Bun­des­steu­er­ver­wal­tung

Die Bun­des­re­gie­rung hält an ihrer For­de­rung fest, eine Bun­des­steu­er­ver­wal­tung ein­zu­füh­ren. Wie es in ihrer Ant­wort auf eine Klei­ne Anfra­ge im Deut­schen Bun­des­tag heißt, tei­le sie die Ein­schät­zung, die in einem im Auf­trag des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums von der Fir­ma Kien­baum Manage­ment Con­sul­tants GmbH vor­ge­leg­ten Gut­ach­ten geäu­ßert wird. Dar­in heißt es, eine Bun­des­steu­er­ver­wal­tung könn­te erheb­li­che Effi­zi­enz­re­ser­ven im Steu­er­voll­zug erschließen.

Bun­des­steu­er­ver­wal­tung

Nach Ansicht der Regie­rung behin­dert die föde­ra­le Ver­wal­tungs­struk­tur die Steu­er­ver­wal­tung und erzeugt Rei­bungs­ver­lus­te mit „spür­ba­ren finan­zi­el­len Fol­gen“. Auch der Prä­si­dent des Bun­des­rech­nungs­ho­fes, Pro­fes­sor Die­ter Engels, sei in sei­nem Gut­ach­ten „Pro­ble­me beim Steu­er­voll­zug“ im ver­gan­ge­nen Jahr zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass eine Bun­des­steu­er­ver­wal­tung effek­ti­ver und effi­zi­en­ter sei als die jet­zi­ge föde­ral orga­ni­sier­te Steu­er­ver­wal­tung. Die Stu­die sei auf der Home­page des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums ver­öf­fent­licht, heißt es. Kien­baum habe vier Model­le für alter­na­ti­ve Orga­ni­sa­ti­ons­for­men ent­wi­ckelt und bewer­tet. Sie reich­ten von einer ver­stärk­ten Koope­ra­ti­on der Län­der und einer inten­si­ve­ren Koor­di­nie­rung durch den Bund über gra­du­el­le Kom­pe­tenz­ver­la­ge­run­gen zum Bund bis zur Schaf­fung einer Bun­des­ver­wal­tung für alle Gemein­schafts­steu­ern und alle bun­des­ge­setz­lich gere­gel­ten Lan­des­steu­ern. Alle ana­ly­sier­ten Model­le führ­ten dem Gut­ach­ten zufol­ge zu spür­ba­ren Ein­nah­me­ver­bes­se­run­gen für Bund, Län­der und Gemein­den. Je mehr Kom­pe­ten­zen der Bund erhal­te, des­to höher fie­len die Effi­zi­enz­ge­win­ne aus. Beim Modell Bun­des­steu­er­ver­wal­tung belie­fen sie sich auf rund 11,5 Mil­li­ar­den Euro. 

Wie aus der Ant­wort wei­ter her­vor­geht, wer­den Groß­be­trie­be in Deutsch­land im Durch­schnitt (2005) alle 4,42 Jah­re, Mit­tel­be­trie­be alle 13,07 Jah­re, Klein­be­trie­be alle 23,85 Jah­re und Kleinst­be­trie­be alle 75,71 Jah­re von Betriebs­prü­fern auf­ge­sucht. Bei Groß­be­trie­ben habe sich der Prü­fungs­tur­nus gegen­über dem Jahr 2001 leicht ver­kürzt, bei allen ande­ren Unter­neh­men sei er jedoch län­ger gewor­den. Die Betriebs­prü­fun­gen hät­ten 2005 zu Steu­er­mehr­ein­nah­men von 13,53 Mil­li­ar­den Euro geführt, im Ver­gleich zu 12,68 Mil­li­ar­den Euro im Jahr 2001. Wäh­rend im Jahr 2001 im Durch­schnitt noch 11.019 Betriebs­prü­fer für Umsatz­steu­er-Son­der­prü­fun­gen ein­ge­setzt gewe­sen sei­en, habe sich deren Zahl im Jahr 2005 auf 10.619 redu­ziert. Die Umsatz­steu­er-Son­der­prü­fun­gen hät­ten 2001 noch zu Mehr­ein­nah­men von 1,78 Mil­li­ar­den Euro geführt, 2005 dage­gen nur noch von 1,49 Mil­li­ar­den Euro, heißt es in der Antwort.