Ver­gü­tung für Tages­müt­ter und ‑väter

Der vom Jugend­hil­fe­trä­ger fest­ge­setz­te Betrag für die Aner­ken­nung der För­de­rungs­leis­tung an eine Tages­pfle­ge­per­son in Höhe von 2,70 € je Kind und Stun­de ist für das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ‑zumin­dest in dem hier ent­schie­de­nen kon­kre­ten Fall- gericht­lich nicht zu bean­stan­den.

Ver­gü­tung für Tages­müt­ter und ‑väter

In dem hier ent­schie­de­nen Fall hat eine Tages­mut­ter geklagt, die Anfang Sep­tem­ber 2014 mit den Eltern eines sei­ner­zeit etwa 20 Mona­te alten Kin­des ver­ein­bar­te, dass sie die­ses im Kin­der­gar­ten­jahr 2014/​2015 wöchent­lich von Mon­tag bis Frei­tag jeweils von 8:00 bis 12:00 Uhr betreue. Im Anschluss dar­an bewil­lig­te das Jugend­amt der beklag­ten Stadt den Eltern eine Tages­pfle­ge im Umfang von bis zu 20 Stun­den wöchent­lich. Hier­für gewähr­te es der Klä­ge­rin u.a. monat­lich 226,80 € zur Aner­ken­nung ihrer För­de­rungs­leis­tung. Dabei leg­te das Jugend­amt in Anwen­dung der von dem Rat der beklag­ten Stadt erlas­se­nen ein­schlä­gi­gen Richt­li­nie für jeden Monat eine durch­schnitt­li­che Anzahl von 21 Betreu­ungs­ta­gen zugrun­de und brach­te je Betreu­ungs­stun­de pau­schal 2,70 € in Ansatz.

Mit der Begrün­dung, der pau­scha­le Stun­den­satz sei zu nied­rig bemes­sen, hat die Klä­ge­rin Kla­ge erho­ben. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf hat die beklag­te Stadt ver­ur­teilt, ihren Antrag neu zu beschei­den 1. Auf die Beru­fung der beklag­ten Stadt hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter das erst­in­stanz­li­che Urteil abge­än­dert und die Kla­ge abge­wie­sen 2. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te dies und wies nun auch die Revi­si­on der Klä­ge­rin zurück:

Nach § 23 SGB VIII ist der Tages­pfle­ge­per­son eine lau­fen­de Geld­leis­tung zu gewäh­ren, deren Höhe in der Regel von dem Trä­ger der öffent­li­chen Jugend­hil­fe fest­ge­legt wird. Die Geld­leis­tung besteht unter ande­rem aus einem Betrag zur Aner­ken­nung der För­de­rungs­leis­tung. Bei der Fest­le­gung der Höhe die­ses Betrags ist dem Jugend­hil­fe­trä­ger nach dem im Gesetz zum Aus­druck kom­men­den Wil­len des Gesetz­ge­bers ein Beur­tei­lungs­spiel­raum ein­ge­räumt. Die Jugend­hil­fe­trä­ger haben abschlie­ßend zu ent­schei­den, wie sie den Aner­ken­nungs­be­trag bemes­sen. Die­se Ent­schei­dung ist nur ein­ge­schränkt gericht­lich zu über­prü­fen. Danach ist der von der Beklag­ten fest­ge­leg­te Betrag nicht zu bean­stan­den. Ins­be­son­de­re erweist er sich nicht als will­kür­lich. Er ori­en­tiert sich nach den Fest­stel­lun­gen der Vor­in­stanz an den damals gel­ten­den Tarif­löh­nen der in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen beschäf­tig­ten Erzie­he­rin­nen und Erzie­her bzw. Kin­der­pfle­ge­rin­nen und Kin­der­pfle­ger. Zwar hält er zu die­ser Ver­gü­tung einen gewis­sen Abstand ein. Die Beklag­te hat bei der Fest­set­zung des Pau­schal­be­tra­ges aber zuläs­si­ger­wei­se berück­sich­tigt, dass Tages­pfle­ge­per­so­nen übli­cher­wei­se nicht über ähn­lich qua­li­fi­zie­ren­de Berufs­ab­schlüs­se ver­fü­gen wie die in Kin­der­ta­ges­ein­rich­tun­gen täti­gen Per­so­nen. Nicht zu ent­schei­den ist, ob auch ein Aner­ken­nungs­be­trag in ande­rer Höhe von dem Beur­tei­lungs­spiel­raum gedeckt wäre.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 25. Janu­ar 2018 – 5 C 18.16

  1. VG Düs­sel­dorf, Urteil vom 20.01.2015 – 19 K 6510/​14
  2. OVG NRW, Urteil vom 30.08.2016 – 12 A 599/​15