Das Zwi­schen­ur­teil des Finanz­ge­richts

Nach § 99 Abs. 2 FGO kann das Gericht durch Zwi­schen­ur­teil über eine ent­schei­dungs­er­heb­li­che Sach- oder Rechts­fra­ge vor­ab ent­schei­den, wenn dies sach­dien­lich ist und die Betei­lig­ten nicht wider­spre­chen. Die­se Vor­aus­set­zun­gen sind erfüllt.

Das Zwi­schen­ur­teil des Finanz­ge­richts

Ein Zwi­schen­ur­teil dar­über, ob die För­de­rung des Tur­nier­bridge durch den Klä­ger von dem abschlie­ßen­den Kata­log der För­de­rung der All­ge­mein­heit die­nen­der Zwe­cke des § 52 Abs. 2 Satz 1 Nrn. 1 bis 25 AO umfasst wird, ist ent­schei­dungs­er­heb­lich und sach­dien­lich, weil es sich um eine Vor­fra­ge han­delt, ohne deren Beant­wor­tung ein Urteil über die gel­tend gemach­te Rechts­ver­let­zung nicht mög­lich ist 1.

Nach dem Zweck der Vor­schrift, das gericht­li­che Ver­fah­ren zu beschleu­ni­gen, muss dar­über hin­aus wenigs­tens eine wei­te­re Rechts­fra­ge ent­schei­dungs­er­heb­lich sein, weil bei nur einer ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Rechts­fra­ge das Finanz­ge­richt sogleich durch End­ur­teil ent­schei­den muss 2. Die zwei­te ent­schei­dungs­er­heb­li­che Rechts­fra­ge, deren Beant­wor­tung sich bei Ent­schei­dung über die im Zwi­schen­ur­teil ent­schie­de­ne Rechts­fra­ge je nach deren Ergeb­nis erüb­ri­gen wür­de, ist dar­in zu sehen, ob der Klä­ger einen Anspruch auf Aner­ken­nung des von ihm geför­der­ten Zwecks als gemein­nüt­zig nach § 52 Abs. 2 Sät­ze 2 und 3 AO hat.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 9. Febru­ar 2017 – V R 69/​14

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 19.03.2009 – V R 50/​07, BFHE 225, 224, BSt­Bl II 2010, 78, Rz 19; in BFHE 187, 418, BSt­Bl II 2000, 139, Rz 23[]
  2. BFH, Urteil in BFHE 225, 224, BSt­Bl II 2010, 78, Rz 19[]