Quel­len­steu­er auf aus­län­di­sche Zins­ein­künf­te – und die Teil­wert­ab­schrei­bung

In die Bemes­sung des Anrech­nungs­höchst­be­trags nach § 34c Abs. 1 Satz 4 EStG kön­nen auch Wert­ver­än­de­run­gen des Ver­mö­gens­stamms ein­ge­hen.

Quel­len­steu­er auf aus­län­di­sche Zins­ein­künf­te – und die Teil­wert­ab­schrei­bung

Falls und soweit die Vor­aus­set­zun­gen für die­se Teil­wert­ab­schrei­bun­gen vor­ge­le­gen haben, sind die­se von den aus­län­di­schen Ein­künf­ten der Anle­ge­rin zur Ermitt­lung des Anrech­nungs­höchst­be­trags abzu­zie­hen.

Durch den aus­drück­li­chen Bezug in § 34c Abs. 1 Satz 4 EStG auf Betriebs­aus­ga­ben und Betriebs­ver­mö­gens­min­de­run­gen wer­den nicht mehr ledig­lich sol­che Auf­wen­dun­gen im Rah­men der Ermitt­lung des Anrech­nungs­höchst­be­trags berück­sich­tigt, die bei einer Per­son, die die Ein­nah­men im Pri­vat­ver­mö­gen erzielt, als Wer­bungs­kos­ten ange­setzt wer­den könn­ten 1. Ins­be­son­de­re kön­nen damit auch Wert­ver­än­de­run­gen des Ver­mö­gens­stamms in die Bemes­sung des Anrech­nungs­höchst­be­trags ein­ge­hen 2.

Ob und inwie­weit die Teil­wert­ab­schrei­bun­gen auf die Anlei­hen in wirt­schaft­li­chem Zusam­men­hang mit den Zins­ein­nah­men der Anle­ge­rin ste­hen, hängt somit wie­der­um von der wer­ten­den Beur­tei­lung des die Teil­wert­ab­schrei­bun­gen aus­lö­sen­den Moments ab.

Inso­fern ist fest­zu­stel­len, dass die Anle­ge­rin kei­ne Zin­sen hät­te erzie­len kön­nen, wenn sie die Anlei­hen nicht ange­schafft hät­te. Es besteht des­halb ein (kau­sa­ler) Zusam­men­hang zwi­schen der Anschaf­fung des Ver­mö­gens­stamms und den Zin­sen. Da der Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hang durch das Prin­zip der wer­ten­den Selek­ti­on der Auf­wands­ur­sa­chen gekenn­zeich­net ist, ist zu berück­sich­ti­gen, dass die Anle­ge­rin die Anlei­hen mit fes­tem bzw. varia­blem Zins vor­ran­gig mit dem Ziel ange­schafft hat­te, Zins­er­trä­ge zu erzie­len und nicht um an Wert­ver­än­de­run­gen teil­zu­ha­ben. Dem­ge­mäß ste­hen auch die Teil­wert­ab­schrei­bun­gen ‑bei wer­ten­der Betrach­tung- im Zusam­men­hang mit der Absicht, lau­fen­de Kapi­tal­erträ­ge zu erwirt­schaf­ten 3. Offen blei­ben kann dem­ge­gen­über, ob etwas ande­res für sol­che Wert­pa­pie­re gilt, die vor­ran­gig zu dem Zweck erwor­ben wer­den, um an deren Wert­ver­än­de­run­gen teil­zu­ha­ben 4.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18. April 2018 – I R 37/​16

  1. so BFH, Urtei­le in BFHE 191, 521, BSt­Bl II 2000, 577; in BFHE 183, 114, BSt­Bl II 1997, 657; in BFHE 174, 509, BSt­Bl II 1994, 799 – zur frü­he­ren Geset­zes­fas­sung[]
  2. in die­sem Sin­ne auch Blümich/​Wagner, § 34c EStG Rz 60; Geurts in Ernst & Young, KStG, § 26 Rz 84.6; Gosch in Kirch­hof, EStG, 16. Aufl., § 34c Rz 15; Gosch/​Roser, KStG, 3. Aufl., § 26 Rz 61; Jochimsen/​Schnitger in Schnitger/​Fehrenbacher, a.a.O., § 26 Rz 213; Lie­ber in Herrmann/​Heuer/​Raupach, § 26 KStG Rz 26; Mül­ler-Dott in Flick/​Wassermeyer/​Baumhoff/​Schönfeld, Außen­steu­er­recht, § 26 KStG Rz 89.4[]
  3. a.A. Kudert, Steu­er und Wirt­schaft 2018, 75, 79 ff.[]
  4. vgl. inso­fern Geurts in Frot­scher, EStG, Frei­burg 2018, § 34c Rz 44, der zwi­schen "aus­schüt­tungs­be­ding­ten" und "sub­stanz­min­dern­den" Teil­wert­ab­schrei­bun­gen unter­schei­det[]