Ver­letz­ten­ren­te und Hartz IV

Vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in Karls­ru­he blie­ben jetzt zwei Ver­fas­sungs­be­schwer­den gegen die vol­le Anrech­nung der Ver­letz­ten­ren­te auf das Arbeits­lo­sen­geld II ohne Erfolg.

Ver­letz­ten­ren­te und Hartz IV

Nach § 9 Abs. 1 SGB II min­dert Ein­kom­men die Hil­fe­be­dürf­tig­keit und damit den Anspruch auf Arbeits­lo­sen­geld II. Wel­che Ein­nah­men in wel­chem Umfang zu berück­sich­ti­gen sind, regeln § 11 SGB II und die auf­grund von § 13 SGB II erlas­se­ne Ver­ord­nung zur Berech­nung von Ein­kom­men sowie zur Nicht­be­rück­sich­ti­gung von Ein­kom­men und Ver­mö­gen beim Arbeits­lo­sen­geld II/​Sozi­al­geld (Arbeits­lo­sen­geld II/­So­zi­al­geld-Ver­ord­nung – Alg II-V). Von die­sem Grund­satz der Ein­kom­mens­an­rech­nung bestimmt § 11 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 SGB II in der seit dem 1. Janu­ar 2005 gel­ten­den Fas­sung jedoch eini­ge Aus­nah­men. Zu die­sen Aus­nah­men zählt auch die nach dem sozia­len Ent­schä­di­gungs­recht gewähr­te Grund­ren­te, wie sie etwa an gesund­heit­lich geschä­dig­te Kriegs­op­fer geleis­tet wird. Dane­ben sind auch die den Opfern natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Ver­fol­gung gewähr­ten Ren­ten und Bei­hil­fen sowie das nach zivil­recht­li­chen Vor­schrif­ten geleis­te­te Schmer­zens­geld anrech­nungs­frei. Aber auch soge­nann­te "zweck­be­stimm­te Ein­nah­men" sind unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen nicht als Ein­kom­men zu berück­sich­ti­gen, da sie einem ande­ren Zweck als die Grund­si­che­rungs­leis­tun­gen nach dem SGB II, also ins­be­son­de­re nicht der Siche­rung des Lebens­be­darfs die­nen.

Nicht in die­sem Aus­nah­men­ka­ta­log ent­hal­ten ist aller­dings die von der gesezt­li­chen Unfall­ver­si­che­rung (etwa der Berufs­ge­nos­sen­schaft) gezahltle Ver­letz­ten­ren­te. Die­se Ver­letz­ten­ren­te aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung wird den­je­ni­gen Ver­si­cher­ten gewährt, deren Erwerbs­fä­hig­keit infol­ge eines Arbeits­un­falls oder einer Berufs­krank­heit um wenigs­tens 20% gemin­dert ist.

Die leis­tungs­min­dern­de Anrech­nung die­ser Ver­letz­ten­ren­te auf ande­re Sozi­al­leis­tun­gen ist unter­schied­lich gere­gelt: Wäh­rend die Ver­letz­ten­ren­te im Recht der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung in Höhe eines der Grund­ren­te nach dem sozia­len Ent­schä­di­gungs­recht ent­spre­chen­den Betra­ges anrech­nungs­frei bleibt und dies auch für die bis zum 31. Dezem­ber 2004 gewähr­te Arbeits­lo­sen­hil­fe galt, wur­de sie in der Pra­xis des bis dahin gel­ten­den Sozi­al­hil­fe­rechts nach dem Bun­des­so­zi­al­hil­fe­ge­setz voll­stän­dig leis­tungs­min­dernd auf die Sozi­al­hil­fe ange­rech­net. Bei den Vor­gän­ger­re­ge­lun­gen des Arbeits­lo­sen­gel­des II bestan­den also unter­schied­li­che Rege­lun­gen: Bei der Arbeits­lo­sen­hil­fe wur­de nichts ange­rech­net, bei der Sozi­al­hil­fe wur­de die Ver­letz­ten­ren­te dage­gen voll­stän­dig ange­rech­net.

In den bei­den jetzt vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­de­nen Ver­fas­sungs­be­schwer­den erhal­ten die Beschwer­de­füh­rer seit 1995 bzw. seit 1996 wegen eines Arbeits­un­falls eine Ver­letz­ten­ren­te aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung. Im Jahr 2005 wur­de ihnen Arbeits­lo­sen­geld II bewil­ligt, wobei der Grund­si­che­rungs­trä­ger jeweils die Ver­letz­ten­ren­te voll als leis­tungs­min­dern­des Ein­kom­men berück­sich­tig­te. Ihre Kla­gen blie­ben in letz­ter Instanz vor dem Bun­des­so­zi­al­ge­richt ohne Erfolg. Nach Auf­fas­sung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts stel­le die Ver­letz­ten­ren­te weder eine zweck­be­stimm­te Ein­nah­me dar noch erge­be sich im Ver­hält­nis zu den in § 11 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 SGB II pri­vi­le­gier­ten Leis­tun­gen eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Ungleich­be­hand­lung 1. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hielt, eben­so wie auch schon in einer frü­he­ren Ent­schei­dung (vgl. BSGE 99, 47, 50 ff. Rn. 23 ff.)), die Ver­letz­ten­ren­te für voll­stän­dig zu berück­sich­ti­gen­des Ein­kom­men im Sin­ne von § 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II. Bei der Ver­letz­ten­ren­te han­de­le es sich, so das Bun­des­so­zi­al­ge­richt, nicht um eine zweck­be­stimm­te Ein­nah­me im Sin­ne von § 11 Abs. 3 Nr. 1 Buch­sta­be a SGB II. Hier­für sei not­wen­dig, dass sich ein von dem Zweck der Leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch zu unter­schei­den­der Zweck ein­deu­tig aus der jewei­li­gen gesetz­li­chen Vor­schrift erge­be. Dies sei bei der Ver­letz­ten­ren­te, die durch­aus ver­schie­de­ne Funk­tio­nen habe (Ein­kom­mens­er­satz, Kom­pen­sa­ti­on imma­te­ri­el­ler Schä­den, Mehr­be­darfs­aus­gleich) nicht der Fall. Die Ver­letz­ten­ren­te sei auch nicht als eine Ent­schä­di­gung im Sin­ne von § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II zu behan­deln. Aus der leis­tungs­min­dern­den Berück­sich­ti­gung der Ver­letz­ten­ren­te fol­ge zuletzt auch kei­ne ver­fas­sungs­wid­ri­ge Ungleich­be­hand­lung nach Art. 3 Abs. 1 GG. Die Pri­vi­le­gie­rung der in § 11 Abs. 1 Satz 1 2. Aus­nah­me­al­ter­na­ti­ve genann­ten Leis­tun­gen knüp­fe an ein erlit­te­nes Son­der­op­fer und damit an ein sach­ge­rech­tes Unter­schei­dungs­merk­mal an. Glei­ches gel­te für die Pri­vi­le­gie­rung von Leis­tun­gen, die über die Siche­rung des Lebens­un­ter­halts hin­aus­gin­gen.

Die sich hier­ge­gen rich­ten­den Ver­fas­sungs­be­schwer­den hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht zur Ent­schei­dung ange­nom­men, weil die Vor­aus­set­zun­gen hier­für nicht vor­lie­gen, die Beschwer­de­füh­rer ins­be­son­de­re nicht in ihren Grund­rech­ten ver­letzt wer­den:

Die Beschwer­de­füh­rer sind, so das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in den Ent­schei­dungs­grün­den sei­nes Nicht­an­nah­me­be­schlus­ses, nicht in ihrem Grund­recht auf Gleich­be­hand­lung aus Art. 3 Abs. 1 GG ver­letzt. Sie wer­den zwar als Emp­fän­ger der voll als Ein­kom­men berück­sich­tig­ten Ver­letz­ten­ren­te gegen­über den Emp­fän­gern der nach § 11 Abs. 1 Satz 1, Abs. 3 SGB II pri­vi­le­gier­ten Leis­tun­gen ungleich behan­delt. Die Ungleich­be­hand­lung ist jedoch sach­lich gerecht­fer­tigt.

Ver­stoß gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz, Art. 3 Abs. 1 GG

Der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz 2 gebie­tet dem Norm­ge­ber, wesent­lich Glei­ches gleich und wesent­lich Unglei­ches ungleich zu behan­deln 3. Er gilt für unglei­che Belas­tun­gen wie auch für unglei­che Begüns­ti­gun­gen 4. Ver­bo­ten ist daher auch ein gleich­heits­wid­ri­ger Begüns­ti­gungs­aus­schluss 5, bei dem eine Begüns­ti­gung einem Per­so­nen­kreis gewährt, einem ande­ren aber vor­ent­hal­ten wird 6.

Aus dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz erge­ben sich je nach Rege­lungs­ge­gen­stand und Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­len unter­schied­li­che Gren­zen, die vom blo­ßen Will­kür­ver­bot bis zu einer stren­gen Bin­dung an Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­er­for­der­nis­se rei­chen 7. Wer­den bei der Gewäh­rung einer bedürf­tig­keits­ab­hän­gi­gen Sozi­al­leis­tung die Emp­fän­ger ande­rer Sozi­al- oder Ent­schä­di­gungs­leis­tun­gen in unter­schied­li­cher Wei­se der Ein­kom­mens­an­rech­nung unter­wor­fen, müs­sen zwi­schen den Emp­fän­gern einer nicht als Ein­kom­men zu berück­sich­ti­gen­den Leis­tung und den Emp­fän­gern einer nicht­pri­vi­le­gier­ten Leis­tung Unter­schie­de von sol­cher Art und sol­chem Gewicht bestehen, dass sie die unter­schied­li­che Behand­lung recht­fer­ti­gen 8. Der Gesetz­ge­ber hat aller­dings bei der Gewäh­rung von Sozi­al­leis­tun­gen, die an die Bedürf­tig­keit des Emp­fän­gers anknüp­fen, grund­sätz­lich einen wei­ten Spiel­raum, wenn er Rege­lun­gen dar­über trifft, ob und in wel­chem Umfang das Ver­mö­gen des Emp­fän­gers auf den indi­vi­du­el­len Bedarf ange­rech­net wird 9. Für die Anrech­nung von Ein­kom­men gilt nichts ande­res 10. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat des­halb nicht zu unter­su­chen, ob der Norm­ge­ber die zweck­mä­ßigs­te oder gerech­tes­te Lösung gefun­den hat, son­dern nur, ob er die ver­fas­sungs­recht­li­chen Gren­zen sei­ner Gestal­tungs­frei­heit ein­ge­hal­ten hat 11.

Soweit die Beschwer­de­füh­rer die für sie ungüns­ti­gen Ent­schei­dun­gen ins­be­son­de­re des Bun­des­so­zi­al­ge­richts angrei­fen und sich gegen die Aus­le­gung des Begriffs der „zweck­be­stimm­ten Ein­nah­me“ im Sin­ne von § 11 Abs. 3 Nr. 1 Buch­sta­be a SGB II und sei­ne Anwen­dung auf die von ihnen bezo­ge­ne Ver­letz­ten­ren­te rich­ten, han­delt es sich aller­dings grund­sätz­lich um Fra­gen des ein­fa­chen Rechts. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt prüft – abge­se­hen vom hier nicht ein­schlä­gi­gen und auch nicht als ver­letzt gerüg­ten Ver­bot will­kür­li­cher Anwen­dung des ein­fa­chen Rechts – inso­fern nur, ob eine ange­grif­fe­ne Ent­schei­dung Aus­le­gungs­feh­ler erken­nen lässt, die auf einer grund­sätz­lich unrich­ti­gen Auf­fas­sung von der Bedeu­tung eines Grund­rechts, ins­be­son­de­re vom Umfang sei­nes Schutz­be­rei­ches, beru­hen und auch in ihrer mate­ri­el­len Bedeu­tung für den Rechts­fall von eini­gem Gewicht sind 12. Die Bedeu­tung und Trag­wei­te von Art. 3 Abs. 1 GG ver­kennt ein Fach­ge­richt aber unter ande­rem dann, wenn es im Wege der Aus­le­gung gesetz­li­cher Vor­schrif­ten oder der Lücken­fül­lung zu einer dem Gesetz­ge­ber ver­wehr­ten Dif­fe­ren­zie­rung oder zu einer dem Gesetz­ge­ber ver­wehr­ten Gleich­be­hand­lung von Unglei­chem gelangt 13. Könn­te also der Gesetz­ge­ber ohne Ver­let­zung von Art. 3 Abs. 1 GG eine Rechts­la­ge nicht schaf­fen, die dem Ergeb­nis der hier ange­grif­fe­nen Recht­spre­chung ent­spricht, so ver­stößt die Recht­spre­chung gegen Art. 3 Abs. 1 GG 14.

Aus­ge­hend von die­sen Grund­sät­zen wer­den die Beschwer­de­füh­rer nicht in ihrem Grund­recht aus Art. 3 Abs. 1 GG ver­letzt. Sie wer­den zwar als Emp­fän­ger einer Ver­letz­ten­ren­te, die voll als Ein­kom­men im Sin­ne von § 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II berück­sich­tigt wird, gegen­über Emp­fän­gern sol­cher Leis­tun­gen, die aus­ge­hend von der Auf­fas­sung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts als zweck­be­stimm­te Leis­tun­gen im Sin­ne von § 11 Abs. 3 Nr. 1 Buch­sta­be a SGB II anzu­se­hen sind gegen­über Emp­fän­gern von Leis­tun­gen im Sin­ne von § 11 Abs. 1 Satz 1 2. und 3. Aus­nah­me­al­ter­na­ti­ve SGB II und Emp­fän­gern von Schmer­zens­geld nach § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II ungleich behan­delt. Die Ungleich­be­hand­lung ist jedoch sach­lich gerecht­fer­tigt.

Dass zweck­be­stimm­te Ein­nah­men nach § 11 Abs. 3 Nr. 1 Buch­sta­be a SGB II nicht als Ein­kom­men berück­sich­tigt und damit gegen­über sons­ti­gen Ein­nah­men im Sin­ne von § 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II pri­vi­le­giert wer­den, ist durch hin­rei­chend gewich­ti­ge Grün­de gerecht­fer­tigt. Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat auch bei der Aus­le­gung und Anwen­dung des Begriffs der zweck­be­stimm­ten Ein­nah­me die Bedeu­tung und Trag­wei­te von Art. 3 Abs. 1 GG nicht ver­kannt. Es ist ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den, dass es die Ver­letz­ten­ren­te aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung auch nicht teil­wei­se als zweck­be­stimm­te Ein­nah­me bewer­tet hat.

Zweck­be­stimm­te Ein­nah­men im Sin­ne von § 11 Abs. 3 Nr. 1 Buch­sta­be a SGB II unter­schei­den sich, soweit es um öffent­lich-recht­li­che Leis­tun­gen geht, die hier allein rele­vant sind, dadurch von ande­ren Ein­nah­men, dass der Gesetz­ge­ber selbst ange­ord­net hat, dass die Leis­tung ganz oder teil­wei­se einem ande­ren Zweck die­nen soll als die Leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch und ins­be­son­de­re nicht zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts gedacht ist. Die gesetz­ge­be­ri­sche Zweck­be­stim­mung ist ein hin­rei­chend gewich­ti­ges Unter­schei­dungs­kri­te­ri­um 15.

Es ist mit Art. 3 Abs. 1 GG eben­falls ver­ein­bar, dass das Bun­des­so­zi­al­ge­richt für das Vor­lie­gen einer zweck­be­stimm­ten Ein­nah­me ver­langt, dass sich die Zweck­be­stim­mung einer öffent­lich-recht­li­chen Leis­tung ein­deu­tig aus dem Gesetz erge­ben muss 16. Dadurch trägt es dem Umstand Rech­nung, dass nur der aus­drück­lich erklär­te oder durch Aus­le­gung hin­rei­chend deut­lich zu ermit­teln­de Wil­le des Gesetz­ge­bers, dass eine öffent­lich-recht­li­che Leis­tung nicht zur Siche­rung der Lebens­un­ter­halts die­nen soll, nicht aber sons­ti­ge, nicht norm­text­be­zo­ge­ne Gesichts­punk­te es recht­fer­ti­gen, die zweck­be­stimm­te Ein­nah­me gegen­über sons­ti­gem Ein­kom­men im Rah­men des Sozi­al­ge­setz­bu­ches Zwei­tes Buch zu pri­vi­le­gie­ren. Eine enge Aus­le­gung des Begriffs der zweck­be­stimm­ten Ein­nah­me ist auch des­halb sach­ge­recht, weil es das Grund­recht auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums aus Art. 1 Abs. 1 GG in Ver­bin­dung mit Art. 20 Abs. 1 GG, das durch die Leis­tun­gen zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch ein­fach-recht­lich kon­kre­ti­siert wird 17, gera­de nicht gebie­tet, dass Ein­nah­men, auf die der Hil­fe­be­dürf­ti­ge tat­säch­lich zurück­grei­fen kann, von der Berück­sich­ti­gung als Ein­kom­men aus­ge­nom­men wer­den. Aus ver­fas­sungs­recht­li­cher Sicht ist es viel­mehr not­wen­dig, aber auch aus­rei­chend, dass das Exis­tenz­mi­ni­mum gedeckt wer­den kann, ohne dass es auf den Rechts­grund der Ein­nah­me oder die sub­jek­ti­ve Ver­wen­dungs­ab­sicht des Hil­fe­be­dürf­ti­gen ankä­me 18.

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richt hat ohne Ver­stoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG die Ver­letz­ten­ren­ten nicht als zweck­be­stimm­te Ein­nah­men bewer­tet.

Dass die Ver­letz­ten­ren­te aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung zumin­dest teil­wei­se nicht zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts bestimmt sein soll, lässt sich dem her­kömm­li­chen und dem gel­ten­den Recht der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung nicht ein­deu­tig ent­neh­men. Nach der gesetz­ge­be­ri­schen Kon­zep­ti­on han­delt es sich bei der Ver­letz­ten­ren­te viel­mehr um eine abs­trakt berech­ne­te Ver­dienst­aus­fall­ent­schä­di­gung 19, die eben­so wie der Arbeits­lohn selbst der Siche­rung des Lebens­un­ter­halts dient. Dies kommt, wie das Bun­des­so­zi­al­ge­richt ohne Ver­stoß gegen Ver­fas­sungs­recht fest­ge­stellt hat, in den Vor­schrif­ten über die Vor­aus­set­zun­gen und die Höhe der Ver­letz­ten­ren­te deut­lich zum Aus­druck.

Es ist auch nicht des­halb auf­grund von Art. 3 Abs. 1 GG gebo­ten, die Ver­letz­ten­ren­te als teil­wei­se zweck­be­stimm­te Leis­tung zu bewer­ten, weil ihr durch die fach­ge­richt­li­che Recht­spre­chung und die Lite­ra­tur auch die Funk­ti­on zuge­spro­chen wird, Nicht­er­werbs­schä­den abzu­gel­ten, das heißt imma­te­ri­el­le Schä­den aus­zu­glei­chen und ver­let­zungs­be­ding­te Mehr­auf­wen­dun­gen zu decken 20. Die­se Funk­ti­on der Ver­letz­ten­ren­te wird, soweit ersicht­lich, über­wie­gend nicht durch Aus­le­gung aus den Vor­schrif­ten der Reichs­ver­si­che­rungs­ord­nung oder des Sozi­al­ge­setz­bu­ches Sieb­tes Buch her­ge­lei­tet, son­dern mit einer tat­säch­li­chen Ände­rung der wirt­schaft­li­chen, tech­ni­schen und sozia­len Rah­men­be­din­gun­gen begrün­det 21, die dazu geführt habe, dass eine Min­de­rung der Erwerbs­fä­hig­keit bei leich­ten oder mit­tel­schwe­ren Unfäl­len kei­ne oder fast kei­ne Lohn­ein­bu­ßen und auch bei schwe­ren Unfäl­len nur teil­wei­se Lohn­ein­bu­ßen ver­ur­sa­che 22. Die­ser „tat­säch­li­che“ oder „wirt­schaft­li­che Funk­ti­ons­wan­del“ 23 ist jedoch nicht mit einer Zweck­be­stim­mung durch den Gesetz­ge­ber selbst, die allein die Pri­vi­le­gie­rung der Ein­nah­men im Sin­ne von § 11 Abs. 3 Nr. 1 Buch­sta­be a SGB II recht­fer­tigt, gleich­zu­set­zen. Dem stün­de auch ent­ge­gen, dass Reform­vor­ha­ben, die eine Auf­spal­tung der Ver­letz­ten­ren­te in eine Leis­tung, die imma­te­ri­el­le und kör­per­li­che Gesund­heits­schä­den aus­gleicht, und eine an die Erwerbs­ar­beit gekop­pel­te Erwerbs­scha­dens­ren­te vor­se­hen 24, bis­lang nicht durch den Gesetz­ge­ber ver­wirk­licht wur­den.

Ein ande­res Ergeb­nis folgt auch nicht dar­aus, dass nach § 18a Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 SGB IV und § 93 Abs. 2 Nr. 2a SGB VI der Teil der Ver­letz­ten­ren­te, der einer Grund­ren­te nach § 31 BVG ent­spricht, nicht auf Ren­ten aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung ange­rech­net wird. Auch wenn durch die­se Rege­lun­gen nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers sicher­ge­stellt wer­den soll, dass ein Teil der Ver­letz­ten­ren­te aus der Unfall­ver­si­che­rung, von dem ange­nom­men wer­de, dass er nicht Lohn­er­satz­funk­ti­on habe, sich nicht ren­ten­min­dernd aus­wir­ke 25, lässt sich ihnen eine ein­deu­ti­ge, all­ge­mein­gül­ti­ge Zweck­be­stim­mung nicht ent­neh­men. Der auf das Recht der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung beschränk­te Rege­lungs­ge­halt der Vor­schrif­ten schließt es aus, dem Gesetz­ge­ber zu unter­stel­len, dass er gene­rell und damit unab­hän­gig davon, wel­che Sozi­al­leis­tung der Leis­tungs­emp­fän­ger neben der Ver­letz­ten­ren­te bezieht, anord­nen woll­te, dass die Ver­letz­ten­ren­te zumin­dest teil­wei­se nicht zur Siche­rung des Lebens­un­ter­halts bestimmt ist.

Ob die in § 18a Abs. 3 Satz 1 Nr. 4 SGB IV und § 93 Abs. 2 Nr. 2 Buch­sta­be a SGB VI vor­ge­se­he­nen Rege­lun­gen selbst ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten sind, kann dahin­ste­hen 26. Es ist in jedem Fall ver­fas­sungs­recht­lich gerecht­fer­tigt, das Zusam­men­tref­fen einer Ver­letz­ten­ren­te mit einer Ren­te aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung für die Betrof­fe­nen güns­ti­ger zu gestal­ten als die Anrech­nung von Ein­kom­men auf die Leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch. Die Umge­stal­tung einer sozi­al­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Rechts­po­si­ti­on durch Anrech­nung von Ein­kom­men stellt einen Ein­griff in Frei­heits­grund­rech­te dar 27. Ansprü­che aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung, soweit sie aus eige­ner Ver­si­che­rung des Leis­tungs­be­rech­tig­ten resul­tie­ren, ste­hen sogar unter dem Schutz des Art. 14 Abs. 1 GG 28. Dies ist bei den steu­er­fi­nan­zier­ten Leis­tungs­an­sprü­chen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch nicht der Fall 29. Das Grund­recht auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums wird durch die Anrech­nung der Ver­letz­ten­ren­te nicht ver­letzt, da den Beschwer­de­füh­rern für den im fach­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum ins­ge­samt finan­zi­el­le Mit­tel in Höhe der gesetz­lich vor­ge­se­he­nen und wei­ter­hin gel­ten­den 30 Regel­leis­tung zu Ver­fü­gung stan­den.

Eine ein­deu­ti­ge gesetz­ge­be­ri­sche Bestim­mung der Ver­letz­ten­ren­te zu einem ande­ren Zweck als der Siche­rung des Lebens­un­ter­halts ergibt sich nicht dar­aus, dass nach §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII etwai­ge aus dem Arbeits­un­fall resul­tie­ren­den zivil­recht­li­chen Ansprü­che des geschä­dig­ten Arbeit­neh­mers gegen den Arbeit­ge­ber und ande­re betriebs­an­ge­hö­ri­ge Arbeit­neh­mer weit­ge­hend aus­ge­schlos­sen sind 31. Dass der Anspruchs­aus­schluss auch Ansprü­che auf Schmer­zens­geld nach § 253 Abs. 2 BGB bezie­hungs­wei­se § 847 BGB in der bis zum 31. Juli 2002 gel­ten­den Fas­sung (BGB a.F.) umfasst, bedeu­tet nicht, dass die Funk­ti­on des Schmer­zens­gel­des, einen imma­te­ri­el­len Scha­dens­aus­gleich zu gewäh­ren, auto­ma­tisch recht­lich auf die Ver­letz­ten­ren­te über­geht. Für einen sol­chen recht­li­chen „Funk­ti­ons­über­gang“ ent­hält das gel­ten­de Recht kei­ne hin­rei­chen­den Anhalts­punk­te.

Der Gesetz­ge­ber ist auf­grund von §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII nicht von Ver­fas­sungs wegen gehal­ten, der Ver­letz­ten­ren­te eine all­ge­mein­gül­ti­ge, auch gegen­über Leis­tun­gen zur Siche­rung des Exis­tenz­mi­ni­mums wirk­sa­me Bestim­mung zur Gewähr­leis­tung eines imma­te­ri­el­len Scha­dens­aus­gleichs und damit zu einem ande­ren Zweck als der Siche­rung des Lebens­un­ter­halts zuzu­schrei­ben, so dass eine ent­spre­chen­de ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung des her­kömm­li­chen und des gel­ten­den Rechts der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung nicht ange­zeigt ist. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die in §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII ent­hal­te­nen Rege­lun­gen in stän­di­ger Recht­spre­chung für ver­fas­sungs­mä­ßig gehal­ten, ohne dass es vom Gesetz­ge­ber eine ent­spre­chen­de Zweck­be­stim­mung ver­langt hat 32. Soweit das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt sei­ne Ent­schei­dung ergän­zend dar­auf gestützt hat, dass die Ren­te aus der Unfall­ver­si­che­rung unter den gegen­wär­ti­gen Ver­hält­nis­sen ein ent­gan­ge­nes Schmer­zens­geld auf­wie­ge 33, hat es auf den tat­säch­li­chen Funk­ti­ons­wan­del der Ver­letz­ten­ren­te abge­stellt. Die­ser kann aber grund­sätz­lich nur bei Bezug von – weit­ge­hend unge­min­der­tem – Erwerbs­ein­kom­men unmit­tel­bar zur Gel­tung kom­men. Zudem haben die Beschwer­de­füh­rer die Ver­letz­ten­ren­te jah­re­lang vor dem Bezug von Arbeits­lo­sen­geld II erhal­ten, ohne dass sie auf ande­re Sozi­al­leis­tun­gen, wie das Arbeits­lo­sen­geld und die Arbeits­lo­sen­hil­fe, ange­rech­net wur­de. Es ist des­halb kei­nes­falls aus­ge­schlos­sen, dass die Ver­letz­ten­ren­te in ihrer Sum­me auch im Fal­le der Beschwer­de­füh­rer ein etwai­ges Schmer­zens­geld auf­ge­wo­gen hat.

Zwi­schen den Bezie­hern einer Grund­ren­te des sozia­len Ent­schä­di­gungs­rechts, die nach § 11 Abs. 1 Satz 1 2. Aus­nah­me­al­ter­na­ti­ve SGB II nicht als Ein­kom­men berück­sich­tigt wird, und den Bezie­hern einer Ver­letz­ten­ren­te aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung bestehen eben­falls hin­rei­chend gewich­ti­ge Unter­schie­de, die die Ungleich­be­hand­lung recht­fer­ti­gen. Es kann dahin­ste­hen, ob und wie das Bun­des­so­zi­al­ge­richt und vor ihm auch das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt 34 gemeint haben, die beson­de­re Schutz­wür­dig­keit der Emp­fän­ger von Leis­tun­gen des sozia­len Ent­schä­di­gungs­rech­tes die Ungleich­be­hand­lung recht­fer­tigt. In jedem Fall erge­ben sich hin­rei­chend gewich­ti­ge Unter­schie­de zwi­schen den Emp­fän­gern einer Ver­letz­ten­ren­te und den Emp­fän­gern einer Grund­ren­te nach § 31 BVG (in direk­ter oder ent­spre­chen­der Anwen­dung) aus der Zweck­be­stim­mung und beson­de­ren Funk­ti­on der Grund­ren­te. Sie ist von Rechts wegen nicht zur Siche­rung des all­ge­mei­nen Lebens­un­ter­halts bestimmt, son­dern stellt eine Ent­schä­di­gung für die Beein­träch­ti­gung der kör­per­li­chen Inte­gri­tät dar und soll zugleich die Mehr­auf­wen­dun­gen aus­glei­chen, die der Beschä­dig­te gegen­über einem gesun­den Men­schen hat 35. Sie zeich­net sich vor allem durch eine beson­de­re imma­te­ri­el­le oder ide­el­le Kom­po­nen­te aus, die sich seit Inkraft­tre­ten des Bun­des­ver­sor­gungs­ge­set­zes ste­tig dadurch erhöht hat, dass durch wei­te­re Leis­tun­gen nach dem Bun­des­ver­sor­gungs­ge­setz (z.B. Hilfs­mit­tel) fast jeder schä­di­gungs­be­ding­te Mehr­auf­wand abge­deckt ist 36. In der Sache stellt die Grund­ren­te mit­hin eine zweck­be­stimm­te Leis­tung dar.

Anders als bei der Ver­letz­ten­ren­te lässt sich die Bestim­mung der Grund­ren­te zu einem ande­ren Zweck als der Siche­rung des Lebens­un­ter­halts dem Wort­laut, der Sys­te­ma­tik und der Ent­ste­hungs­ge­schich­te des Bun­des­ver­sor­gungs­ge­set­zes hin­rei­chend deut­lich ent­neh­men 37. Ihre beson­de­re Funk­ti­on zeigt sich auch dar­in, dass sie bei der Bemes­sung ande­rer staat­li­cher Leis­tun­gen grund­sätz­lich unbe­rück­sich­tigt bleibt 38. Gera­de auch Letz­te­res ver­leiht der Grund­ren­te eine Son­der­stel­lung inner­halb der sons­ti­gen öffent­lich-recht­li­chen Leis­tun­gen 39, die der Ver­letz­ten­ren­te in der gel­ten­den Rechts­ord­nung und Rechts­pra­xis nicht zukommt.

Der Umstand selbst, dass die Ver­letz­ten­ren­te anders aus­ge­stal­tet ist als die Ren­ten des sozia­len Ent­schä­di­gungs­rechts und es an einer ein­deu­ti­gen Zweck­be­stim­mung wie bei der Grund­ren­te fehlt, ver­stößt nicht gegen Art. 3 Abs. 1 GG. Der Gesetz­ge­ber ist nicht von Ver­fas­sungs wegen ver­pflich­tet, die Ver­letz­ten­ren­te gesetz­lich so aus­zu­ge­stal­ten, dass zumin­dest ein Teil von ihr eben­so wie die Grund­ren­te für den Aus­gleich der schä­di­gungs­be­ding­ten Mehr­auf­wen­dun­gen sowie imma­te­ri­el­ler Schä­den bestimmt wird. Es steht viel­mehr im Gestal­tungs­er­mes­sen des Gesetz­ge­bers, die Ver­letz­ten­ren­te als Leis­tung der Sozi­al­ver­si­che­rung gene­rell als abs­trak­ten Erwerbs­scha­dens­aus­gleich zu kon­zi­pie­ren. Dies erscheint gera­de bei Beschäf­tig­ten, wie den Beschwer­de­füh­rern, sach­ge­recht. Die grund­le­gen­den Sys­tement­schei­dun­gen des Gesetz­ge­bers, die im Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht anders aus­fal­len kön­nen als im sozia­len Ent­schä­di­gungs­recht, das die ein­zel­nen Bür­ger unab­hän­gig davon erfasst, wel­cher Tätig­keit sie nach­ge­hen, sind ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den 40.

Zwi­schen den Beschwer­de­füh­rern und den Bezie­hern von Ren­ten und Bei­hil­fen, die nach dem Bun­des­ent­schä­di­gungs­ge­setz für Schä­den an Leben sowie an Kör­per oder Gesund­heit erbracht wer­den und die nach § 11 Abs. 1 Satz 1 3. Aus­nah­me­al­ter­na­ti­ve SGB II in Höhe eines der Grund­ren­te nach § 31 BVG ent­spre­chen­den Betra­ges anrech­nungs­frei blei­ben, bestehen hin­rei­chend gewich­ti­ge Unter­schie­de. Der Kreis der Berech­tig­ten nach dem Bun­des­ent­schä­di­gungs­ge­setz zeich­net sich durch eine beson­de­re Schutz­be­dürf­tig­keit aus, die es recht­fer­tigt, die Ent­schä­di­gungs­leis­tun­gen nach dem Bun­des­ent­schä­di­gungs­ge­setz im glei­chen Umfang bei der Gewäh­rung von Leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch zu pri­vi­le­gie­ren wie die Grund­ren­te nach § 31 BVG selbst.

Die Pri­vi­le­gie­rung von Schmer­zens­geld gegen­über der Ver­letz­ten­ren­te gemäß § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II ist durch hin­rei­chend gewich­ti­ge Sach­grün­de gerecht­fer­tigt.

Zu berück­sich­tig­ten ist dabei zunächst, dass Bezie­her einer Ver­letz­ten­ren­te, die jeweils monat­lich aus­ge­zahlt wird, durch § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II nur gegen­über sol­chen Inha­bern eines Anspruchs im Sin­ne von § 253 Abs. 2 BGB ungleich behan­delt wer­den, denen das Schmer­zens­geld nach Bean­tra­gung von Leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch zufließt. Nur dann wäre das Schmer­zens­geld aus­ge­hend von der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts über­haupt als Ein­kom­men zu bewer­ten 41 und nach § 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II zu berück­sich­ti­gen, wenn es § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II nicht gäbe.

Soweit Schmer­zen­geld vor Antrag­stel­lung zufließt, wäre es dem­ge­gen­über von vorn­her­ein nur als Ver­mö­gen im Sin­ne von § 12 SGB II zu berück­sich­ti­gen. Auch wenn Ver­mö­gen, soweit es tat­säch­lich aus einer Schmer­zens­geld­zah­lung her­rührt, nach der Recht­spre­chung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts gemäß § 12 Abs. 3 Satz 1 Nr. 6 2. Alt. SGB II nicht berück­sich­ti­gungs­fä­hig ist 42 und damit pri­vi­le­giert wird, fehlt es in die­sem Fall im Hin­blick auf die Ver­letz­ten­ren­te, die monat­lich aus­ge­zahlt wird und dem­entspre­chend stets als (auch) nach Antrag­stel­lung zuflie­ßen­des Ein­kom­men im Sin­ne von § 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II zu qua­li­fi­zie­ren ist, an der Ver­gleich­bar­keit der Sach­ver­hal­te. In jedem Fall ist § 12 SGB II nicht Gegen­stand der Ver­fas­sungs­be­schwer­den.

Die durch § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II bewirk­te Bes­ser­stel­lung von Schmer­zens­geld­be­rech­tig­ten gegen­über den Bezie­hern einer Ver­letz­ten­ren­te ist durch die Zweck­be­stim­mung und beson­de­re Funk­ti­on des Schmer­zens­gel­des gerecht­fer­tigt. Das Schmer­zens­geld dient sei­ner gesetz­li­chen Funk­ti­on nach nicht zur Deckung des Lebens­un­ter­halts, son­dern aus­schließ­lich zur Abde­ckung eines Scha­dens imma­te­ri­el­ler Art. Es soll, wie sich bereits aus dem Wort­laut von § 253 Abs. 2 BGB ergibt, eine erlit­te­ne oder andau­ern­de Beein­träch­ti­gung der kör­per­li­chen und see­li­schen Inte­gri­tät, ins­be­son­de­re auch Erschwer­nis­se, Nach­tei­le und Lei­den, die über den Scha­dens­fall hin­aus anhal­ten und die nicht durch die mate­ri­el­le Scha­dens­er­satz­leis­tung abge­deckt sind, aus­glei­chen, und trägt zugleich dem Gedan­ken Rech­nung, dass der Schä­di­ger dem Geschä­dig­ten für das, was er ihm ange­tan hat, Genug­tu­ung schul­det 43. Die­se dem Schmer­zen­geld eige­ne Funk­ti­on ver­leiht ihm eine Son­der­stel­lung inner­halb der sons­ti­gen Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­ar­ten, der auch in der übri­gen Rechts­ord­nung – soweit ersicht­lich – durch­weg durch den Aus­schluss der Anrech­nung auf staat­li­che Für­sor­ge­leis­tun­gen Rechung getra­gen wird 44. Eine sol­che Zweck­be­stim­mung und beson­de­re Funk­ti­on weist die Ver­letz­ten­ren­te nach her­kömm­li­chem und gel­ten­dem Recht, wie bereits aus­ge­führt, nicht auf.

Die Beschwer­de­füh­rer wer­den auch nicht des­halb gegen­über den durch § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II Begüns­tig­ten in ver­fas­sungs­wid­ri­ger Wei­se ungleich behan­delt, weil sie gegen ihre Arbeit­ge­ber und ande­re betriebs­an­ge­hö­ri­ge Arbeit­neh­mer gemäß §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII kei­ne zivil­recht­li­chen Ansprü­che und damit auch kei­ne Schmer­zens­geld­an­sprü­che wegen ihrer Arbeits­un­fäl­le gel­tend machen konn­ten 45.

In Ver­bin­dung mit § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II könn­ten §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII nur dann zu einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Ungleich­be­hand­lung füh­ren, wenn gera­de der in §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII ange­ord­ne­te Haf­tungs­aus­schluss bewirkt, dass der durch einen Arbeits­un­fall geschä­dig­te Arbeit­neh­mer nicht von der Rege­lung des § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II pro­fi­tie­ren kann. Dies ist nur dann der Fall, wenn der geschä­dig­te Arbeit­neh­mer ohne die Rege­lun­gen der §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII Schmer­zens­geld bean­spru­chen könn­te, das grund­sätz­lich als Ein­kom­men im Sin­ne von § 11 Abs. 1 Satz 1 SGB II zu qua­li­fi­zie­ren wäre, aber auf­grund der Rege­lung des § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II als Ein­kom­men unbe­rück­sich­tigt blie­be. Wie bereits oben unter 46 aus­ge­führt, ist Schmer­zens­geld jedoch nur dann als Ein­kom­men zu qua­li­fi­zie­ren, wenn es nach Bean­tra­gung der Leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Zwei­tes Buch zufließt. Im Hin­blick auf die Rege­lung des § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II führt der zivil­recht­li­che Haf­tungs­aus­schluss nach §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII mit­hin regel­mä­ßig nur dann zu einem Nach­teil, wenn der Arbeits­un­fall nach Bean­tra­gung von Arbeits­lo­sen­geld II ein­ge­tre­ten ist oder der Arbeit­neh­mer durch einen vor Beginn des Arbeits­lo­sen­geld II-Bezu­ges erlit­te­nen Arbeits­un­fall schwe­re Dau­er­schä­den (z.B. eine Quer­schnitts­läh­mung) erlit­ten hat, auf­grund derer ohne den Haf­tungs­aus­schluss Schmer­zens­geld in Gestalt einer lau­fen­den monat­li­chen Ren­te zu zah­len wäre.

Ob in die­sen Fäl­len das Zusam­men­wir­ken von §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII und § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II zu ver­fas­sungs­wid­ri­gen Ergeb­nis­sen führt oder ob die im Ein­zel­fall ent­ste­hen­den Här­ten für Bezie­her einer Ver­letz­ten­ren­te wegen der Befug­nis des Gesetz­ge­bers, typi­sie­ren­de und pau­scha­lie­ren­de Rege­lun­gen zu tref­fen 47, ver­fas­sungs­recht­lich hin­zu­neh­men sind, braucht hier nicht ent­schie­den zu wer­den. Denn es ist nicht ersicht­lich, dass die Beschwer­de­füh­rer durch die Rege­lun­gen der §§ 636 f. RVO, §§ 104 ff. SGB VII von der Begüns­ti­gung des § 11 Abs. 3 Nr. 2 SGB II aus­ge­schlos­sen wer­den. Die Arbeits­un­fäl­le der Beschwer­de­füh­rer sind in den Jah­ren 1995 und 1996 und damit weit vor der erst­ma­li­gen Bean­tra­gung von Arbeits­lo­sen­geld II gesche­hen. Es ist auch nicht erkenn­bar, dass die Beschwer­de­füh­rer durch ihre Arbeits­un­fäl­le schwe­re Dau­er­schä­den erlit­ten haben, die grund­sätz­lich einen Anspruch auf Schmer­zens­geld in Gestalt einer lau­fen­den Ren­te aus­lö­sen könn­ten. Es kann noch nicht ein­mal fest­ge­stellt wer­den, ob den Beschwer­de­füh­rern über­haupt ein Anspruch auf Schmer­zens­geld gegen ihre Arbeit­ge­ber, der nach dem im Zeit­punkt der Arbeits­un­fäl­le gel­ten­den Recht nur im Fal­le einer schuld­haf­ten uner­laub­ten Hand­lung nach den §§ 823 ff. BGB ent­stan­den wäre (vgl. Art. 229 § 8 Abs. 1 EGBGB in Ver­bin­dung mit §§ 253, 847 BGB in der bis zum 31.07.2002 gel­ten­den Fas­sung), hät­te zuste­hen kön­nen, da sie die nähe­ren Umstän­de ihrer Arbeits­un­fäl­le nicht schil­dern.

Soweit die Beschwer­de­füh­rer wei­te­re Ver­gleichs­grup­pen bil­den, ist bereits eine Ungleich­be­hand­lung ver­gleich­ba­rer Sach­ver­hal­te nicht ersicht­lich.

Ver­let­zung des Eigen­tums­rechts, Art. 14 Abs. 1 GG

Die Beschwer­de­füh­rer wer­den durch die voll­stän­di­ge Anrech­nung der Ver­letz­ten­ren­te auf das Arbeits­lo­sen­geld II nicht in ihrem Grund­recht aus Art. 14 Abs. 1 GG ver­letzt. Inso­weit kann dahin­ste­hen, ob Ansprü­che auf eine Ver­letz­ten­ren­te aus der gesetz­li­chen Unfall­ver­si­che­rung, die allein durch Bei­trä­ge der Arbeit­ge­ber finan­ziert wird (vgl. § 723 Abs. 1 RVO; § 150 Abs. 1 SGB VII), über­haupt vom Schutz­be­reich des Art. 14 Abs. 1 GG umfasst wer­den 48. Selbst wenn dies der Fall wäre, fehlt es an einem Ein­griff in den Schutz­be­reich.

Ein Ein­griff in den Schutz­be­reich des Eigen­tums liegt grund­sätz­lich nur dann vor, wenn der Bestand an geschütz­ten ver­mö­gens­wer­ten Rech­ten in der Hand des Grund­rechts­in­ha­bers auf­grund einer gesetz­li­chen oder auf einem Gesetz beru­hen­den Maß­nah­me zu einem bestimm­ten Zeit­punkt ver­min­dert wird 49. Dies ist hier nicht der Fall. Der Zahl­be­trag der Ver­letz­ten­ren­te bleibt unver­än­dert. Gemin­dert wird ledig­lich das – nicht von Art. 14 Abs. 1 GG geschütz­te – Arbeits­lo­sen­geld II.

Ein Ein­griff in Art. 14 Abs. 1 GG ergibt sich nicht dar­aus, dass, wie die Beschwer­de­füh­rer mei­nen, durch die vol­le Anrech­nung auf das Arbeits­lo­sen­geld II der Zweck der Ver­letz­ten­ren­te, einen imma­te­ri­el­len Scha­dens­aus­gleich zu gewäh­ren, ver­ei­telt wird. Es erscheint bereits zwei­fel­haft, ob der Zweck einer öffent­lich-recht­li­chen Leis­tung über­haupt selbst­stän­dig und unab­hän­gig von ihrem Bestand von der grund­recht­li­chen Gewähr­leis­tung des Art. 14 Abs. 1 GG geschützt sein kann, mit der Fol­ge, dass eine Ver­feh­lung oder Ver­ei­te­lung die­ses Zwecks einen Ein­griff in den Schutz­be­reich des Eigen­tums bedeu­ten wür­de. Dies kann jedoch dahin­ste­hen, da es bei der Ver­letz­ten­ren­te, wie bereits aus­ge­führt, an einer ein­deu­ti­gen Zweck­be­stim­mung durch den Gesetz­ge­ber selbst, die allein einen ent­spre­chen­den selbst­stän­di­gen eigen­tums­recht­li­chen Schutz begrün­den könn­te, fehlt.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 16. März 2011 – 1 BvR 591/​08, 1 BvR 593/​08

  1. BSG, Urteil vom 06.12.2007 – B 14/​7b AS 62/​06 R[]
  2. Art. 3 Abs. 1 GG[]
  3. vgl. BVerfGE 98, 365, 385; stän­di­ge Recht­spre­chung[]
  4. vgl. BVerfGE 79, 1, 17[]
  5. vgl. BVerfGE 93, 386, 396; 105, 73, 110 ff., 133[]
  6. vgl. BVerfGE 110, 412, 431; 112, 164, 174[]
  7. vgl. BVerfGE 55, 72, 88; 88, 87, 96; 101, 54, 101; 107, 27, 45 f.; 112, 164, 174[]
  8. vgl. BVerfGE 100, 195, 205; 116, 229, 238; BVerfG, Beschluss vom 07.07.2010 – 1 BvR 2556/​09[]
  9. vgl. BVerfGE 100, 195, 205[]
  10. vgl. BVerfG, Beschluss vom 24.10.1991 – 1 BvR 1159/​91; BVerfG, Beschluss vom 07.07.2010 – 1 BvR 2556/​09[]
  11. vgl. BVerfGE 112, 164, 175; m.w.N.[]
  12. vgl. BVerfGE 97, 12, 27; BVerfGK 6, 46, 50; 10, 13, 15; 10, 159, 163; stän­di­ge Recht­spre­chung[]
  13. vgl. BVerfGE 58, 369, 374; 69, 188, 205; 70, 230, 240; 84, 197, 199[]
  14. vgl. BVerfG, Beschluss vom 28.09. 2010 – 1 BvR 1660/​08[]
  15. vgl. auch BVerfGE 29, 71, 79; 110, 412, 436; 112, 164, 176[]
  16. vgl. inso­weit auch BSG, Urteil vom 18.02.2010 – B 14 AS 76/​08 R, m.w.N.[]
  17. vgl. inso­weit BVerfGE 125, 175, 222 ff.[]
  18. vgl. BVerfG, Beschluss vom 07.07.2010 – 1 BvR 2556/​09[]
  19. vgl. dazu BVerw­GE 101, 86, 89 f.; BGHZ 153, 113, 120 ff.; BSG, Urteil vom 10.04.2003 – B 4 RA 32/​02 R; Ricke, in: Kas­se­ler Kom­men­tar zum Sozi­al­ver­si­che­rungs­recht, § 56 SGB VII Rn. 2, Jan. 2010; Sacher, in: Lau­ter­bach, SGB VII, § 56 Rn. 5 ff., Aug. 2009[]
  20. vgl. BSGE 60, 128, 132 f.; 71, 299, 301 ff.; BSG, Urteil vom 10.04.2003 – B 4 RA 32/​02 R; BSG, Beschluss vom 29.11.2007 – B 13 RJ 25/​05 R; Kra­nig, in: Hauck, SGB VII, § 56 Rn. 7b, Sept. 2010[]
  21. vgl. auch BSGE 95, 286, 291 Rn. 26[]
  22. vgl. BSG, Urteil vom 10.04.2003 – B 4 RA 32/​02 R, unter Bezug­nah­me auf BVerfGE 34, 118, 132 f.; und BVerfG, Beschluss vom 08.02.1995 – 1 BvR 753/​94[]
  23. vgl. BVerw­GE 101, 86, 92 f.; BGHZ 153, 113, 121 ff., 126 ff.[]
  24. vgl. Ebert, Sozia­ler Fort­schritt 2001, 104, 106 f.; Ricke, Sozia­ler Fort­schritt 2001, 42, 43 f.; Tie­mann, Soz­Sich 2007, 205, 209 f.; Pickshaus/​Fritsche, Soz­Sich 2007, 213, 217[]
  25. vgl. BT-Drucks 11/​4124, sie­he 174[]
  26. vgl. hier­zu BVerfG, Beschluss vom 19.07.1984 – 1 BvR 1614/​83, SozR 2200 § 1278 Nr. 11[]
  27. vgl. BVerfGE 97, 271, 286[]
  28. vgl. BVerfGE 76, 256, 293; m.w.N.[]
  29. vgl. BVerfG, Beschluss vom 07.12. 2010 – 1 BvR 2628/​07[]
  30. vgl. BVerfGE 125, 175, 256[]
  31. vgl. inso­weit aber den Begrün­dungs­an­satz von Kra­nig, in: Hauck/​Noftz, SGB VII, § 56 Rn. 7b, Sept. 2010[]
  32. vgl. BVerfGE 34, 118, 129 ff.; BVerfG, Beschluss vom 08.02.1995 – 1 BvR 753/​94; Beschluss vom 27.02.2009 – 1 BvR 3505/​08[]
  33. vgl. BVerfGE 34, 118, 132 ff.; BVerfG, Beschluss vom 08.02.1995 – 1 BvR 753/​94[]
  34. vgl. BVerw­GE 101, 86, 98[]
  35. vgl. BVerfGE 102, 41, 59 ff.; BVerw­GE 101, 86, 94; m.w.N.[]
  36. dazu BVerfGE 102, 41, 60[]
  37. vgl. BVerfGE 102, 41, 59 ff.[]
  38. vgl. BVerfGE 102, 41, 61; BSG, Urteil vom 10.04.2003 – B 4 RA 32/​02 R[]
  39. vgl. inso­weit auch BVerfGE 116, 229, 240[]
  40. vgl. inso­weit auch BVerfGE 97, 271, 297[]
  41. vgl. z.B. BSG, Urteil vom 18.02.2010 – B 14 AS 86/​08 R, m.w.N.[]
  42. vgl. BSG, Urteil vom 15.04.2008 – B 14/​7b AS 6/​07 R[]
  43. vgl. zum Gan­zen BVerfGE 116, 229, 240; m.w.N.[]
  44. vgl. BVerfGE 116, 229, 238 ff.[]
  45. in die­sem Sin­ne aber Koch, NZS 2006, sie­he 408, 409; Mecke, in: Eicher/​Spellbrink, 2. Aufl. 2008, § 11 Rn. 39; Brühl, in: LPK-SGB II, 3. Aufl. 2009, § 11 Rn. 66; Wen­ner, Soz­Sich 2007, sie­he 395, 396[]
  46. a[]
  47. vgl. hier­zu BVerfGE 63, 119, 128; 84, 348, 360; 87, 234, 255[]
  48. beja­hend Papier, in: Maunz/​Dürig, GG, Art. 14 Rn. 142, Juli 2010; offen­ge­las­sen BVerfG, Beschluss vom 18.02.1988 – 1 BvR 1017/​87, SozR 2200 § 569 Nr. 9; BSG, Urteil vom 10.10.2002 – B 2 U 10/​02 R[]
  49. vgl. BVerfGK 6, 266, 269[]