Anfor­de­run­gen an die Revi­si­ons­be­grün­dung

Nach § 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a FGO muss die Revi­si­ons­be­grün­dung die bestimm­te Bezeich­nung der Umstän­de ent­hal­ten, aus denen sich die Rechts­ver­let­zung ergibt. Dies erfor­dert, dass die erho­be­ne Rüge ein­deu­tig erken­nen las­sen muss, wel­che Norm der Revi­si­ons­klä­ger für ver­letzt hält.

Anfor­de­run­gen an die Revi­si­ons­be­grün­dung

Fer­ner muss der Revi­si­ons­klä­ger die Grün­de tat­säch­li­cher und recht­li­cher Art ange­ben, die nach sei­ner Auf­fas­sung das erst­in­stanz­li­che Urteil als unrich­tig erschei­nen las­sen.

Das folgt aus dem Sinn und Zweck des § 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a FGO, das Revi­si­ons­ge­richt zu ent­las­ten und den Revi­si­ons­klä­ger zu zwin­gen, Inhalt, Umfang und Zweck des Revi­si­ons­an­griffs von vorn­her­ein klar­zu­stel­len [1].

Dem­ge­mäß muss sich der Revi­si­ons­klä­ger mit den tra­gen­den Grün­den des finanz­ge­richt­li­chen Urteils aus­ein­an­der­set­zen und dar­le­gen, wes­halb er die­se für unrich­tig hält [2].

Die Revi­si­ons­schrift genügt die­sen Anfor­de­run­gen. Es ist ins­be­son­de­re unschäd­lich, dass der Klä­ger mit sei­nen mate­ri­ell-recht­li­chen Ein­wen­dun­gen gegen das Finanz­ge­richt, Urteil die sei­ner Ansicht nach ver­letz­te Rechts­norm nicht aus­drück­lich bezeich­net hat. Denn es genügt inso­weit, dass aus der Revi­si­ons­be­grün­dung erkenn­bar ist, wel­che Rechts­norm der Revi­si­ons­klä­ger für ver­letzt hält [3]. Dies ist hier der Fall. Denn die Aus­füh­run­gen des Klä­gers erge­ben, dass das Finanz­ge­richt nach sei­ner Auf­fas­sung § 11 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) ver­letzt habe, weil es ver­meint­lich rechts­feh­ler­haft einen Abfluss von nega­ti­ven Ein­nah­men oder Wer­bungs­kos­ten nicht schon in den Streit­jah­ren bejaht habe. Dar­über hin­aus hat sich der Klä­ger auch in aus­rei­chen­dem Maße mit den tra­gen­den Grün­den des ange­foch­te­nen Urteils aus­ein­an­der­ge­setzt und dar­ge­tan, wes­halb er die­se Grün­de für rechts­feh­ler­haft hält.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 14. April 2016 – VI R 13/​14

  1. BFH, Beschlüs­se vom 30.04.2002 – VII R 109/​00, BFH/​NV 2002, 1185; und vom 31.10.2002 – VII R 4/​02, BFH/​NV 2003, 328, 329[]
  2. BFH, Beschlüs­se vom 16.10.1998 – III R 7/​98, BFH/​NV 1999, 501, 502; vom 27.11.2003 – VII R 49/​03, BFH/​NV 2004, 521; und vom 20.04.2010 – VI R 44/​09, BFHE 228, 407, BStBl II 2010, 691; BFH, Urteil vom 16.03.2000 – III R 21/​99, BFHE 192, 169, 172, BStBl II 2000, 700, 702[]
  3. BFH, Urtei­le vom 18.12 1970 – III R 32/​70, BFHE 101, 349, BStBl II 1971, 329; vom 25.06.2003 – X R 66/​00, BFH/​NV 2004, 19; und vom 28.11.2007 – X R 24/​06, BFH/​NV 2008, 774[]