Steu­er­in­fos aus Anguil­la

Deutsch­land und das bri­ti­sche Über­see­ge­biet Anguil­la haben am Frei­tag in Lon­don ein Abkom­men über den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch in Steu­er­sa­chen unter­zeich­net.

Steu­er­in­fos aus Anguil­la

Anguil­la (spa­nisch für „Aal“) ist eine der Inseln über dem Win­de der Klei­nen Antil­len in der Kari­bik, öst­lich von Puer­to Rico gele­gen. Zusam­men mit meh­re­ren klei­nen, unbe­wohn­ten Koral­len­in­seln bil­det Anguil­la ein Über­see­ge­biet des Ver­ei­nig­ten König­reichs mit inne­rer Auto­no­mie, das als sol­ches mit der EU asso­zi­iert ist und einen flo­rie­ren­den Off­shore-Bank­platz sein eigen nennt.

Die­ses Abkom­men über Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen Deutsch­land und Anguil­la soll den deut­schen Finanz­be­hör­den Zugang zu Infor­ma­tio­nen gewäh­ren, die nach Ansicht der Finanz­ver­wal­tung zur Durch­füh­rung der Steu­er­ver­an­la­gung in Deutsch­land erfor­der­lich sind. Dazu zäh­len etwa Bank­in­for­ma­ti­on wie auch Infor­ma­tio­nen über die Eigen­tums­ver­hält­nis­sen an juris­ti­schen Per­so­nen und ande­ren Rechts­ge­bil­den. Der Zugang der deut­schen Finanz­ver­wal­tung zu die­sen Infor­ma­tio­nen ist nicht davon abhän­gig, dass ein Steu­er­straf­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet ist oder der Ver­dacht auf eine Steu­er­straf­tat besteht, die Aus­kunft wird also auch im Rah­men einer "nor­ma­len" Steu­er­ver­an­la­gung erteilt.

Das Abkom­men ent­spricht in vol­lem Umfang dem soge­nann­ten OECD-Stan­dard zu Trans­pa­renz und effek­ti­vem Infor­ma­ti­ons­aus­tausch für Besteue­rungs­zwe­cke. Das Netz der bila­te­ra­len Ver­ein­ba­run­gen zum Infor­ma­ti­ons­aus­tausch für Besteue­rungs­zwe­cke, ins­be­son­de­re in Bezug auf Staa­ten und Gebie­te mit Finanz­zen­tren, wird damit wei­ter aus­ge­baut.