­schaf­ten die­nen jedoch – wie auch im ent­schie­de­nen Fall – im wesent­li­chen den eige­nen Inter­es­sen der Teil­neh­mer. Die eige­ne Gesund­erhal­tung und die kör­per­li­che Leis­tungs­tüch­tig­keit bzw. der Ehr­geiz, sich mit ande­ren im Wett­kampf zu mes­sen, steht im Vor­der­grund.

Sozi­al­ge­richt Det­mold, Urteil vom 21.10.2010 – S 14 U 152/​08 -
[Beru­fung anhän­gig beim Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­lenL 17 U 678/​10]