Ablauf­hem­mung bei einer Auf­trags­prü­fung

In sei­ner Ent­schei­dung om 21.04.1993 [1] hat der Bun­des­fi­nanz­hof den Rechts­satz auf­ge­stellt, dass eine von der beauf­trag­ten Finanz­be­hör­de durch­ge­führ­te Außen­prü­fung (§ 195 Satz 2 AO) den Ablauf der Fest­set­zungs­ver­jäh­rung nicht gemäß § 171 Abs. 4 AO hemmt, wenn die Rechts­wid­rig­keit der Beauf­tra­gung fest­ge­stellt wird.

Ablauf­hem­mung bei einer Auf­trags­prü­fung

Dass dem­ge­gen­über recht­mä­ßi­ge Prü­fungs­maß­nah­men die Hem­mung gemäß § 171 Abs. 4 Satz 1 AO aus­lö­sen kön­nen, ver­steht sich für den Bun­des­fi­nanz­hof von selbst.

Wenn der Bun­des­fi­nanz­hof in sei­ner Ent­schei­dung vom 21.04.1993 davon spricht, dass die Fol­gen der Rechts­wid­rig­keit einer Prü­fungs­an­ord­nung für den Lauf der Fest­set­zungs­frist nicht „geheilt“ wer­den könn­ten, dann ist damit kei­ne Hei­lung i.S. des § 126 AO gemeint, son­dern die „Hei­lung“ durch den nach­träg­li­chen Erlass einer ‑zwei­ten, jetzt- recht­mä­ßi­gen Prü­fungs­an­ord­nung. Eine Äuße­rung zu den Fol­gen einer gemäß § 126 AO geheil­ten Geset­zes­ver­let­zung für den Lauf der Fest­set­zungs­frist ist dem Urteil nicht zu ent­neh­men.

In sei­nem Urteil vom 15.05.2013 [2] hat der Bun­des­fi­nanz­hof aus­ge­führt, dass die Beauf­tra­gung einer ande­ren Behör­de mit der Außen­prü­fung eine Ermes­sens­ent­schei­dung dar­stellt, die der Begrün­dung bedarf.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 25. Febru­ar 2015 – I B 66/​14

  1. BFH, Urteil vom 21.04.1993 – X R 112/​91, BFHE 171, 15, BStBl II 1993, 649[]
  2. BFH, Urteil vom 15.05.2013 – IX R 27/​12, BFHE 241, 21, BStBl II 2013, 570[]