Unter­stüt­zung für Opfer der DDR-Heim­erzie­hung

Opfer der DDR-Heim­erzie­hung sol­len eine Unter­stüt­zung erhal­ten. Hier­zu soll bis zum 1. Juli 2012 ein Fonds "Heim­erzie­hung in der DDR in den Jah­ren von 1949 bis 1990" ein­ge­rich­tet werden.zum 1. Juli die­ses Jah­res. Die­ser Fonds soll – wie schon der bereits ein­ge­rich­te­te Fonds "Heim­erzie­hung West" den Betrof­fe­nen hel­fen, die Fol­gen des­sen, was sie in den Hei­men erlebt und durch­lit­ten haben, zu mil­dern oder zu über­win­den.

Unter­stüt­zung für Opfer der DDR-Heim­erzie­hung

Für vie­le der Säug­lin­ge, Kin­der und Jugend­li­chen in den Hei­men der DDR gehör­ten Zwang und Gewalt zum All­tag. Das ist das zen­tra­le Ergeb­nis des Berichts "Auf­ar­bei­tung der Heim­erzie­hung in der DDR", der heu­te in Ber­lin vor­stellt wur­de. Auf der Grund­la­ge die­ses Berichts kom­men die Bun­des­re­gie­rung und die ost­deut­schen Län­der zu der Ein­schät­zung, dass

  • Zwang und Gewalt für vie­le Säug­lin­ge, Kin­der und Jugend­li­che in DDR-Hei­men eine all­täg­li­che Erfah­rung waren
  • in den Spe­zi­al­hei­men der Jugend­hil­fe all­ge­mein die Men­schen­rech­te ver­letzt und den Betrof­fe­nen Bil­dung ver­wei­gert wur­de. Außer­dem wur­den sie zur Arbeit gezwun­gen
  • die Erleb­nis­se in den Hei­men zu mas­si­ven Beein­träch­ti­gun­gen der Lebens­chan­cen und Ent­wick­lungs­po­ten­tia­le der Betrof­fe­nen geführt haben, die über den Heim­auf­ent­halt hin­aus bis heu­te nach­wir­ken
  • vie­le Betrof­fe­ne an den Spät­fol­gen, schlech­ten beruf­li­chen Chan­cen, Stig­ma­ti­sie­run­gen und psy­chi­schen Trau­ma­ti­sie­run­gen lei­den.

Die Bun­des­re­gie­rung und die ost­deut­schen Län­der wol­len nun den Betrof­fe­nen Hil­fe bei der Bewäl­ti­gung von Fol­gen der Heim­erzie­hung und deren Auf­ar­bei­tung anbie­ten. Dazu soll ein Hil­fe­sys­tem nach dem Vor­bild des Fonds Heim­erzie­hung West geschaf­fen wer­den. Der Bund und die ost­deut­schen Län­der wer­den für den geplan­ten Fonds ins­ge­samt 40 Mio. € zur Ver­fü­gung stel­len. Damit sol­len u. a. Anlauf- und Bera­tungs­stel­len in den ost­deut­schen Län­dern ein­ge­rich­tet wer­den, die den Betrof­fe­nen bei der Auf­ar­bei­tung ihrer Lebens­ge­schich­te, bei der Suche nach ihren Akten und beim Zugang zu Hil­fe­leis­tun­gen und Ren­ten­er­satz­leis­tun­gen aus dem Fonds hel­fen.

Ein kos­ten­lo­ses Info­te­le­fon gibt den Betrof­fe­nen zudem Aus­kunft über die zustän­di­gen Infor­ma­ti­ons­stel­len in den Län­dern (Tel. 0800 /​100 49 00).