Ände­rungs­be­scheid – und die Revi­si­ons­ent­schei­dung im Beschluss­ver­fah­ren

Der Bun­des­fi­nanz­hof kann unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 126a FGO über die Revi­si­on durch Beschluss auch dann ent­schei­den, wenn die Vor­ent­schei­dung aus ver­fah­rens­recht­li­chen Grün­den auf­zu­he­ben ist, weil ihr ein Ände­rungs­be­scheid nach­folgt, der den Sach­streit jedoch nicht berührt.

Ände­rungs­be­scheid – und die Revi­si­ons­ent­schei­dung im Beschluss­ver­fah­ren

Die Vor­schrift des § 126a FGO ist auch dann anwend­bar, wenn das ange­foch­te­ne Urteil ‑wie im Streit­fall- wegen Aus­wechs­lung des Ver­fah­rens­ge­gen­stan­des aus ver­fah­rens­recht­li­chen Grün­den im Revi­si­ons­ver­fah­ren auf­zu­he­ben ist, der Bun­des­fi­nanz­hof bei sei­ner in der Sache selbst zu tref­fen­den Ent­schei­dung aber ein­stim­mig das Revi­si­ons­be­geh­ren mate­ri­ell-recht­lich für unbe­grün­det und eine münd­li­che Ver­hand­lung nicht für erfor­der­lich hält1.

Das ange­foch­te­ne Urteil ist aus ver­fah­rens­recht­li­chen Grün­den auf­zu­he­ben. Ihm lie­gen nicht mehr exis­tie­ren­de Beschei­de zugrun­de, nach­dem das Finanz­amt am 18.12 2015 Umsatz­steu­er-Ände­rungs­be­schei­de für die Streit­jah­re über die blo­ße Umset­zung des Urteils­te­nors hin­aus erlas­sen hat. Dies hat zur Fol­ge, dass die Vor­ent­schei­dung kei­nen Bestand haben kann. Gegen­stand der revi­si­ons­recht­li­chen Prü­fung ist des­halb nun­mehr die Recht­mä­ßig­keit der vor­ge­nann­ten Umsatz­steu­er-Ände­rungs­be­schei­de2.

Den­noch bedarf es kei­ner Zurück­ver­wei­sung gemäß § 127 FGO an das Finanz­ge­richt, wenn der Sach­streit durch die Ände­rungs­be­schei­de nicht berührt wird und der Klä­ger auch kei­nen wei­ter­ge­hen­den Antrag gestellt hat.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 27. Sep­tem­ber 2017 – XI R 18/​16

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 24.06.2014 – VIII R 48/​11, BFH/​NV 2014, 1568; Berg­kem­per in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 126a FGO Rz 3
  2. stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. z.B. BFH, Urteil vom 12.10.2016 – XI R 5/​14, BFHE 255, 457, BSt­Bl II 2017, 500, Rz 18, m.w.N.