Die schwei­ze­ri­sche Zwi­schen­ge­sell­schaft – und die Hinzurechnungsbesteuerung

Die Hin­zu­rech­nung von in den Wirt­schafts­jah­ren 2004 bis 2006 erziel­ten Zwi­schen­ein­künf­ten i.S. des § 8 Abs. 1 AStG einer in der Schweiz ansäs­si­gen Zwi­schen­ge­sell­schaft beschränkt zwar die Kapi­tal­ver­kehrs­frei­heit, ist aber gerecht­fer­tigt und ver­stößt daher nicht gegen Uni­ons­recht1.

Die schwei­ze­ri­sche Zwi­schen­ge­sell­schaft – und die Hinzurechnungsbesteuerung

Sind unbe­schränkt Steu­er­pflich­ti­ge an einer Kör­per­schaft, Per­so­nen­ver­ei­ni­gung oder Ver­mö­gens­mas­se im Sin­ne des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes, die weder Geschäfts­lei­tung noch Sitz im Gel­tungs­be­reich die­ses Geset­zes hat und die nicht gemäß § 3 Abs. 1 KStG von der Kör­per­schaft­steu­er­pflicht aus­ge­nom­men ist (aus­län­di­sche Gesell­schaft), zu mehr als der Hälf­te betei­ligt, so sind die Ein­künf­te, für die die­se Gesell­schaft Zwi­schen­ge­sell­schaft ist, bei jedem von ihnen mit dem Teil steu­er­pflich­tig, der auf die ihm zuzu­rech­nen­de Betei­li­gung am Nenn­ka­pi­tal der Gesell­schaft ent­fällt (§ 7 Abs. 1 AStG). Zu mehr als der Hälf­te betei­ligt sind unbe­schränkt Steu­er­pflich­ti­ge i.S. von § 7 Abs. 1 AStG u.a. dann, wenn ihnen allein am Ende des Wirt­schafts­jahrs der Gesell­schaft, in dem die­se die Ein­künf­te nach § 7 Abs. 1 AStG bezo­gen hat (maß­ge­ben­des Wirt­schafts­jahr), mehr als 50 % der Antei­le oder Stimm­rech­te an der aus­län­di­schen Gesell­schaft zuzu­rech­nen sind (§ 7 Abs. 2 Satz 1 AStG).

Eine aus­län­di­sche Gesell­schaft ist i.S. von § 7 Abs. 1 AStG Zwi­schen­ge­sell­schaft für Ein­künf­te, die einer nied­ri­gen Besteue­rung (durch eine Ertrag­steu­er­be­las­tung von weni­ger als 25 %, ohne dass dies auf einem Aus­gleich mit Ein­künf­ten aus ande­ren Quel­len beruht, § 8 Abs. 3 Satz 1 AStG) unter­lie­gen und nicht aus jenen Ein­künf­ten stam­men, die in § 8 Abs. 1 Nr. 1 bis 9 AStG auf­ge­lis­tet sind (§ 8 Abs. 1 Halb­satz 1 AStG). Die hier­nach steu­er­pflich­ti­gen Ein­künf­te sind bei dem unbe­schränkt Steu­er­pflich­ti­gen mit dem Betrag, der sich nach Abzug der Steu­ern ergibt, die zu Las­ten der aus­län­di­schen Gesell­schaft von die­sen Ein­künf­ten sowie von dem die­sen Ein­künf­ten zugrun­de lie­gen­den Ver­mö­gen erho­ben wor­den sind, anzu­set­zen (Hin­zu­rech­nungs­be­trag, § 10 Abs. 1 Satz 1 AStG). Der Hin­zu­rech­nungs­be­trag gehört zu den Ein­künf­ten i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG und gilt unmit­tel­bar nach Ablauf des maß­ge­ben­den Wirt­schafts­jahrs der aus­län­di­schen Gesell­schaft als zuge­flos­sen (§ 10 Abs. 2 Satz 1 AStG). Die Besteue­rungs­grund­la­gen für die Anwen­dung der §§ 7 bis 14 AStG wer­den nach Maß­ga­be des § 18 AStG geson­dert festgestellt.

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Leistungen einer schweizerischen Pensionskasse in der Einkommensteuer

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 30. Sep­tem­ber 2020 – I R 12/​19 (I R 78/​14)

  1. Fort­füh­rung von EuGH, Urteil „X“ vom 26.02.2019 – C‑135/​17, EU:C:2019:136, IStR 2019, 347; und von BFH, Urteil vom 22.05.2019 – I R 11/​19 (I R 80/​14), BFHE 265, 322[]

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