Anschluss­re­vi­si­on

Eine Anschluss­re­vi­si­on ist nur zuläs­sig, wenn der Anschluss­re­vi­si­ons­klä­ger durch das Urteil des Finanz­ge­richt beschwert ist. Legt der Klä­ger die Anschluss­re­vi­si­on ein, ist das Vor­lie­gen der Beschwer bei Strei­tig­kei­ten über die Recht­mä­ßig­keit eines Ein­kom­men­steu­er­be­scheids nach der Dif­fe­renz zwi­schen begehr­ter und fest­ge­setz­ter Steu­er zu beur­tei­len.

Anschluss­re­vi­si­on

Die Zuläs­sig­keit der Anschluss­re­vi­si­on setzt u.a. vor­aus, dass der Anschluss­re­vi­si­ons­klä­ger durch das Urteil des Finanz­ge­richt beschwert ist 1. Legt der Klä­ger die Anschluss­re­vi­si­on ein, ist die erfor­der­li­che (for­mel­le) Beschwer gege­ben, soweit das Finanz­ge­richt dem Kla­ge­be­geh­ren nicht voll ent­spro­chen hat 2. Bei Strei­tig­kei­ten über die Recht­mä­ßig­keit eines Ein­kom­men­steu­er­be­scheids ist dies nach der Dif­fe­renz zwi­schen der begehr­ten und der fest­ge­setz­ten Steu­er zu beur­tei­len 3.

Danach fehlt es im Streit­fall an der erfor­der­li­chen Beschwer, weil das Finanz­ge­richt die Ein­kom­men­steu­er im Ergeb­nis auf den vom Klä­ger bean­trag­ten Betrag her­ab­ge­setzt und damit dem Kla­ge­be­geh­ren voll ent­spro­chen hat.

Da Gegen­stand des Kla­ge­be­geh­rens (Streit­ge­gen­stand) im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren nicht ein ein­zel­nes Besteue­rungs­merk­mal, son­dern die Recht­mä­ßig­keit des die Ein­kom­men­steu­er fest­set­zen­den Bescheids ist 4, kann die Beschwer auch nicht dar­in gese­hen wer­den, dass das Finanz­ge­richt die Erstat­tungs­zin­sen nicht als außer­or­dent­li­che Ein­künf­te i.S. des § 34 Abs. 1 und 2 EStG qua­li­fi­ziert hat.

Die Anschluss­re­vi­si­on ist auch nicht des­halb zuläs­sig, weil sie ‑anders als (selb­stän­di­ge) Rechts­mit­tel (vgl. § 145 FGO)- auf die Anfech­tung der Kos­ten­ent­schei­dung des Finanz­ge­richt beschränkt wer­den kann 5.

Eine sol­che Beschrän­kung kann nur dann zuläs­sig sein, wenn der Anschluss­re­vi­si­ons­klä­ger auch tat­säch­lich eine ent­spre­chen­de Beschwer durch die Kos­ten­ent­schei­dung der Vor­in­stanz gel­tend macht 6. Hier­an fehlt es.

Wird neben einer zuläs­si­gen Revi­si­on eine unzu­läs­si­ge Anschluss­re­vi­si­on ein­ge­legt, kann der Bun­des­fi­nanz­hof ins­ge­samt über bei­de Revi­sio­nen durch Urteil ent­schei­den 7.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2014 – III R 5/​12

  1. BFH, Urteil vom 29.10.2002 – VII R 48/​01, BFHE 200, 66, Rz 23, m.w.N.[]
  2. vgl. z.B. BFH, Urteil vom 15.05.2013 – X R 27/​11, BFH/​NV 2013, 1583, Rz 5, betref­fend die Ein­le­gung der Revi­si­on[]
  3. BFH, Urteil vom 15.11.1995 – X R 87/​92, BFH/​NV 1996, 545, unter B I.[]
  4. vgl. z.B. BFH, Urteil in BFH/​NV 1996, 545, unter B I.[]
  5. BFH, Urteil vom 22.04.2004 – V R 72/​03, BFHE 205, 525, BSt­Bl II 2004, 684, unter II. 2.a, m.w.N.[]
  6. vgl. BFH, Urteil vom 27.09.1994 – VIII R 36/​89, BFHE 176, 289, BSt­Bl II 1995, 353, unter B.[]
  7. BFH, Urteil vom 11. Sep­tem­ber 2013 – II R 37/​12, BFHE 243, 1, BSt­Bl II 2014, 114, Rz 39[]