Amts­nie­der­le­gung des Geschäfts­füh­rers – und die Pro­zess­fä­hig­keit der GmbH

Eine GmbH ist nicht mehr pro­zess­fä­hig, nach­dem ihr Geschäfts­füh­rer (bzw Liqui­da­tor) noch vor Ein­le­gung des Rechts­mit­tels sein Amt nie­der­ge­legt hat.

Amts­nie­der­le­gung des Geschäfts­füh­rers – und die Pro­zess­fä­hig­keit der GmbH

Dem steht nicht ent­ge­gen, dass die Amts­nie­der­le­gung ent­ge­gen § 67 Abs. 1 GmbHG noch nicht im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist. Denn die Ein­tra­gung wirkt nur dekla­ra­to­risch 1.

Die Fol­gen einer unter­las­se­nen Ein­tra­gung regelt § 15 HGB. Gemäß § 15 Abs. 1 HGB kann der Anmel­de­pflich­ti­ge ‑vor­lie­gend die GmbH- einem gut­gläu­bi­gen Drit­ten die Amts­nie­der­le­gung des Liqui­da­tors nicht ent­ge­gen­hal­ten. Die Publi­zi­täts­wir­kung des § 15 Abs. 1 HGB wirkt zu Las­ten des­je­ni­gen, in des­sen Ange­le­gen­hei­ten die jewei­li­ge Tat­sa­che ‑vor­lie­gend die Amts­nie­der­le­gung- ein­zu­tra­gen war, geschützt wird der red­li­che Drit­te 2. In die­sem Sin­ne red­li­cher Drit­te ist aber nicht die GmbH, um deren eige­ne Ver­tre­tung es geht.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 10. März 2016 – IX B 135/​15

  1. Haas in Baumbach/​Hueck, GmbHG, 20. Aufl., § 67 Rz 16, m.w.N.[]
  2. Preuß in Oet­ker, HGB, 4. Aufl., § 15 Rz 22, 24, m.w.N.[]