Ablauf­hem­mung wegen Fahn­dungs­prü­fung

Eine zeit­li­che Gren­ze für den Erlass von Ände­rungs­be­schei­den im Anschluss an Fahn­dungs­maß­nah­men wird nur durch den Ein­tritt der Ver­wir­kung gezo­gen.

Ablauf­hem­mung wegen Fahn­dungs­prü­fung

Durch die Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist bereits geklärt, dass die nach § 171 Abs. 5 AO gehemm­te Fest­set­zungs­frist nicht abläuft, bevor die auf­grund der Ermitt­lun­gen zu erlas­sen­den Steu­er­be­schei­de "unan­fecht­bar" gewor­den sind.

Nach dem Wort­laut der Norm ist die Dau­er der Ablauf­hem­mung mit der Unan­fecht­bar­keit der auf­grund der Ermitt­lun­gen zu erlas­sen­den Beschei­de ver­knüpft. Dies hat zur Fol­ge, dass der Erlass eines Ände­rungs­be­scheids im Anschluss an eine Fahn­dungs­prü­fung grund­sätz­lich ohne zeit­li­che Begren­zung zuläs­sig ist.

Es kommt somit nicht dar­auf an, dass die­se Beschei­de inner­halb eines bestimm­ten Zeit­raums nach Abschluss der Ermitt­lun­gen erge­hen oder ihre Umset­zung über einen län­ge­ren Zeit­raum unter­bleibt 1. Eine zeit­li­che Gren­ze für den Erlass von Ände­rungs­be­schei­den im Anschluss an Fahn­dungs­maß­nah­men wird nur durch den Ein­tritt der Ver­wir­kung gezo­gen 2. Eine Ver­wir­kung setzt danach über den Zeit­ab­lauf hin­aus­ge­hen­de Umstän­de vor­aus, die die ver­spä­te­te Rechts­aus­übung als Ver­stoß gegen Treu und Glau­ben erschei­nen las­sen 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 16. März 2016 – V B 89/​15

  1. BFH, Urteil vom 17.12 2015 – V R 58/​14, juris unter II. 1. b bb (1), Rz 19, sowie BFH, Urteil vom 24.04.2002 – I R 25/​01, BFHE 198, 303, BSt­Bl II 2002, 586, unter II. 4.a, Rz 19[]
  2. BFH, Urteil in BFHE 198, 303, BSt­Bl II 2002, 586, Rz 27[]
  3. vgl. BFH, Urteil in BFHE 198, 303, BSt­Bl II 202, 5486, Rz 27, m.w.N.[]