Das Finanz­ge­richt und die Bin­dung an das Kla­ge­be­geh­ren

Aus § 96 Abs. 1 Satz 2 FGO folgt, dass das Gericht der Klä­ge­rin weder etwas zuspre­chen darf, was die­se nicht bean­tragt hat ("ne ultra peti­ta") noch über etwas ande­res ("ali­ud") ent­schei­den, als die Klä­ge­rin durch ihren Antrag begehrt und zur Ent­schei­dung gestellt hat 1.

Das Finanz­ge­richt und die Bin­dung an das Kla­ge­be­geh­ren

Vor­lie­gend hat­te die Klä­ge­rin im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren eine Her­ab­set­zung der Umsatz­steu­er 2005 auf 1.415 EUR bean­tragt. Die Kla­ge­ab­wei­sung begrün­de­te das Finanz­ge­richt mit der feh­len­den Abzugs­fä­hig­keit von Vor­steu­ern in dem nicht streit­ge­gen­ständ­li­chen Umsatz­steu­er­be­scheid 2002. Es hat damit unter Ver­stoß gegen § 96 FGO über ein ande­res Kla­ge­be­geh­ren als das von der Klä­ge­rin bestimm­te mit­ent­schie­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 23. Okto­ber 2014 – V R 11/​12

  1. BFH, Urtei­le vom 08.03.2012 – V R 49/​10, BFH/​NV 2012, 1665; vom 13.12 1994 – VII R 18/​93, BFH/​NV 1995, 697, m.w.N.; BFH, Beschlüs­se vom 25.10.2011 – IV B 59/​10, BFH/​NV 2012, 251; vom 13.07.2009 – IX B 33/​09, BFH/​NV 2009, 1821[]