Ver­tre­tung durch einen Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein in Kin­der­geld­ver­fah­ren

Ein Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein ist nicht berech­tigt, sein Mit­glied in Antrags­ver­fah­ren wegen sozi­al­recht­li­chem Kin­der­geld als Bevoll­mäch­tig­ter wirk­sam zu ver­tre­ten.

Ver­tre­tung durch einen Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein in Kin­der­geld­ver­fah­ren

Dies ent­schied jetzt das Bun­des­so­zi­al­ge­richt auf die Kla­ge eines Lohn­steu­er­hil­fe­ver­eins. Des­sen Mit­glied erhielt für sei­ne Kin­der bis Febru­ar 2009 Kin­der­geld nach dem Ein­kom­men­steu­er­ge­setz, stell­te dann jedoch einen Antrag auf Kin­der­geld nach dem Bun­des­kin­der­geld­ge­setz, weil er sich wegen Ent­sen­dung zusam­men mit sei­ner Fami­lie in Rumä­ni­en auf­hielt. Die zustän­di­ge Behör­de wies den Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein als Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­ten in dem Kin­der­geld­ver­fah­ren nach dem Bun­des­kin­der­geld­ge­setz zurück. Anschlie­ßend bewil­lig­te sie für die Ent­sen­dungs­mo­na­te Kin­der­geld nach dem Bun­des­kin­der­geld­ge­setz.

Die gegen die Zurück­wei­sung als Bevoll­mäch­tig­ter im Antrags­ver­fah­ren nach dem Bun­des­kin­der­geld­ge­setz gerich­te­te Revi­si­on des Lohn­steu­er­hil­fe­ver­eins hat­te letzt­in­stanz­lich vor dem Bun­des­so­zi­al­ge­richt kei­nen Erfolg:

Die Rechts­dienst­leis­tung des Lohn­steu­er­hil­fe­ver­eins für sein Mit­glied ist weder durch das Steu­er­be­ra­tungs­ge­setz noch durch das Rechts­dienst­leis­tungs­ge­setz erlaubt. Die Ver­tre­tung in Kin­der­geld­an­trags­ver­fah­ren nach dem Bun­des­kin­der­geld­ge­setz wird von der Befug­nis zur Hil­fe bei Sach­ver­hal­ten des Fami­li­en­leis­tungs­aus­gleichs im Sin­ne des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes aus­drück­lich nicht umfasst. Die Tätig­keit kann auch nicht als Neben­leis­tung zur Hil­fe in Steu­er­sa­chen ver­stan­den wer­den, weil sich die hier­für nach­zu­wei­sen­den Rechts­kennt­nis­se nicht auf Aus­lands­kin­der­geld­sa­chen erstre­cken.

Eine merk­li­che Beein­träch­ti­gung der Berufs­aus­übung ist damit nach Ansicht des Bun­des­so­zi­al­ge­richts nicht ver­bun­den.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 28. März 2019 – B gericht – 1/​18 R