Unter­stütz­te Beschäf­ti­gung

Eben­falls im Janu­ar 2009 soll auch das Gesetz zur Unter­stütz­ten Beschäf­ti­gung in Kraft tre­ten. Mit der Unter­stütz­ten Beschäf­ti­gung wird ein ambu­lan­tes – vor Ort, in den Betrie­ben wirk­sa­mes – Ange­bot für behin­der­te Men­schen mit beson­de­rem Unter­stüt­zungs­be­darf geschaf­fen. Ziel ist die lang­fris­ti­ge sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung in Unter­neh­men – also auf dem all­ge­mei­nen, regu­lä­ren Arbeits­markt.
Unter­stütz­te Beschäf­ti­gung besteht zunächst aus einer Pha­se der indi­vi­du­el­len betrieb­li­chen Qua­li­fi­zie­rung, also des Ler­nens und Ein­übens am und für den Arbeits­platz. Ziel ist der Abschluss eines Arbeits­ver­trags. Bei Bedarf folgt anschlie­ßend eine Berufs­be­glei­tung – also eine Betreu­ung nach per­sön­li­chen Ansprü­chen, wäh­rend die Tätig­keit eigen­ver­ant­wort­lich und ein­ge­bet­tet in betrieb­li­che Abläu­fe aus­ge­übt wird. Die betrieb­li­che Qua­li­fi­zie­rung ist als Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me ange­legt und dau­ert bis zu zwei Jah­re. Reha-Trä­ger ist im all­ge­mei­nen die Bun­des­agen­tur für Arbeit; zustän­dig für die bedarfs­wei­se anschlie­ßen­de Berufs­be­glei­tung sind die Inte­gra­ti­ons­äm­ter. In der Zeit der betrieb­li­chen Qua­li­fi­zie­rung sind die behin­der­ten Men­schen sozi­al­ver­si­chert wie Teil­neh­mer an ande­ren berufs­vor­be­rei­ten­den Maß­nah­men auch; danach wie jeder ande­re Beschäf­tig­te.

Unter­stütz­te Beschäf­ti­gung

Ziel­grup­pe für Unter­stütz­te Beschäf­ti­gung sind Schul­ab­gän­ge­rin­nen und Schul­ab­gän­ger mit Behin­de­run­gen, die einer­seits durch eine direkt anschlie­ßen­de Berufs­aus­bil­dung über­for­dert wären, die aber ande­rer­seits nicht der Unter­stüt­zung in einer Werk­statt für behin­der­te Men­schen bedür­fen. Dane­ben sol­len die erreicht wer­den, die erst spä­ter – im Lau­fe ihres (Erwerbs-) Lebens – eine Behin­de­rung erfah­ren.

Unter­stütz­te Beschäf­ti­gung stärkt und erwei­tert die Palet­te ambu­lan­ter Hilfs­an­ge­bo­te für behin­der­te Men­schen. Ihre bun­des­ein­heit­li­che Rege­lung mit kla­ren Vor­ga­ben zu Inhal­ten, Ablauf und Finan­zie­rung ist ein wich­ti­ger Schritt vor­wärts und Aus­weis einer bedarfs­ge­rech­ten, an der Selbst­be­stim­mung ori­en­tier­ten Poli­tik für Men­schen mit Behin­de­rung.