Der bereits recht­kräf­tig abge­lehn­te Steu­er­erlass aus Bil­lig­keits­grün­den

Nach bestands­kräf­ti­ger oder unan­fecht­ba­rer Vor­ent­schei­dung ist die Kla­ge ohne wei­te­re Sach­prü­fung abzu­wei­sen; im Finanz­pro­zess kommt es (anders als u. U. im VwGO-Pro­zess) nicht dar­auf an, ob nach Bestands­kraft unnö­ti­ger­wei­se in der ange­foch­te­nen letz­ten Ein­spruchs­ent­schei­dung noch­mals in eine Sach­prü­fung ein­ge­tre­ten wur­de.

Der bereits recht­kräf­tig abge­lehn­te Steu­er­erlass aus Bil­lig­keits­grün­den

Ent­spre­chen­des gilt bei erneut begehr­tem Steu­er-Bil­lig­keits­er­lass nach bestands­kräf­ti­ger Steu­er­fest­set­zung und nach bestands­kräf­ti­ger Ableh­nung des Bil­lig­keits­er­las­ses für den­sel­ben Streit­zeit­raum; zumin­dest dann wenn der neue Antrag nur bereits im vor­an­ge­gan­ge­nen Bil­lig­keits­ver­fah­ren gel­tend gemach­te Grün­de oder ent­schie­de­ne Gesichts­punk­te betrifft.

Nach bestands­kräf­ti­ger oder unan­fecht­ba­rer Vor­ent­schei­dung ist die Kla­ge ohne wei­te­re Sach­prü­fung abzu­wei­sen [1].

Im Finanz­pro­zess kommt es nicht dar­auf an, ob in der ange­foch­te­nen letz­ten Ein­spruchs­ent­schei­dung (§ 367 AO) unnö­tig noch­mals in eine Sach­prü­fung ein­ge­tre­ten wur­de [2] anders als u. U. im Ver­wal­tungs­pro­zess gemäß VwGO oder nach § 51 VwVfG [3].

Die vor­be­schrie­be­nen Grund­sät­ze gel­ten auch bei erneut begehr­tem Bil­lig­keits­er­lass einer Steu­er nach bestands­kräf­ti­ger Steu­er­fest­set­zung und nach bestands­kräf­ti­ger Ableh­nung des Bil­lig­keits­er­las­ses für den­sel­ben Streit­zeit­raum; zumin­dest dann wenn der neue Antrag nur bereits im vor­an­ge­gan­ge­nen Bil­lig­keits­ver­fah­ren gel­tend gemach­te Grün­de oder ent­schie­de­ne Gesichts­punk­te betrifft [4].

Dem­entspre­chend schei­det hier eine gericht­li­che Sach­prü­fung bereits des­we­gen aus, weil das erneu­te Bil­lig­keits­ver­fah­ren die­sel­ben Grün­de und Gesichts­punk­te wie das vor­he­ri­ge bestands­kräf­tig abge­schlos­se­ne Bil­lig­keits­ver­fah­ren betrifft; und zwar die Antrags­grün­de andau­ern­de Krank­heit, Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Job­cen­ter, aus­sichts­los schlech­te Ein­kom­mens- und Liqui­di­täts­si­tua­ti­on sowie dazu ins­be­son­de­re die Gesichts­punk­te der unzu­rei­chen­den Abhil­fe­mög­lich­keit durch GrSt-Bil­lig­keits­er­lass und der Zumut­bar­keit der Ver­wer­tung des gro­ßen Haus­grund­stücks.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 18. Febru­ar 2014 – 3 K 257/​13

  1. BFH, Beschluss vom 25.09.2006 – VI B 130/​05, BFH/​NV 2007, 85; Urtei­le vom 20.09.1989 – X R 8/​86, BFHE 158, 205, BStBl II 1990, 177; Urtei­le Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg vom 25.06.2012 8 K 3603/​11, DSt­RE 2013, 441; FG Ham­burg vom 04.06.2002 – III 16/​02 – III 16/​02, EFG 2002, 1469 m. w. N.[]
  2. BFH, Urteil vom 24.07.1984 – VII R 122/​80, BFHE 141/​470, BStBl II 1984, 791[]
  3. vgl. Geis in Sodan/​Ziekow, VwGO, 3. Aufl., § 68 Rz. 40 ff.; Kopp/​Schenke, VwGO, 18. Aufl., § 70 Rz. 9 m. w. N.[]
  4. BFH, Urteil vom 17.03.1987 – VII R 26/​84, BFH/​NV 1987, 620[]