Was für ein Salat

Bei der Nahrungsaufnahme handelt es sich grundsätzlich um eine private, nicht unfallversicherte Tätigkeit, so dass ein Sturz in der Werkskantine des Arbeitgebers kein Arbeitsunfall ist.

Was für ein Salat

Mit dieser Begründung wies jetzt das Sozialgericht Heilbronn eine Klage ab, mit der der Kläger, ein Beschäftigter in der Fahrzeugentwicklung, einen Sturz an der Salatbar der Werkskantine als Arbeitsunfall anerkannt haben wollte. An den Folgen des Sturzes leidet der Kläger heute noch.

Nach Auffassung des Sozialgerichts Heilbronn hat der Kläger zum Zeitpunkt seines Sturzes an der Salatbar der Werkskantine keine Handlung verrichtet, die der unfallversicherten Tätigkeit (hier als Beschäftigter in der Fahrzeugentwicklung) zuzurechnen ist. Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundessozialgerichts handelt es sich bei der Nahrungsaufnahme nämlich grundsätzlich um eine eigenwirtschaftliche (=private, nicht unfallversicherte) Tätigkeit, da Essen und Trinken unabhängig von der versicherten Tätigkeit erforderlich ist. Nichts anders gilt hier. Zwar wird die Werkskantine vom Arbeitgeber subventioniert. Jedoch ist es betriebsbedingt nicht erforderlich gewesen, gerade dort zu essen – anders als z.B. bei einem Geschäftsessen. Außergewöhnliche Begleitumstände – wie die Notwendigkeit, das Essen aus betrieblichen Gründen hastig in der Werkskantine verzehren zu müssen – liegen nicht vor. Zudem hätte der Kläger genauso bei Aufsuchen eines privat betriebenen Schnellrestaurants stürzen können.

Sozialgericht Heilbronn, Urteil vom 26. März 2012 – S 5 U 1444/11