Anfech­tungs­kla­ge oder Fest­stel­lungs­kla­ge?

Für die Ein­ord­nung und Wür­di­gung einer Kla­ge­art kommt es nicht auf die Bezeich­nung, son­dern auf den Inhalt des Kla­ge­be­geh­rens an, der ggf. im Wege der Aus­le­gung zu ermit­teln ist 1.

Anfech­tungs­kla­ge oder Fest­stel­lungs­kla­ge?

In der Aus­le­gung pro­zes­sua­ler Wil­lens­er­klä­run­gen, die im erst­in­stanz­li­chen Kla­ge­ver­fah­ren abge­ge­ben wor­den sind, ist das Revi­si­ons­ge­richt frei; es ist inso­weit nicht an die Aus­le­gung durch die Vor­in­stanz gebun­den 2.

Im vor­lie­gen­den Fall begehr­te die Klä­ge­rin nicht nur die Fest­stel­lung der Nich­tig­keit des Bescheids, son­dern dar­über hin­aus die Auf­he­bung des Bescheids. Die­ses Kla­ge­be­geh­ren ist im Wege der Anfech­tungs­kla­ge zu ver­fol­gen, zumal dem Vor­brin­gen der Klä­ge­rin zu ent­neh­men ist, dass der Bescheid auch im Fal­le der Rechts­wid­rig­keit auf­ge­ho­ben wer­den soll.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 19. Okto­ber 2016 – II R 44/​12

  1. vgl. BFH, Urteil vom 29.04.2009 – X R 35/​08, BFH/​NV 2009, 1777, m.w.N.[]
  2. BFH, Urteil vom 20.09.1996 – VI R 43/​93, BFH/​NV 1997, 249[]