Beweis­erhe­bung durch Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten – und die Tat­sa­chen­grund­la­ge

Besteht im Ein­zel­fall die Not­wen­dig­keit zur Beweis­auf­nah­me, muss das Finanz­ge­richt bei Beweis­erhe­bung durch einen Sach­ver­stän­di­gen § 82 FGO i.V.m. §§ 386 bis 414 ZPO beach­ten und ins­be­son­de­re nach § 404a Abs. 3 ZPO bestim­men, wel­che (strei­ti­gen) Tat­sa­chen der Sach­ver­stän­di­ge der Begut­ach­tung zugrun­de legen soll 1.

Beweis­erhe­bung durch Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten – und die Tat­sa­chen­grund­la­ge

Danach ist es grund­sätz­lich die Auf­ga­be des Tatrich­ters, dem Sach­ver­stän­di­gen die not­wen­di­gen Anknüp­fungs­tat­sa­chen vor­zu­ge­ben 2. Mit eige­nen Ermitt­lun­gen von Anknüp­fungs­tat­sa­chen ist der Sach­ver­stän­di­ge allen­falls aus­nahms­wei­se, näm­lich nur "soweit es erfor­der­lich ist" (§ 404a Abs. 4 ZPO), zu beauf­tra­gen, wenn bereits hier­für eine dem Gericht feh­len­de Sach­kun­de erfor­der­lich ist 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 11. Novem­ber 2014 – VIII R 17/​12

  1. BFH, Beschluss vom 26.05.2010 – VIII B 224/​09, BFH/​NV 2010, 1650[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 21.01.1997 – VI ZR 86/​96, NJW 1997, 1446[]
  3. vgl. Zöller/​Greger, ZPO, 30. Aufl., § 404a Rz 4[]