Über­lan­ge Ver­fah­rens­dau­er als Ver­fah­rens­man­gel

Eine über­lan­ge Ver­fah­rens­dau­er stellt nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­ho­fes grund­sätz­lich kein Ver­fah­rens­man­gel dar.

Über­lan­ge Ver­fah­rens­dau­er als Ver­fah­rens­man­gel

Eine über­lan­ge Ver­fah­rens­dau­er stellt nur dann einen Ver­fah­rens­man­gel dar, wenn der Rechts­mit­tel­füh­rer dar­legt, dass es bei einer kür­ze­ren Ver­fah­rens­dau­er zu einer ande­ren Ent­schei­dung des Finanz­ge­richts hät­te kom­men kön­nen 1.

Der aus ver­fas­sungs- und men­schen­recht­li­chen Grün­den erfor­der­li­che Rechts­schutz von Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten gegen über­lan­ge Gerichts­ver­fah­ren wird im Übri­gen in ers­ter Linie durch die Mög­lich­keit zur Erhe­bung von Ver­zö­ge­rungs­rü­gen und Ent­schä­di­gungs­kla­gen nach § 198 GVG gewähr­leis­tet.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 9. Janu­ar 2013 – X B 114/​12

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 17.01.2006 – VIII B 172/​05, BFH/​NV 2006, 799, unter 4., m.w.N.[]