Able­hungs­ge­such – und das Rechts­schutz­in­ter­es­se

Einem Ableh­nungs­ge­such fehlt das Rechts­schutz­in­ter­es­se, wenn es im abge­schlos­se­nen Ver­fah­ren nach Been­di­gung der Instanz gestellt wird, sofern sich die Ableh­nung ‑selbst wenn sie begrün­det wäre- nicht mehr auf die Sach­ent­schei­dung des Gerichts aus­wir­ken könn­te 1.

Able­hungs­ge­such – und das Rechts­schutz­in­ter­es­se

Dies ist u.a. dann der Fall, wenn der Klä­ger sei­ne Zwei­fel an der Objek­ti­vi­tät des Ein­zel­rich­ters erst nach Ver­kün­dung und Zustel­lung des Urteils gel­tend macht.

Als Ursa­che für eine Par­tei­lich­keit des Rich­ters kann grund­sätz­lich nicht sei­ne einer Par­tei ungüns­ti­ge Rechts­auf­fas­sung in einem frü­he­ren Ver­fah­ren gel­tend gemacht wer­den 2, und zwar auch dann nicht, wenn die in dem ande­ren Ver­fah­ren ver­tre­te­ne Rechts­an­sicht des Rich­ters unzu­tref­fend sein soll­te. Denn das Rich­terab­leh­nungs­ver­fah­ren schützt nicht gegen unrich­ti­ge Rechts­auf­fas­sun­gen des Rich­ters. Dage­gen kön­nen sich die Betei­lig­ten mit den vor­ge­se­he­nen Rechts­be­hel­fen weh­ren. Das Ableh­nungs­ver­fah­ren dient allein dazu, den Betei­lig­ten davor zu bewah­ren, dass an der Ent­schei­dung in der ihn betref­fen­den Streit­sa­che ein Rich­ter mit­wirkt, an des­sen Unpar­tei­lich­keit Zwei­fel begrün­det sind 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21. Okto­ber 2015 – V B 36/​15

  1. BFH, Beschlüs­se vom 10.12 2014 – V B 145/​14, BFH/​NV 2015, 344; und vom 17.08.2007 – IV B 143/​06[]
  2. BFH, Beschluss vom 30.11.1987 – VIII B 7/​87, nicht ver­öf­fent­licht, unter Hin­weis auf den BFH, Beschluss vom 14.01.1971 – V B 67/​69, BFHE 101, 207, BSt­Bl II 1971, 243[]
  3. vgl. BFH, Beschluss vom 04.07.1985 – V B 3/​85, BFHE 144, 144, 149, BSt­Bl II 1985, 555[]