Der nicht gestell­te Beweis­an­trag – und die Auf­klä­rungs­rü­ge

Wer als fach­kun­dig Betei­lig­ter kei­nen Antrag auf Beweis­erhe­bung stellt und die Unter­las­sung einer nach sei­ner Auf­fas­sung gebo­te­nen Beweis­erhe­bung von Amts wegen nicht in der münd­li­chen Ver­hand­lung rügt, ver­zich­tet auf die­se Rüge 1.

Der nicht gestell­te Beweis­an­trag – und die Auf­klä­rungs­rü­ge

Die Ver­fah­rens­rüge, das Finanz­ge­richt habe sei­ne Pflicht zur erschöp­fen­den Auf­klä­rung des Sach­ver­halts (§ 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) ver­letzt, indem es von der Ver­neh­mung eines Zeu­gen von Amts wegen abge­se­hen hat, ist in die­sem Fall unbe­grün­det.

Dies gilt ins­be­son­de­re auch dann, wenn die Klä­ge­rin aus­weis­lich des Pro­to­kolls über die münd­li­che Ver­hand­lung die unter­blie­be­ne Beweis­auf­nah­me auch nicht gerügt hat und sie zudem nicht dar­ge­legt hat, war­um sie ent­schuld­bar an einer ent­spre­chen­den Rüge gehin­dert war. Die Klä­ge­rin hat somit ihr dahin­ge­hen­des Rüge­recht ver­lo­ren.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 7. Juli 2016 – III R 19/​15

  1. z.B. BFH, Urteil vom 13.05.2015 – III R 39/​14, BFH/​NV 2015, 1587, Rz 11, m.w.N.[]