Steu­er­hin­ter­zie­hen in Steu­er­oa­sen

Der Bun­des­rat hat jetzt das zuvor bereits vom Deut­schen Bun­des­tag beschlos­se­ne Gesetz zur Bekämp­fung der Steu­er­hin­ter­zie­hung gebil­ligt. Die zur Umset­zung des Geset­zes not­wen­di­ge Rechts­ver­ord­nung will das Bun­des­fi­nanz­mins­te­ri­um nun unmit­tel­bar auf den Weg brin­gen, so dass sie noch vor der Bun­des­tags­wahl im Herbst durch den Bun­des­rat ver­ab­schie­det wer­den kann.

Steu­er­hin­ter­zie­hen in Steu­er­oa­sen

Über­schuss-Ein­künf­te über 500.000 €

Steu­er­pflich­ti­ge, deren Über­schus­s­ein­künf­te mehr als 500.000 € im Jahr betra­gen, müs­sen in Zukunft die Unter­la­gen sechs Jah­re lang auf­be­wah­ren. Bis­her gal­ten der­ar­ti­ge steu­er­li­che Auf­be­wah­rungs­pflich­ten nur bei Ein­künf­ten aus gewerb­li­cher oder frei­be­ruf­li­cher Tätig­keit.

Bei die­sen Steu­er­pflich­ti­gen sol­len die Finanz­be­hör­den auch Außen­prü­fun­gen vor­neh­men dür­fen. Die Prü­fungs­an­ord­nung muss nicht geson­dert begrün­det wer­den.

Steu­er­oa­sen

Mit dem Gesetz wer­den des­wei­te­ren Steu­er­pflich­ti­gen, die Geschäfts­be­zie­hun­gen zu so genann­ten Steu­er­oa­sen unter­hal­ten, erhöh­te Mit­wir­kungs­pflich­ten auf­er­legt, falls die­se Staa­ten die Her­aus­ga­be von Infor­ma­tio­nen an die Finanz­be­hör­den ver­wei­gern. So müs­sen sie den Steu­er­be­hör­den die Rich­tig­keit ihrer Anga­ben an Eides statt ver­si­chern. Ver­wei­gern Steu­er­pflich­ti­ge die gefor­der­ten Abga­ben, kön­nen die Finanz­be­hör­den den Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug, eine Ent­las­tung von der Kapi­tal­ertrag­steu­er oder eine Steu­er­be­frei­ung für Divi­den­den ver­wei­gern.

Inkraft­tre­ten

Die in dem Gesetz vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men sol­len nicht unmit­tel­bar nach der Ver­ab­schie­dung wirk­sam wer­den, son­dern dazu bedarf es noch einer Ver­ord­nung der Bun­des­re­gie­rung, der der Bun­des­rat zustim­men muss.

Zukünf­tig soll es damit schwe­rer wer­den, sich mit Geld­an­la­gen in so genann­ten Steu­er­oa­sen der deut­schen Steu­er­pflicht zu ent­zie­hen. Der­ar­ti­gen Gestal­tun­gen soll durch die neu­en gesetz­li­chen Bestim­mun­gen die Grund­la­ge genom­men wer­den.

Das Gesetz packt hier­zu frei­lich den "gro­ßen Ham­mer" aus, denn es betrifft alle geschäft­li­chen und finan­zi­el­len Bezie­hung mit die­sen Staa­ten, auch soweit sie den nor­ma­len geschäft­li­chen Ver­kehr betref­fen. Aber das fällt dann wohl unter die "Kol­la­te­ral­schä­den" der Finanz-Kaval­le­rie.