6 Minu­ten Ver­hand­lung

Mit dem Vor­brin­gen, das Finanz­ge­richt habe sich in der münd­li­chen Ver­hand­lung zu den recht­li­chen Fra­gen des Streit­falls nicht geäu­ßert, so dass die­se nicht ein­mal sechs Minu­ten gedau­ert habe, legt der Klä­ger kei­nen Ver­fah­rens­feh­ler des Finanz­ge­richt dar.

6 Minu­ten Ver­hand­lung

Zwar kann das Recht auf Gehör auch durch unzu­rei­chen­de tat­säch­li­che oder recht­li­che Erör­te­rung der Streit­sa­che in der münd­li­chen Ver­hand­lung ver­letzt wer­den. Ein Gericht ist aus dem Gebot, recht­li­ches Gehör zu gewäh­ren, jedoch weder zu einem Rechts­ge­spräch noch zu einem Hin­weis auf sei­ne Rechts­auf­fas­sung in dem Sin­ne ver­pflich­tet, dass es die maß­ge­ben­den tat­säch­li­chen und recht­li­chen Gesichts­punk­te mit den Betei­lig­ten vor­her umfas­send und im Ein­zel­nen zu erör­tern oder ihnen die ein­zel­nen für die Ent­schei­dung erheb­li­chen Gesichts­punk­te, Schluss­fol­ge­run­gen oder das Ergeb­nis sei­ner Gesamt­wür­di­gung im Vor­aus anzu­deu­ten oder mit­zu­tei­len hät­te 1.

Der Klä­ger hat­te sei­ner­seits die Mög­lich­keit, sei­ne Rechts­auf­fas­sung dem Finanz­ge­richt ‑über sei­ne schrift­li­chen Dar­le­gun­gen hin­aus- per­sön­lich vor­zu­tra­gen. Auf Grund der Beweis­kraft des Pro­to­kolls über die münd­li­che Ver­hand­lung vom 17.10.2013 steht fest, dass der Klä­ger das Wort erhal­ten hat. Macht er hier­von kei­nen Gebrauch, kann er sich nicht auf eine Ver­let­zung sei­nes Anspruchs auf recht­li­ches Gehör beru­fen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 8. Juli 2015 – X R 41/​13

  1. BFH, Beschlüs­se vom 23.08.2007 – X B 183/​07, BFH/​NV 2007, 2320, unter II. 2.a; und vom 26.08.2010 – X B 210/​09, BFH/​NV 2010, 2287, unter III. 4.a[]