Aus­schluss­frist – und die Ver­fü­gung des Rich­ters

Im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren muss die Ver­fü­gung zur Set­zung einer Aus­schluss­frist vom Rich­ter unter­schrie­ben sein.

Aus­schluss­frist – und die Ver­fü­gung des Rich­ters

Nach der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung muss eine Ver­fü­gung, mit der eine Aus­schluss­frist gesetzt wird; vom Rich­ter unter­schrie­ben sein, so dass ein Namens­kür­zel (Para­phe) nicht genügt 1.

Das Unter­schrifts­er­for­der­nis ergibt sich aus der Not­wen­dig­keit, dass gericht­li­che Wil­lens­äu­ße­run­gen, wie z.B. Ver­fü­gun­gen, die Rechts­wir­kun­gen für die Pro­zess­be­tei­lig­ten haben, ihren Urhe­ber erken­nen las­sen müs­sen.

Im Streit­fall sah der der Bun­des­fi­nanz­hof die­ses Erfor­der­nis als erfüllt an, denn die eigent­li­che Ver­fü­gung trug nach sei­ner Ein­schät­zung eine Unter­schrift und nicht nur eine Para­phe:

Dass es sich um die Unter­schrift des Rich­ters am Finanz­ge­richt … han­delt, ergibt ein Ver­gleich mit der Unter­schrift, die sich auf dem Ori­gi­nal des bei den Akten befind­li­chen Urteils befin­det. Die auf dem Blatt der Ver­fü­gung eben­falls ange­brach­te Para­phe bezieht sich ledig­lich auf eine inter­ne Anwei­sung, mit der eine Über­sen­dung einer Durch­schrift der Ver­fü­gung an die Steu­er­be­ra­ter­kam­mer als Pas­siv­par­tei bewirkt wer­den soll. Im Übri­gen ist die Zustel­lung einer beglau­big­ten Abschrift der Ver­fü­gung aus­rei­chend; die­se muss kei­ne Ori­gi­nal­un­ter­schrift des ver­fü­gen­den Rich­ters tra­gen. Der gerüg­te Ver­fah­rens­man­gel liegt somit nicht vor.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 25. Janu­ar 2016 – VII B 97/​15

  1. BFH, Ent­schei­dun­gen vom 17.11.2003 – XI B 213/​01, BFH/​NV 2004, 514; vom 14.04.1983 – V R 4/​80, BFHE 138, 21, BSt­Bl II 1983, 421; und vom 26.08.1982 – IV R 31/​82, BFHE 136, 351, BSt­Bl II 1983, 23[]