Auf­nah­me eines Finanz­ge­richts­ver­fah­rens durch den Insol­venz­ver­wal­ter in der Revi­si­ons­in­stanz – und die Säum­nis­zu­schlä­ge

Gemäß § 115 Abs. 1 FGO rich­tet sich die Revi­si­on nur gegen das Urteil des Finanz­ge­richts.

Auf­nah­me eines Finanz­ge­richts­ver­fah­rens durch den Insol­venz­ver­wal­ter in der Revi­si­ons­in­stanz – und die Säum­nis­zu­schlä­ge

Infol­ge der geän­der­ten Pro­zess­si­tua­ti­on nach Eröff­nung des Insol­venz­ver­fah­rens und Auf­nah­me der Kla­ge durch den Klä­ger war zwar grund­sätz­lich die Umstel­lung auf einen Fest­stel­lungs­an­trag zuläs­sig und gebo­ten, da sich der Rechts­streit von einer Anfech­tungs­kla­ge in ein Insol­venz­fest­stel­lungs­ver­fah­ren gewan­delt hat 1.

Soweit sich der Fest­stel­lungs­an­trag des Klä­gers auf For­de­run­gen bezieht, die vom Finanz­amt zur Insol­venz­ta­bel­le ange­mel­det wor­den sind, ohne zuvor Gegen­stand der finanz­ge­richt­li­chen Anfech­tungs­kla­ge gewe­sen zu sein, liegt aber eine im Revi­si­ons­ver­fah­ren unzu­läs­si­ge Kla­ge­än­de­rung vor (§ 123 Abs. 1 Satz 1 FGO), die auch die Insol­venz­fest­stel­lungs­kla­ge erfasst.

Dies betrifft vom Finanz­amt zur Insol­venz­ta­bel­le ange­mel­de­te Säum­nis­zu­schlä­ge, die nicht Gegen­stand der vom Finanz­ge­richt ent­schie­de­nen Anfech­tungs­kla­ge waren.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Sep­tem­ber 2017 – VIII R 59/​14

  1. Loo­se in Tipke/​Kruse, Abga­ben­ord­nung, Finanz­ge­richts­ord­nung, § 251 AO Rz 53a; Koenig/​Fritsch, Abga­ben­ord­nung, 3. Aufl., § 251 Rz 34; vgl. auch BFH, Urteil vom 13.11.2007 – VII R 61/​06, BFHE 220, 289, BSt­Bl II 2008, 790, zur Auf­nah­me durch das Finanz­amt[]