Wenn die Kran­ken­kas­se Wer­bung macht

Eine deut­sche gesetz­li­che Kran­ken­kas­se, die gegen­über ihren Mit­glie­dern auf einen "Bonus" beim Bezug von zuzah­lungs­pflich­ti­gen Arz­nei­mit­teln bei einer nie­der­län­di­schen Ver­sand­apo­the­ke hin­weist, ver­stößt, wie das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz jetzt ent­schie­den hat, gegen die Bestim­mun­gen der in Rhein­land-Pfalz gel­ten­den Arz­nei­mit­tel­ver­trä­ge.

Wenn die Kran­ken­kas­se Wer­bung macht

Eine Betriebs­kran­ken­kas­se hat­te an ihre Mit­glie­der Wer­be­bro­schü­ren einer nie­der­län­di­schen Ver­sand­apo­the­ke ver­schickt und in einem Begleit­schrei­ben u.a. für einen "per­sön­li­chen Bonus" gewor­ben, den die Ver­si­cher­ten bei die­ser Apo­the­ke auf zuzah­lungs­pflich­ti­ge Arz­nei­mit­tel und frei ver­käuf­li­che Pro­duk­te erhiel­ten. Hier­ge­gen wand­te sich ein in Rhein­land-Pfalz täti­ger Apo­the­ker mit einem Eil­an­trag auf Unter­las­sung.

Das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz hat der Betriebs­kran­ken­kas­se antrags­ge­mäß eine der­ar­ti­ge Wer­bung bei ihren in Rhein­land-Pfalz wohn­haf­ten Miet­glie­dern unter­sagt.

Nach den zwi­schen dem Apo­the­ker­ver­band Rhein­land-Pfalz und ver­schie­de­nen Kran­ken­kas­sen und Kran­ken­kas­sen­ver­bän­den, u.a. dem Lan­des­ver­band der Betriebs­kran­ken­kas­sen, geschlos­se­nen Arz­nei­lie­fer­ver­trä­gen ist eine Beein­flus­sung von Ver­si­cher­ten zuguns­ten einer bestimm­ten Apo­the­ke oder ande­ren Abga­be­stel­le unzu­läs­sig. Die Gren­ze der sach­li­chen und neu­tra­len Infor­ma­tio­nen ist hier durch das Rund­schrei­ben über­schrit­ten wor­den, ins­be­son­de­re habe, so das LSG, der Hin­weis auf das Bonus­sys­tem Anlock­wir­kung.

Lan­des­so­zi­al­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 4. Juni 2009 – L 5 AS 57/​09 B ER