Anhö­rungs­rü­ge – und die schlüs­si­ge, sub­stan­ti­ier­te und nach­voll­zieh­ba­re Dar­stel­lung des Gehör­ver­sto­ßes

Nach § 133a Abs. 2 Satz 5 FGO muss in der Anhö­rungs­rü­ge "dar­ge­legt" wer­den, dass die Vor­aus­set­zun­gen des § 133a Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 FGO vor­lie­gen.

Anhö­rungs­rü­ge – und die schlüs­si­ge, sub­stan­ti­ier­te und nach­voll­zieh­ba­re Dar­stel­lung des Gehör­ver­sto­ßes

Eine Dar­le­gung ver­langt die schlüs­si­ge, sub­stan­ti­ier­te und nach­voll­zieh­ba­re Dar­stel­lung, zu wel­chen Sach- oder Rechts­fra­gen der Rüge­füh­rer sich im rechts­kräf­tig abge­schlos­se­nen Ver­fah­ren nicht habe äußern kön­nen, wel­ches ent­schei­dungs­er­heb­li­che Vor­brin­gen des Rüge­füh­rers das Gericht unter Ver­stoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG nicht zur Kennt­nis genom­men oder in Erwä­gung gezo­gen habe und wor­aus der Rüge­füh­rer dies meint fol­gern zu kön­nen 1.

Es gel­ten die­sel­ben Anfor­de­run­gen wie für die Dar­le­gung der Zulas­sungs­grün­de bei der Beschwer­de wegen der Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on gemäß § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO 2.

Im Fall einer Anhö­rungs­rü­ge gegen eine Beschwer­de­ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist allein die Ver­let­zung des Anspruchs auf recht­li­ches Gehör durch den Bun­des­fi­nanz­hof maß­geb­lich; auf eine ver­meint­li­che Gehörs­ver­let­zung durch das Finanz­ge­richt im Rah­men sei­ner mit der Beschwer­de ange­grif­fe­nen Ent­schei­dung kommt es dage­gen nicht an 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 25. Febru­ar 2016 – VII S 26/​15

  1. BFH, Beschluss vom 26.11.2008 – VII S 28/​08, BFH/​NV 2009, 409; Gräber/​Ratschow, Finanz­ge­richts­ord­nung, 8. Aufl., § 133a Rz 13, m.w.N.[]
  2. BFH, Beschluss vom 03.11.2010 – X S 28/​10, BFH/​NV 2011, 203[]
  3. BFH, Beschluss vom 15.12 2014 – X S 20/​14, BFH/​NV 2015, 508[]