Das Urteil des Finanz­ge­richts – und der zwi­schen­zeit­lich geän­der­te Steu­er­be­scheid

Im Ergeb­nis begrün­det ist die Revi­si­on auch in Bezug auf die Beschei­de zur geson­der­ten Fest­stel­lung des ver­blei­ben­den Ver­lust­ab­zugs zur Kör­per­schaft­steu­er zum 31.12 der Jah­re 2008 bis 2010 und des vor­trags­fä­hi­gen Gewer­be­ver­lus­tes auf den 31.12 der Jah­re 2008 bis 2010. Im Hin­blick auf jene Beschei­de ist das ange­foch­te­ne Urteil aus ver­fah­rens­recht­li­chen Grün­den auf­zu­he­ben und die Sache zur erneu­ten Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Finanz­ge­richt zurück­zu­ver­wei­sen.

Das Urteil des Finanz­ge­richts – und der zwi­schen­zeit­lich geän­der­te Steu­er­be­scheid

Ein finanz­ge­richt­li­ches Urteil kann in der Revi­si­on inso­weit kei­nen Bestand haben, wie das Finanz­ge­richt ‑infol­ge feh­len­der Kennt­nis von der zwi­schen­zeit­lich vor­ge­nom­me­nen erneu­ten Ände­rung jener Beschei­de- über im Zeit­punkt der Ent­schei­dung mate­ri­ell nicht mehr wirk­sa­me Ver­wal­tungs­ak­te ent­schie­den hat 1.

Wenn der ange­foch­te­ne Ver­wal­tungs­akt nach Bekannt­ga­be der Ein­spruchs­ent­schei­dung geän­dert oder ersetzt wird, wird gemäß § 68 Satz 1 FGO der neue Bescheid Gegen­stand des Kla­ge­ver­fah­rens. So lag der Fall auch in dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall, nach­dem das Finanz­amt die ursprüng­li­chen Beschei­de wäh­rend des erst­in­stanz­li­chen Kla­ge­ver­fah­rens durch neue Beschei­de ersetzt hat. Über die dem­nach zum Gegen­stand der Kla­ge gewor­de­nen neu­en Beschei­de hat das Finanz­ge­richt jedoch nicht ent­schie­den, was im zwei­ten Rechts­gang nach­zu­ho­len ist.

Eine in einer sol­chen Ver­fah­rens­si­tua­ti­on aus­nahms­wei­se denk­ba­re Beschrän­kung des Revi­si­ons­ge­richts auf eine blo­ße Rich­tig­stel­lung 2 ist aus­ge­schlos­sen, wenn die geän­der­ten (neu­en) Beschei­de nach dem Vor­brin­gen der Betei­lig­ten neue Streit­punk­te ent­hal­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 27. Juni 2018 – I R 13/​16

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 25.10.1972 – GrS 1/​72, BFHE 108, 1, BSt­Bl II 1973, 231[]
  2. vgl. z.B. BFH, Urteil vom 19.05.2010 – I R 62/​09, BFHE 230, 18[]