Das nicht hin­rei­chend begrün­de­te Urteil

Ein Ver­fah­rens­man­gel nach § 119 Nr. 6 FGO liegt nur vor, wenn die Urteils­grün­de ganz oder zum Teil feh­len und sie den Pro­zess­be­tei­lig­ten kei­ne Kennt­nis dar­über ver­mit­teln, auf wel­chen Fest­stel­lun­gen, Erkennt­nis­sen und recht­li­chen Über­le­gun­gen das Urteil beruht.

Das nicht hin­rei­chend begrün­de­te Urteil

Dies erfor­dert nicht, dass jedes Vor­brin­gen der Betei­lig­ten im Ein­zel­nen erör­tert wer­den müss­te; viel­mehr liegt die­ser Ver­fah­rens­man­gel erst vor, wenn den Betei­lig­ten die Mög­lich­keit ent­zo­gen ist, die getrof­fe­ne Ent­schei­dung auf ihre Recht­mä­ßig­keit hin zu über­prü­fen [1].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Juni 2020 – VIII R 1/​17

  1. vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 26.02.2019 – VIII B 133/​18, BFH/​NV 2019, 574[]