AdV-Beschwerden vor dem Bundesfinanzhof – und die Zurückverweisung an das Finanzgericht

Zwar ergeht die Entscheidung über einen Antrag auf AdV wegen dessen Eilbedürftigkeit aufgrund des Prozessstoffs, der sich aus den dem Gericht vorliegenden Unterlagen, insbesondere den Akten und den präsenten Beweismitteln ergibt, aus denen das Gericht seine Feststellungen zum Sachverhalt zu treffen hat, und es besteht im Beschwerdeverfahren für den BFH als Tatsachengericht grundsätzlich selbst die Befugnis und Pflicht zur Tatsachenfeststellung1.

AdV-Beschwerden vor dem Bundesfinanzhof – und die Zurückverweisung an das Finanzgericht

Jedoch ist nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs auch eine Zurückverweisung des Verfahrens zur ergänzenden Tatsachenfeststellung durch das Finanzgericht nach den §§ 132, 155 Satz 1 FGO i.V.m. § 572 Abs. 3 ZPO möglich, weil der Bundesfinanzhof als Revisions- und Beschwerdegericht in erster Linie die Aufgabe hat, die Entscheidungen der Finanzgerichte zu überprüfen2, die Sachnähe des Finanzgericht, bei dem die Hauptsache anhängig ist, für eine Zurückverweisung spricht3 und das Finanzgericht die Aufgabe der ergänzenden Tatsachenfeststellung in der Regel schneller und effektiver erfüllen kann4.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 16. Mai 2019 – XI B 13/19

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 10.01.2013 – XI B 33/12, BFH/NV 2013, 783, Rz 19[]
  2. vgl. BFH, Beschluss vom 20.07.2012 – V B 82/11, BFHE 237, 545, BStBl II 2012, 809, Rz 31 ff.[]
  3. vgl. BFH, Beschluss vom 05.12 2018 – VIII B 130/18, BFH/NV 2019, 282, Rz 17[]
  4. vgl. BFH, Beschluss vom 06.11.2008 – IV B 126/07, BFHE 223, 294, BStBl II 2009, 156, Rz 18[]
  5. vgl. BVerfGE 67, 43, 58; 96, 27, 39[]

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