Das Urteil des Finanz­ge­richts – und die Anfor­de­run­gen an die Revi­si­ons­be­grün­dung

Wen­det sich der Revi­si­ons­klä­ger gegen die mate­ri­el­le Sicht des Finanz­ge­richt, so hat er die Umstän­de zu bezeich­nen, aus denen sich die Rechts­ver­let­zung ergibt (§ 120 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a FGO).

Das Urteil des Finanz­ge­richts – und die Anfor­de­run­gen an die Revi­si­ons­be­grün­dung

Das umfasst auch Anga­ben dazu, aus wel­chen Grün­den der Revi­si­ons­klä­ger das erst­in­stanz­li­che Urteil als unrich­tig erach­tet. Dem­ge­mäß gehört nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) zu einer ord­nungs­ge­mä­ßen Revi­si­ons­be­grün­dung u.a. die Aus­ein­an­der­set­zung mit den Grün­den des ange­foch­te­nen Finanz­ge­richt, Urteils. Der Revi­si­ons­klä­ger muss neben der Rüge eines kon­kre­ten Rechts­ver­sto­ßes die Grün­de tat­säch­li­cher oder recht­li­cher Art ange­ben, die nach sei­ner Auf­fas­sung das erst­in­stanz­li­che Urteil als unrich­tig erschei­nen las­sen. Erfor­der­lich ist damit eine zumin­dest kur­ze Aus­ein­an­der­set­zung mit den Grün­den des ange­foch­te­nen Urteils, aus der zu erken­nen ist, dass der Revi­si­ons­klä­ger die Begrün­dung die­ses Urteils und sein eige­nes Vor­brin­gen über­prüft hat 1.

Die Klä­ge­rin wie­der­holt zwar in ihrer Revi­si­ons­be­grün­dung zu gro­ßen Tei­len ihr Vor­brin­gen aus der erst­in­stanz­li­chen Kla­ge­be­grün­dung. Sie befasst sich jedoch auch mit der Argu­men­ta­ti­on des Finanz­ge­richt und stellt die­ser ihre eige­ne Rechts­auf­fas­sung ent­ge­gen. So stellt sie die Auf­fas­sung des Finanz­ge­richt her­aus, eine Zusam­men­fas­sung des BgA Hal­len­bad sei auf­grund der gesell­schafts­recht­li­chen Ver­bun­den­heit der drei GmbH mit der A‑KG nur mit deren ihrer­seits bereits zusam­men­ge­fass­ten Betrie­ben mög­lich, und setzt dem ihre Auf­fas­sung ent­ge­gen, der zufol­ge auch die Mög­lich­keit einer davon abwei­chen­den Zusam­men­fas­sungs­rei­hen­fol­ge bestehen müs­se. Damit ist dem Begrün­dungs­er­for­der­nis Genü­ge getan.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 29. Novem­ber 2017 – I R 83/​15

  1. stän­di­ge Recht­spre­chung, s. z.B. BFH, Beschluss vom 09.03.2016 – I R 79/​14, BFH/​NV 2016, 1039, m.w.N.[]